Mehr Adenauer wagen

Der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer spricht beim Bundesparteitag der CDU am 28. März 1965. Foto: Gerhard Heisler/Bundesarchiv, Lizenz creative commons
Der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer spricht beim Bundesparteitag der CDU am 28. März 1965. Foto: Gerhard Heisler/Bundesarchiv, Lizenz creative commons

Debattenbeiträge geben die Meinung des Autors wieder.

Der ehemalige Bundeskanzler ist morgen vor 150 Jahren geboren

Von Thomas Dohna 

Was waren das für Zeiten. Das Ende des Krieges empfanden die meisten Deutschen als Niederlage. Viele Innenstädte und Industriegebiete Deutschlands lagen in Trümmern. In Köln ragte der Dom über eine Trümmerlandschaft empor. In Essen reichte der Blick über die zerstörten Krupp-Werke bis zum Horizont. Deutsche Regierungen gab es nicht. Die West-Alliierten hatten in den Städten und Gemeinden ihrer Besatzungszonen Bürgermeister eingesetzt, die als unbelastet galten. In Köln war das Konrad Adenauer.

Allmählich stellten die Alliierten überörtliche Verwaltungen auf. Sie setzten Versammlungen ein, die Länderverfassungen erarbeiten sollten. 1947 fanden die ersten Wahlen statt. Nachdem klar war, dass es eine gesamtdeutsche Regierung in absehbarer Zeit nicht geben würde, forderte der alliierte Kontrollrat, die faktische Besatzungsregierung Deutschlands, die Länder auf, einen Parlamentarischen Rat zur Ausarbeitung einer Verfassung einzusetzen.

Die Länderparlamente schickten Abgeordn…