„Die Öffentlichkeit hat Anspruch auf die ganze Wahrheit“

Kita Greste. Archivfoto: Thomas Dohna
Kita Greste. Archivfoto: Thomas Dohna

Die Initiative der kommunalen Kitas kritisiert selektive Darstellung der Gutachten

Debattenbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder.

Mareike Loges und Tobias Schilling sind Sprecher der Initiative der kommunalen Kitas

Die Initiative der kommunalen Kitas und der Förderverein der Kita Greste üben deutliche Kritik an der jüngsten Berichterstattung sowie am Umgang der Gemeindeverwaltung mit den vorliegenden Gutachten zu den kommunalen Kindertagesstätten. Nach Auffassung der Initiative entsteht durch die bisherige Darstellung ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Situation, weil wichtige Fakten und weitere Untersuchungsergebnisse nicht berücksichtigt werden.

Besonders problematisch ist aus Sicht des Fördervereins, dass die veröffentlichten Aussagen den Eindruck erwecken, es handele sich bei den vorliegenden Gutachten um umfassende technische Untersuchungen mit belastbaren Analysen. Tatsächlich wurden jedoch keine Materialproben entnommen, keine Laboruntersuchungen durchgeführt und keine weitergehenden bautechnischen Analysen vorgenommen. Es handelt sich vielmehr um reine Besichtigungsgutachten, die auf einer visuellen Einschätzung beruhen.

Ein Beispiel dafür ist die wiederholt angeführte Problematik in den Kellerräumen beziehungsweise den ehemaligen Duschkabinen des Fußballvereins Greste. Nachdem der erste Gutachter dort durch bloße Sichtung den Verdacht auf Schimmel geäußert hatte, wurde ein weiteres Gutachten eingeholt. Dieses kam zu einem anderen Ergebnis: Es handelte sich nicht um Schimmel, sondern um Stockflecken. Die betroffenen Stellen wurden anschließend durch einen Fachmann der Gemeinde Leopoldshöhe fachgerecht behandelt und beseitigt. Eine Bestätigung dieser Arbeiten liegt dem Förderverein der Kita Greste vor.

Umso unverständlicher ist für den Förderverein, dass diese Erkenntnisse in der öffentlichen Diskussion offenbar kaum oder gar keine Rolle spielen. Stattdessen werden einzelne Aussagen herausgegriffen, während weitere Gutachten und ergänzende Bewertungen der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Wer nur einen Teil der Fakten präsentiert, schafft kein Vertrauen, sondern nährt Zweifel an der Objektivität des Vorgehens.

Der Förderverein zeigt sich daher schockiert über die einseitige Darstellung der Situation und den Umgang der Verwaltung mit den vorliegenden Informationen. Insbesondere mit Blick auf die Kita Greste drängt sich zunehmend die Frage auf, ob hier sachliche Erwägungen tatsächlich im Vordergrund stehen. Das Engagement zahlreicher Eltern für den Erhalt und die Weiterentwicklung der kommunalen Kita-Strukturen scheint von Teilen der Verwaltung – und insbesondere vom Bürgermeister – eher als Störung, denn als konstruktiver Beitrag wahrgenommen zu werden.

Viele Eltern erinnern sich noch gut daran, wie intensiv sie sich in den vergangenen Monaten für ihre Einrichtungen eingesetzt haben. Dass nun ausgerechnet bei der Bewertung der Kita Greste wesentliche Informationen nicht transparent kommuniziert werden, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Es entsteht der Eindruck, dass unbequeme Stimmen aus der Elternschaft bis heute nachwirken und eine sachliche Auseinandersetzung erschweren.

Die Elterninitiative der kommunalen Kitas fordert deshalb eine vollständige Offenlegung sämtlicher Gutachten, Stellungnahmen und ergänzender Bewertungen. Wer politische Entscheidungen mit Gutachten begründet, muss auch bereit sein, alle Gutachten offenzulegen. Transparenz bedeutet nicht, einzelne Passagen zu veröffentlichen, die die eigene Position stützen. Transparenz bedeutet, der Öffentlichkeit die vollständige Grundlage für eine eigene Bewertung zur Verfügung zu stellen.

Die Eltern, die Beschäftigten und nicht zuletzt die Kinder haben ein Recht auf eine ehrliche, ausgewogene und faktenbasierte Diskussion. Pauschale Bewertungen, verkürzte Darstellungen und selektive Informationspolitik helfen niemandem. Was jetzt gebraucht wird, ist keine weitere Zuspitzung, sondern vollständige Transparenz, nachvollziehbare Fakten und eine offene Debatte über die Zukunft der kommunalen Kindertagesstätten in Leopoldshöhe.

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