Gutachten für die Kitas

Kita Greste. Archivfoto: Thomas Dohna
Kita Greste. Archivfoto: Thomas Dohna

Mangelhafte Bauunterhaltung festgestellt

Leopoldshöhe (ted). In ihrer nächsten Sitzung beschäftigen sich die Mitglieder des Betriebsausschusses Gemeindebetriebe (BAG) mit dem baulichen Zustand der kommunalen Kindertagesstätten. Vor allem bei einer Kita besteht erheblicher Sanierungsbedarf.

Seit einiger Zeit diskutieren Politik, Verwaltung, Eltern und die Mitarbeiter der kommunalen Kindertagesstätten über die Zukunft dieser Kindertagestätten. Vor einigen Monaten hat die Verwaltung einen Sachverständigen beauftragt, den baulichen Zustand der kommunalen Einrichtungen zu untersuchen. Bei allen Kitas weist er Fehler bei der baulichen Unterhaltung durch die Gemeindeverwaltung nach, besonders viele bei der Kindertagesstätte Greste.

Der Gutachter hat sich ausschließlich den Zustand der Gebäude innen und außen angesehen. Er hat nach eigenen Angaben weder Bauteile geöffnet noch die Angaben der Gemeindeverwaltung überprüft. „Die Angaben der Teilnehmer am Ortstermin werden für die Erstellung des Protokolls als richtig unterstellt“, heißt es stets.

Der Gutachter verweist bei Beginn seiner Feststellungen auf eine Tabelle des Informationsportals Nachhaltiges Bauen des Bundesbauministeriums. In der Tabelle sind aufgrund von Erfahrungswerten und fachlichen Beurteilungen Nutzungsdauern für Gebäudebauteile angegeben. Wir haben die Tabelle verlinkt.

So werden für beispielsweise Fundamente, Außenwände, Standardtüren, Fenster und die meisten erdberührenden Dämmungen technische Nutzungsdauern von mindestens 50 Jahren angeben, immer unter der Voraussetzung, dass diese Bauteile fachgerecht eingebaut sind und instandgehalten werden. Hier sieht der Gutachter bei allen Kita-Gebäuden Mängel.

Bei allen Gebäuden berichtet der Gutachter über erdberührte Gebäudeabdichtungen. Deren Lebensdauer betrage etwa 40 Jahre. Er vermutet rund um die Gebäude Dränrohre aus Ton, die etwa 20 bis 30 Jahren halten. Bei allen Gebäuden stellt er fest, dass die Lebensdauern der Abdichtungen und der Rohe überschritten seien.  Daher müsse langfristig mit „Feuchteinwirkungen in den Sockelbereichen” gerechnet werden.

Bei der Kita Greste hat der Gutachter erneuerte Gebäudeabdichtungen gefunden. Deren Ausführung sei mangelhaft. Die Dämmung sei im Erdreich mit der Abdichtung verklebt. Dränspülschächte der Dränanlage fehlen nach Angaben des Gutachters.

Ebenfalls für alle Gebäude stellt der Gutachter fehlende Entwässerungspläne fest. Er vermutet, dass die Grundleitungen noch aus Steinzeugrohren bestehen. Für die empfiehlt er Dichtheitsprüfungen und – sollten die Rohre undicht sein – Sanierungen. Der Gutachter stellt außerdem fest, dass Trinkwasseranlagen in allen Einrichtungen nicht mehr dem aktuellen technischen Stand entsprechen.

In der Kita Greste und in der Kita Asemissen hat der Gutachter Schimmelbefall festgestellt. In Asemissen fand er Schimmel in einem Technikraum. In Greste fand der Gutachter Schimmel in den von der Kita ungenutzten Teilen des Kellergeschosses. In beiden Fällen ist Feuchtigkeit die Ursache. Ein von der Gemeinde beauftragtes Labor hat die Belastung untersucht und in beiden Fällen keine Sporen gefunden, die eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Immer wieder fand der Gutachter technisch unzureichend eingebaute und deswegen undichte Fenster und Türen, scharfe Kanten, Wärmebrücken, Risse in Putzen und ungedämmte Kellerdecken.

Bei der Kita „Greste“ stellt der Gutachter ein technisch mangelhaft verbautes Wärmedämmverbundsystem fest, sowohl im Bereich des Sockels als auch an den Fassaden. Er bemängelt eine fehlende Unterspannbahn im Dach. Er empfiehlt unter anderem die Überprüfung der Elektrik und der Ölheizung sowie die Entfernung nicht mehr genutzter Sanitärräume.  

Der Gutachter gibt auch Einschätzungen zur Restnutzungsdauer der Gebäude. Bei den Anfang der 1970er Jahre gebauten Kitas „Kleine Strolche“ in Leopoldshöhe, „Spatzennest“ in Asemissen und der 1977 gebauten Kita „Regenbogenkinderland“ in Schuckenbaum geht er von 40 bis 50 Jahren aus. Bei der Kita „Greste“ setzt der Gutachter 20 bis 25 Jahre an. Das Gebäude ist um 1956/57 gebaut worden und diente zunächst als Schule für den Ortsteil Greste. Offenbar geht der Gutachter von einer Nutzungsdauer von rund 100 Jahren für die Gebäude der Kindertagesstätten aus. Die Immobilien-Wert-Verordnung des Bundes geht von einer Nutzungszeit von 50 Jahren für solche Gebäude aus.

Für die Beseitigung der Mängel am Gebäude der Kita „Greste“ schätzt der Gutachter Kosten von 700.000 Euro. Die Mängel am Gebäude der Kita „Regenbogenkinderland“ seien für 300.00 bis 400.000 Euro zu beseitigen. Für die Kita „Spatzennest“ und die Kita „Kleine Strolche“ schlägt der Gutachter je 200.000 bis 250.000 Euro an.

Die Kitas „Regenbogenkinderland“, „Kleine Strolche“ und „Spatzennest“ seien angesichts der erwarteten Lebensdauern der Gebäude wirtschaftlich zu sanieren. Das sieht er bei der Kita Greste anders.

Die Sitzung des BAG ist öffentlich. Sie findet am Dienstag, 23. Juni 2026, 18 Uhr im Saal des Rathauses, Kirchweg 1, statt. Im Tagesordnungspunkt Anfragen und Mitteilungen können Einwohner Leopoldshöhes mündliche Fragen an Politik und Verwaltung stellen.

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