Kritische Fragen zur Sporthalle

Hausmeister Andreas Elges und Fachbereichsleiter Bauen der Gemeindeverwaltung Dirk Puchert-Blöbaum stehen in der sogenannten Holzhalle an der Grundschule Nord. Deren Sanierung wird wohl ein weiteres Jahr auf sich warten lassen. Foto: Thomas Dohna,
Hausmeister Andreas Elges und Fachbereichsleiter Bauen der Gemeindeverwaltung Dirk Puchert-Blöbaum stehen 2021 in der sogenannten Holzhalle an der Grundschule Nord. Deren Sanierung wird wohl ein weiteres Jahr auf sich warten lassen. Archivfoto: Thomas Dohna

Holzhalle ist seit Monaten gesperrt

Leopoldshöhe (ted). Die Sanierung der sogenannten Holzhalle an der Grundschule Nord wird sich hinziehen. Das teilte die Gemeindeverwaltung auf Nachfrage der Fraktion „Bürger für Leopoldshöhe“ mit.

Viele Jahre war der Boden der sogenannten Holzhalle ein Ärgernis. Die Halle ist in den 1962 Jahren gebaut worden. Seitdem trieben Schülerinnen und Schüler der Grundschule Nord und die Sportlerinnen und Sportler mehrerer Vereine auf dem elastischen Holzboden Sport. Eine Luftheizung sorgte für Wärme.

Mit der Zeit zeigte der Boden Schäden. Irgendwann durfte nicht mehr barfuß um Punkte gekämpft werden, weil der Boden an verschiedenen Stellen Splitter von sich gab. Immer wieder stand die Sanierung der Halle in den Haushalts- und Wirtschaftsplänen der Gemeinde, immer wieder verschob die Verwaltung sie.

Im vergangenen Sommer nahmen die Turner des TuS Leopoldshöhe die Sache selbst in die Hand. Sie boten der Gemeinde an, den alten Holzfußboden auszubauen. Die Gemeinde schlug ein und ließ nach der Entfernung des Bodens einen neuen Sportboden und eine neue Fußbodenheizung einbauen. Die Luftheizung schickte sie in den Ruhestand.

Bald zeigten sich Schimmel- und Feuchteschäden. Bis zu 100 Liter Wasser am Tag schlage sich nieder, hatte der Fachbereichsleiter Bauen, Planen, Ordnung Dirk Puchert-Blöbaum in der Dezembersitzung des Gemeinderates auf Nachfrage des Vorsitzenden des Bildungsausschusses Christian Kühnel (SPD) mitgeteilt. Es gebe bauphysikalische Schwierigkeiten. Schulbetrieb finde nicht statt, die Turner trainierten, sagte Puchert-Blöbaum.

In der Januarsitzung des Gemeinderates berichtete Manuela Sommer, Teamleiterin für die Gemeindebetriebe, dass in der Raumluft Schimmelsporten festgestellt worden seien. Die Grundschule Nord habe statt der Sportstunden einen weiteren Schwimmtag eingerichtet. Die Turner nutzten externe Hallen. Als Sofortmaßnahmen seien Trocknungsgeräte eingesetzt worden.  Es gebe unter der Halle einen Kriechkeller und Öffnungen im Boden.

Damals fragte die Grüne Annkatrin Sonntag, wie es zu der Verschlechterung des Zustands gekommen sei. Durch die Fußbodenheizung werden die Luft im Kriechkeller erwärmt. Die nehme Feuchtigkeit aus dem Boden auf. Die Umluftheizung könne aus Brandschutzgründen nicht mehr genutzt werden, stellte Manuela Sommer fest.

Durch diesen Kriechgang wird die Frischluft für die Holzhalle an der Grundschule Nord angesaugt. Foto: Thomas Dohna
Durch diesen Kriechgang wurde die Frischluft für die Holzhalle an der Grundschule Nord angesaugt. Archivfoto: Thomas Dohna

In der jüngsten Sitzung des Hochbau- und Planungsausschusses wollte die BFL den Stand der Dinge erfahren. Die Schließung der Sporthalle belaste den Trainingsbetrieb des TuS Leopoldshöhe erheblich. Ersatztrainingsorte seien nur mit großem zeitlichen und finanziellen Aufwand erreichbar, Angebote für Kinder und Jugendliche hätten eingeschränkt werden müssen.

Eine transparente Kommunikation und eine zügige Sanierung seien notwendig, um den Sportbetrieb und den Leistungsstützpunkt in Leopoldshöhe zu sichern, hieß es in der Anfrage der BFL. Sie wollte wissen, wie der aktuelle Stand der Sanierungsmaßnahmen ist, wie der zeitliche Ablauf bis zur Wiederinbetriebnahme der Halle aussieht und welche Maßnahmen vorgesehen sind, um die Situation bis zur Fertigstellung der Sanierung möglichst stabil zu halten.

Dirk Puchert-Blöbaum steht in der viele Jahrzehnte alten Lüftungsanlage der sogenannten Holzhalle. Sie muss erneuert werden, um modernen Standards zu entsprechen. Foto: Thomas Dohna
Dirk Puchert-Blöbaum steht 2021 in der viele Jahrzehnte alten Lüftungsanlage der sogenannten Holzhalle. Sie muss erneuert werden, um modernen Standards zu entsprechen. Archivfoto: Thomas Dohna

Fachbereichsleiter Puchert-Blöbaum berichtete, dass am Tag der Ausschusssitzung ein Drittel der Kellerdecke gedämmt sei, eine Arbeit, die angesichts der geringen Höhe des Kellers aufwändig sei. Dazu, wann die Halle wieder geöffnet werden könne, könne er keine Aussage machen, sagte Puchert-Blöbaum. Der Schimmelbefall werde geprüft. „Wir wollen nicht auf Zeit spielen“, versicherte Puchert-Blöbaum. Martin Betge (BFL) fragte, ob eine Lüftung wieder eingebaut werden könne.

Das könne man überlegen, räumte Puchert-Blöbaum ein. Erst einmal solle die Halle gedämmt werden. Im zweiten Schritt könne über eine Lüftung nachgedacht werden. Damit würde die Sanierung wesentlich teurer werden. Auf eine weitere Nachfrage sagte der Fachbereichsleiter, dass die Gemeinde selbst die Bauleitung innehabe: „Das machen wir selbst.“

Schreibe einen Kommentar