
Vorwurf von Pflichtverletzungen
Detmold (ted). Die Gesellschafterversammlung des Klinikums Lippe hat die Medizinische Geschäftsführerin Dorothee Bremerich mit sofortiger Wirkung abberufen. Das teilte der Kreis Lippe am Mittwoch, 3. Juni 2026, mit.
Medienberichten zufolge wirft die Arbeitgeberseite der 62-Jährigen 13 Pflichtverletzungen vor. Dazu zählen demnach Verstöße gegen die Geschäftsordnung, gegen Datenschutzbestimmungen und gegen Beteiligungsrechte des Betriebsrats. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung hätten die fristlose Kündigung einstimmig beschlossen. Zu einzelnen Vorwürfen äußerte sich der Kreis nicht nicht.
Bremerich habe die Punkte in ihrer Stellungnahme nicht entkräften können, heißt es. Ein zuvor angestrebter Auflösungsvertrag sei nicht zustande gekommen. Die Gremien hätten handeln müssen, um Fristen einzuhalten. Eine Probezeit war bei ihrer Einstellung nicht vereinbart worden.
Bremerich hatte ihre Tätigkeit Anfang des Jahres aufgenommen. Ihre Berufung erfolgte noch unter dem damaligen Klinikum-Aufsichtsratsvorsitzenden Axel Lehmann.
Die Position der Medizinischen Geschäftsführung soll vorerst nicht neu ausgeschrieben werden. Die leitenden Chefärzte übernehmen die Aufgaben vorübergehend gemeinsam. Auch ein Sprecher der Geschäftsführung wurde nicht benannt.
Der Kreis betont, dass die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten des Klinikums Lippe sowie der Betrieb des Hauses nicht beeinträchtigt sind. Alle laufenden Projekte und Entwicklungsprozesse würden unverändert fortgeführt.
Parallel beschlossen die Gremien, die Stelle des Kaufmännischen Geschäftsführers unter Einbindung einer Personalberatung auszuschreiben. Ob sich Interims-Geschäftsführer Niklas Cruse bewirbt, ist offen. Cruse ist über die Hospital Management Group als Interimskraft eingesetzt.



