Die Remise steht

Zimmerer, die Mitglieder der Dienstagsgruppe und der Vorstand des Heimatvereins feierten das Richtfest für die neue Remise auf dem Heimathof. Foto: Thomas Dohna
Zimmerer, die Mitglieder der Dienstagsgruppe und der Vorstand des Heimatvereins feierten das Richtfest für die neue Remise auf dem Heimathof. Foto: Thomas Dohna

Heimatverein feiert Richtfest

Leopoldshöhe (ted). Helmut Depping ist voller Hoffnung. Im August feiert der Heimatverein sein 50-jähriges Bestehen. Dann soll die neue Remise auf dem Heimathof fertig sein. Jetzt feierte der Heimatverein Leopoldshöhe das Richtfest für das neue Gebäude.

Seit vielen Jahren sammeln die Mitglieder des Heimatvereins landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge. Das meiste davon ist im Heimatmuseum im ehemaligen Haupthaus des Eickmeierschen Hofes untergebracht. Unter dem Dach stehen die mittelgroßen Maschinen und Geräte aus der Zeit der frühen Mechanisierung der Landwirtschaft. In der Mitte sind die Lebensgegebenheiten der Menschen im frühen und mittleren 20. Jahrhundert nachgestellt.

Unten, auf Ebene der Deele ist eine großer Sammlung von Werkzeugen verschiedener Gewerke und des landwirtschaftlich-häuslichen Lebens zu finden. Frühe Waschmaschinen zum Beispiel, aber auch Schuster-Werkzeug, Wannen, Messer und Fleischwölfe, wie sie bei den jährlichen Hausschlachtungen auf den großen und kleinen Hofstellen in Leopoldshöhe gebraucht wurden.

Draußen auf dem Platz vor dem Gebäude stehen Geräte und Maschinen, die zu groß sind, um im Gebäude unterzukommen. Sie sind dem Wetter ausgesetzt und müssen von den Ehrenamtlichen, namentlich den Museumswarten regelmäßig gereinigt und gewartet werden, damit sie nicht vergehen. Das sollte nicht so weitergehen. Im Heimatverein entwickelte sich die Idee, für diese Geräte ein Dach zu schaffen.

Nach einen ersten Anlauf schien die Idee schon vor der Verwirklichung gestorben zu sein. Nach einem Blick in die Unterlagen teilte die Gemeindeverwaltung mit, dass dort, wo die Remise aufgestellt werden sollte, sich eine öffentliche Grünfläche befände. Deswegen könne dort nicht gebaut werden. Die Aktiven des Heimatvereins wunderten sich. Denn die kannten die Flächen nicht anders als eine ehemalige Mistplatte aus Beton.

Ein Jahr rührte sich die Leopoldshöher Verwaltung nicht. Dann schritt der damalige stellvertretende Bürgermeister Andreas Brinkmann ein. Er kümmerte sich um Bauunterlagen für die Baugenehmigung und stellte Kontakte zum Kreis als Baugenehmigungsbehörde her. Die sah in dem Vorhaben kein Problem. Die Untere Naturschutzbehörde legte sich allerdings zunächst quer.

Brigitte Scheuer vom Lippischen Heimatbund schaltete sich ein. Die ehemalige technische Beigeordnete der Stadt Lemgo setzte sich ans Telefon und damit Hebel in Bewegung. Schnell war klar, dass der Kreis auch ohne die Gemeinde über den Bauantrag entscheiden wollte. Von dort kam auch der Vorschlag, die Remise größer zu bauen als zunächst geplant, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Die Untere Naturschutzbehörde gab ihren Widerstand auf.

Der Heimatverein nahm zur Finanzierung der Remise Kontakt zur NRW-Stiftung auf, die gern und mit reichlich Geld ehrenamtliche Initiativen im Land unterstützt. Von dort kann die Zusage für 20.000 Euro Zuschuss. Schon vorher hatte sich die Firma Schulz gefunden, die die Planung der Remise kostenlos übernahm. Die Zimmerer des Unternehmens haben dann die Bauteile des Gebäudes gefertigt und zusammen mit den Mitgliedern der Dienstagsgruppe des Heimatvereins gestrichen.

Für den Bau haben sich die Zimmerer zum Teil historischer Techniken bedient. So konnten die Auszubildenden und jungen Gesellen die Verbindungen zwischen den Bauteilen erstmals mit Holznägeln erstellen, eine Bauweise, die heute nur noch bei der Restaurierung historischer Fachwerkhäuser angewendet wird.

Ein Spruch des Zimmerer hoch von Giebel, ein Richtstrauß obenauf, ein ausgetrunkenes, aber nicht zerbrochenes Schnapsglas später war das Richtfest begonnen. Mit Bratwurst, Kartoffel- und Nudelsalat stärkten sich die Festgäste. Jetzt muss noch der Dachdecker kommen und der Boden gepflastert werden, bevor die Geräte eine neue Unterkunft bekommen. An die Giebelseite der Remise kommt eine Fachwerkwand, in der verschiedene Arten der Gefachfüllungen gezeigt werden. Damit gelernt werden kann, wie das früher so war, meint der Heimatvereinsvorsitzende Depping.

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