
Vier Tage Helpuper Dorffest
Helpup (ted). Rund 500 Aktive, mehrere tausend Zuschauer am Straßenrad, großartiger Sonnenschein und ein auf die Zeit gesehen rekordverdächtig langer Umzug. Das war der Helpuper Dorffest-Sonntag, der von einem eindrucksvollen Lauf-Freitag eingeläutet, und fröhlichem Samstags- und Sonntagstreiben auf dem Festplatz umrahmt war.
Besser hätten es die Aktiven des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Helpup nicht treffen können. Nach langwierigen Überlegungen zu einem Sicherheitskonzept, das Anhänger wie Zugmaschinen umfasste, gingen die 25 Gespanne auf die Fahrt durchs Dorf.
Jedes zweite Jahr, im Wechsel mit dem Nienhagener Schützenfest in Leopoldshöhe, veranstaltet der VVV das Dorffest. Es war 1960 als Erinnerung an die Gründung des Dorfes 1957 begonnen worden und hat sich seitdem tapfer gehalten. Schon damals war der Umzug mit Festwagen zentraler Bestandteil des Dorffestes.
Der Dorffestplatz oben an der Jahnstraße ist das Feierzentrum. Hier stehen Buden und die „Raupe“, ein großes Festzelt auch. Hier war auch der Start zum Helpuper Dorffestlauf, beginnend mit den Bambini (zwei bis fünf Jahre, 200 Meter, 79 Läuferinnen und Läufer), den Kindern (sechs und sieben Jahre, 400 Meter 71), den Schülern (acht bis elf Jahre, 2,5 Kilometer, 135), dem Walking-Wettbewerb (46) über fünf Kilometer und den Königsklassen fünf (284) und zehn Kilometer (125).

Sieger beim Fünf-Kilometer-Lauf ist bei den Männern Tim Zarges (TriTeam TG Lage) mit 15:46 Minuten, bei den Frauen Antonia Könecke von der SG Teutoburger Wald mit 20:25 Minuten. Beim Zehn-Kilometer-Lauf ging Jens Hiermayr mit 35:58 durchs Ziel, beim Fünf-Kilometer-Lauf war er mit 17:01 Minuten Zweiter. Josephine Sievert von der Bielefelder TG siegte bei den Frauen mit 45:22 Minuten.

Der sportliche Wettbewerb ist das eine, der zum Umzug das andere. Der „Max“ ist zu vergeben, eine undotierte Auszeichnung für den am besten bewerteten Auftritt einer Gruppe. Dabei vergeben alle teilnehmenden Gruppen Stimmen. Nur die eigene Kreation darf nicht beurteilt werden.

Zuvor geht es durch das Dorf die Bahnhofstraße hinunter und nach einer Kehre durchs untere Dorf wieder hinauf. Am Straßenrand haben sich Tausende versammelt, darunter viele Leopoldshöher. Sie haben Sonnenschirme und Sitzgelegenheiten sowie feste und flüssige Verpflegung mitgebracht. Gastronomen bieten Speisen, Getränke und Musik an. Viele Menschen sitzen in den Vorgärten, vorzugsweise im Schatten.

Dann kommt der Zug, angeführt vor einem Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr. Der Vorstand des VVV hat das erste Fahrzeug besetzt. Die Anwohner des Buchenweges sind unter dem Motto „Diesmal, hurra, hurra, sind wir wieder dabei“ unterwegs. Das Thema Monopoly gibt es zweimal, immer geht es ums Geld. „Gemeinsam kommen wir ins Ziel“ hat sich die Festwagengemeinschaft „Bahnhofstraße Mitte“ zum Motto gesetzt.

Die Menschen aus der Blumen- und der Rosenstraße sind mit zwei Wagen dabei. Unter dem Motto „Abtauchen statt Alltag“, in Kostüm und Festwagen umgesetzt, werben sie für die Unterwasserwelt. Die „Hupfdohlen“, verkleidet als Quallen zeigen „die Perle Helpup“.

Ein großes Thema ist das Sicherheitskonzept. Die „Schützen Security“ ist mit Absperrband und in Uniform unterwegs. Die Korbballerinnen des TuS Helpup schwärmen mit roten Herzen für die genehmigungsfreie Liebe. Die Dorfgemeinschaft Mackenbruch, wo alles vor rund 70 Jahren begann, hatte die Schafe entdeckt und „mähte“ sich in schwarzen Unterkleidern gespickt mit weißen Wattebäuschen und schwarzen Gesichtern als Schafherde durchs Dorf. Der Saloon des Kegelclubs „Keine Ahnung“ fand genauso Aufmerksamkeit wie die Golden Oldies in ihren goldfarbenen Anzügen.

Dass Bademeister fehlen und das Sporthaus auf seine Verwirklichung wartet, waren weitere Themen. Der Umzug endete nach drei Stunden und zehn Minuten.

Den „Max“ gewann am Ende die Festwagengemeinschaft „Bielefelder Berg und Freunde“ mit ihrem Thema „Super Mario – ab ins nächste Level“.




