
Konto ist eingerichtet
Leopoldshöhe (ted). Manfred Burkamp und Gerhard Schemmel sind zuversichtlich. Bis Ende des Jahres werden sie die etwa 11.000 Euro für die Umsetzung des historischen Grenzsteines in Asemissen zusammenhaben. Die Bürgerstiftung stellt dafür ein Konto zur Verfügung.
Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt der recht mächtige Grenzstein an, wo Lippe endet und Preußen beginnt. Damals waren Preußen und Lippe selbstständige Staaten. Rund 200 Jahre später ist der Grenzstein nur noch eine Erinnerung daran. In dieser Zeit hat der Stein mehrfach seine Position geändert, zuletzt 2017.
Damals wollte der damalige Verkehrsminister Hendrik Wüst eine repräsentative Kulisse für den ersten, symbolischen Spatenstich des Neubaus der Trasse für die B66 haben. Der Stein stand den Bauarbeiten ohnehin im Wege. Der Landesbetrieb Straßen.NRW versetzte den Stein vom Rand des ehemaligen Radweges an den Wendehammer der Rollkrugsiedlung in Bielefeld.
Damals, so erinnert sich Manfred Burkamp, habe er geglaubt, dass der Standortwechsel vorübergehend sei. Burkamp war als damaliger stellvertretender Bürgermeister beim ersten Spatenstich dabei. Es habe wohl Gespräche darüber gegeben, den Stein nach den Bauarbeiten wieder zu versetzten, erinnert sich Gerhard Schemmel, damals hauptamtlicher Bürgermeister Leopoldshöhes. „Wir haben das wohl nicht gut genug festgeschrieben“, sagt Schemmel.
Mit der weitgehenden Fertigstellung der neuen Trasse der B66 ist Manfred Burkamp wieder aktiv geworden. Er möchten den Grenzstein, der jetzt eingeengt zwischen einer schmucklosen Lärmschutzwand und einem Schutzzaun für einen Brunnen steht, sichtbarer machen. Der Stein soll an den neuen Radweg wandern und in der Nähe der Hofes Hansing seinen Standort bekommen.
Nach vielen Versuchen, die verschiedenen Behörden einschließlich der Gemeindeverwaltung vom Standortwechseln zu überzeugen, wandte sich Burkamp an den Petitionsausschuss des Landtages. Der fand eine salomonische Lösung: Die Bezirksregierung als Denkmalbehörde solle dem Standortwechsel zustimmen, wenn die Gemeinde Leopoldshöhe dem ebenfalls zustimmt und die Finanzierung übernimmt.

Der Gemeinderat stimmte dem in seiner jüngsten Sitzung zu, mit der Einschränkung, dass die Gemeinde die Kosten angesichts der angespannten Haushaltslage nicht übernehmen werde. Burkamp solle bis Ende des Jahres die nötigen 11.000 Euro zusammenbringen. Die Gemeinde weigerte sich zugleich, ein Konto für die zu erwartenden Spenden anzugeben.
Aus steuerlichen Gründen wollte Burkamp die Spenden nicht auf einem Privatkonto sammeln. Er kam ins Gespräch mit den Verantwortlichen der Bürgerstiftung. Die stimmte der Idee zu, für Burkamp den Betrag zu sammeln und zu verwalten. Sobald der Stein versetzt ist, bekommt die Gemeinde die Kosten erstattet.
Burkamp und Schemmel sind optimistisch, dass der Betrag schnell zusammenkommt. Ob es schon Zusagen gibt, wollten die beiden nicht bestätigen, stritten das aber auch nicht ab. „Der Grenzstein ist ein sichtbares Stück unserer lokalen Geschichte“, sagten Dirk Cychun und Gerhard Schemmel von der Bürgerstiftung. „Es wäre ein großer Gewinn für unsere Gemeinde, ihn wieder an seinem ursprünglichen Platz zeigen zu können.“ Sie hoffen auf eine breite Unterstützung aus der Bürgerschaft.
Spenden sind ab sofort möglich auf das Konto der Bürgerstiftung Leopoldshöhe, IBAN DE88 4825 0110 0005 1515 19, Verwendungszweck „Spende historischer Grenzstein B66“. Wer möchte, kann von der Bürgerstiftung eine Spendenbescheinigung erhalten.



