Fillies ohne Öl und Gas

Am Fillies-Gelände hängen im Juli 2017 Hinweise darauf, wer etwas hier bauen will. Im August 2016 sollte es losgehen, kündigte Investor und Architekt Masoud Saadat an. Jetzt entwickelt die Gemeinde das Gelände selbst. Archivfoto: Thomas Dohna
Am Fillies-Gelände hängen im Juli 2017 Hinweise darauf, wer etwas hier bauen will. Im August 2016 sollte es losgehen, kündigte Investor und Architekt Masoud Saadat an. Jetzt entwickelt die Gemeinde das Gelände selbst. Archivfoto: Thomas Dohna

Ausschuss beschließt frühzeitige Unterrichtung

Bechterdissen (ted). Die Grünen wollten noch ein paar mehr ökologische Inhalte für die neue Siedlung auf dem Fillies-Gelände an der Heeper Straße. Die anderen Fraktionen fanden, das, was im Bebauungsplanentwurf steht, reicht. So dürfen keine Heizungen eingebaut werden, die fossile Brennstoffe nutzen.

Das Wohngebiet soll schnell in die Vermarktung gehen. Dort sind drei Mehrfamilien- und einige Einfamilienhäuser geplant. Bezahlbaren Wohnraum soll es dort geben. Das betonte Andreas Brinkmann, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, während der Sitzung.

Birgit Kampmann von den Grünen fragte zunächst, ob es eine fußläufige Verbindung sowohl zum Grenzweg als auch zur Siedlung am Marderweg geben würde. Die zum Grenzweg wird es geben, die zum Marderweg nicht. Letztere liege außerhalb des Plangebietes und würde über Privatgelände verlaufen, hieß es von der Verwaltung.

Kampmann verwies auf die Landesbauordnung, nach der auch Fahrradstellplätze in der Siedlung vorgesehen sein müssten, und frage, ob Fassadenbegrünung nicht ausgeschlossen sei. Ist sie nicht, antwortete die Verwaltung. Kampmann lobte, dass der Einbau von Heizungen, die fossile Brennstoffe benötigen, verboten werde. „Mit Holz heizen bleibt erlaubt“, stellte sie fest. Sie forderte für ihre Partei, dass die bei der Entwicklung der Brunsheide gewonnenen Erkenntnisse auch für dieses Wohngebiet berücksichtigt werden sollten. So solle die Vorbereitung von Ladeinfrastruktur für E-Autos berücksichtigt werden und Solaranlagen vorgeschrieben werden.

Die SPD unterstützte den Verwaltungsvorschlag. Der bezahlbare Wohnraum müsse für jedermann, auch für kleine Einkommen geschaffen werden.  Die Brunsheide sei ein schönes Objekt, Leopoldshöhe brauche aber keine zweite Brunsheide. Auch die CDU folge dem Verwaltungsvorschlag, sagte Frank Keminer (CDU). Seine Fraktion lehne den Antrag der Grünen ab. Es mache keinen Sinn, einen zweiten Leuchtturm zu schaffen. Die PUB schloss sich dem SPD-Argument für bezahlbaren Wohnraum an, die BFL lehnte „höhere ökologische Auflagen“ ab.

Es sei falsch, Bezahlbarkeit und Klimaschutz gegeneinander zu stellen. Was die Grünen fordern, werde die Mieter in Zukunft entlasten: „Das ist ein falscher Gegensatz.“ Brinkmann meinte, der Bauturbo NRW solle in Leopoldshöhe nicht zum Erliegen kommen. Ein Vertreter der BFL meinte, wenn die Bauherren mehr machen wollten, sei das nicht verboten. Die Auflagen seien schon jetzt hoch.

Jürgen Hachmeister (Grüne) verwies auf den Standard, auf den sich der Gemeinderat in der Vergangenheit verständigt habe, nach dem die Leopoldshöher Immobilien und Liegenschaftsverwaltung (LIL) die Grundstücke zu vergeben habe. Der habe sich in seiner Wirkung positiv gezeigt. „Wir verabschieden uns davon“, meinte er.

Die Ausschussmitglieder lehnten den Antrag der Grünen gegen die Stimmen der Grünen ab. Den Vorschlag nahmen sie an, die Grünen enthielten sich.  

Seit vielen Jahren soll das Gelände des ehemaligen Möbelhändlers Fillies bebaut werden. Zunächst beschloss der Gemeinderat auf Wunsch eines Investors die Planung von Stadtvillen, dann geriet das Gelände in den Strudel eines Finanzskandals, aus dem es die Gemeinde per Versteigerungsgewinn herauslöste. Jetzt entwickelt die Gemeinde das Gelände selbst.

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