
Der würde mehr als sieben Millionen Euro kosten
Schuckenbaum (ted). Ein Baustopp für das neue Wohngebiet Brunsheide würde die Gemeinde mehr als sieben Millionen Euro kosten. Das teilte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses Eigenbetriebe mit.
Sie hatte für die Sitzung eine längere Präsentation der Geschichte und der Kosten des Baugebietes vorgestellt. Die Verwaltung verglich darin das neue Baugebiet mit bereits entstandenen Wohngebieten. Sie stellte die Schritte und Ziele der Planung vor. Sie ging auch auf Anträge ein, die eine Umplanung des Baugebietes fordern.
In den vergangenen Wochen hatte eine Finanzierungsübersicht zum Baugebiet Brunsheide für Aufsehen gesorgt. Die Verwaltung hatte einen Fehlbetrag von 4,4 Millionen verkündet. Die Leopoldshöher Nachrichten rechneten nach und kamen auf ein Defizit von 9,6 Millionen Euro, eine Zahl, die inzwischen auch von der Verwaltung übernommen worden ist. Inzwischen gibt die Verwaltung ein Defizit von gut sieben Millionen Euro an. Bessere Ausschreibungsergebnisse hätten für diese Einsparung gesorgt.
Zu Beginn der Planungen stand ein Beschluss des Gemeinderates im Jahr 2019. Es solle ein Leuchtturmprojekt werden, hieß es in der Debatte um die Abstimmung. Der Rat beschloss einen Städtebaulichen Wettbewerb, um Vorschläge für die Gestaltung des Wohngebietes zu bekommen. Die Verwaltung lobt das als innovative und zukunftsorientierte Herangehensweise.
Politik und Verwaltung hätten den gesamten Prozess gemeinsam erarbeitet. Es gab Arbeitskreise mit allen Beteiligten, Bürgerumfragen und Datenauswertungen. Alle Planungsabschnitte und -stände sowie die Kosten seien im Betriebsausschuss und im Gemeinderat vorgestellt und abgestimmt worden.
Die Fachunterlagen und Informationen seien im Ratsinformationssystem umfassend abrufbar. Die Erschließung liege deutlich unter dem veranschlagten Kostenrahmen und ebenfalls unter den letzten Schätzungen. „Ein Baustopp würde das ändern“, sagt die Verwaltung. Auch die Stadtwerke, die Telekom und die Deutsche Glasfaser wären von einem Richtungswechsel betroffen.
Mit der Brunsheide solle ein innovatives, zukunftsfähiges Klimaquartier für alle Altersgruppen, für beeinträchtigte Menschen, für alle Wohnformen und Geldbeutel entstehen.
Die Verwaltung vergleicht die Brunsheide mit anderen Wohngebieten in Leopoldshöhe. So sei das Wohngebiet Waldstraße in drei Bauabschnitten auf etwa acht Hektar Fläche entstanden. Für die 5,5 Hektar große Brunsheide seien zwei Bauabschnitte geplant.
Im Gebiet Waldstraße seien 110 Häuser entstanden. In der Brunsheide sollen 80 bis 90 Häuser gebaut werden.
Die in der Brunsheide geplanten Wasserflächen würden nicht mit Trinkwasser gespeist, sondern mit Regenwasser aus den unterirdischen Sammlern. Das Wasserbecken habe rund 126 Kubikmeter Fassungsvermögen. Bei der Annahme, dass bei zehn Prozent der 5.000 Leopoldshöher Häuser je ein Pool mit zehn Kubikmetern Fassungsvermögen existiert, würden dort 5.000 Kubikmeter Trinkwasser genutzt. „Durch private Pools wird mehr Trinkwasser verbraucht als die Wasserfläche als Bedarf hätte“,sagt die Verwaltung.
Der für das Wohngebiet vorgesehene Grünzug sei Teil des Entwässerungskonzeptes. Der liege genau dort, wo sich das Wasser ohnehin sammele. Viele Flächen im Grünzug seien multifunktional. Zugleich übernehme der Grünzug den Schutz bei Starkregenereignissen.
Die oberirdischen Entwässerungsmulden seien für alle Altersgruppen erlebbar. Sie seien auch für das Mikroklima eine Bereicherung. Der Grünstreifen sei ein großer Beitrag zur Wasserbilanz. Damit würden gesetzliche Vorgaben erfüllt, die zukünftig erfüllt werden müssten.
Bei der Erschließung der Brunsheide habe die Gemeinde in den Ausschreibungen gegenüber den Planzahlen 2,8 Millionen Euro eingespart, rechnet die Verwaltung vor.
Mit einem endgültigen Baustopp würden schon verbaute Kosten in Höhe von gut sieben Millionen Euro verloren gehen. Außerdem würden die schon gebauten Speicheranlagen unbrauchbar. Alle Förderzusagen würden aufgelöst. Das gesamte Areal müsste abgesperrt werden. Die Verwaltung rät von einem Baustopp ab.
Einige Ziele würden erreicht. So würden 31 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert sein. Die Mieten seien auf 6,65 Euro und 7,70 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Es werde seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen sowie Wohnungen für alle Generationen und Lebensformen geben.
Es würden etwa 240 Wohneinheiten geschaffen. Es werde sich ein Kaskadeneffekt einstellen, sobald Leopoldshöher in die Brunsheide umziehen und in anderen Ortsteilen Häuser oder Wohnungen freimachen.
Die Verwaltung rät von Umplanungen innerhalb des Baugebietes ab, weil damit Ziele wie bezahlbarer Wohnraum gefährdet würden. Bei den schon erfolgten Vergaben könnten Kosten auf die Gemeinde zukommen. Änderungen könnten im zweiten Bauabschnitte erfolgen, ebenfalls mit Kosten für die Gemeinde.




