
Langjähriger Leiter der Leopoldshöher Feuerwehr
Leopoldshöhe (ted). Der langjährige Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldshöhe Gerhard Elbrächter ist an den Folgen eines häuslichen Unfalls verstorben. Elbrächter gehörte der Feuerwehr seit 1967 an und war zuletzt Mitglied der Ehrenabteilung. Elbrächter wurde 82 Jahre alt.
Elbrächter trat 1967 in die Freiwillige Feuerwehr Leopoldshöhe Löschzug Schuckenbaum ein. Damals gab es neben diesem Löschzug noch den Löschzug Greste, deren ehemaliger und letzter Leiter Günter Kerakisch ebenfalls jüngst verstorben ist, im Alter von 91 Jahren.
Gerhard Elbrächter galt als umtriebig und als Organisationstalent. 1974 gründete er die Jugendfeuerwehr Schuckenbaum und wurde als Jugendfeuerwehrwart deren erster Leiter. Elbrächter berichtete vor einigen Jahren, dass er der Erste im Kreis Lippe gewesen sei, der am Institut der Feuerwehr in Münster an Atemschutzgeräten eingewiesen worden sei. Er gab sein Wissen in Lehrgängen auch auf Kreisebene weiter. Elbrächter drängte darauf, dass mehr Lipper nach Münster gehen und diese Lehrgänge absolvieren sollten. Heute gibt es fast keinen Brand mehr, bei dem Feuerwehrleute nicht unter Atemschutz vorgehen.
Elbrächter absolvierte Führungslehrgänge. 1989 ernannte ihn die Gemeinde zum stellvertretenden Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldshöhe. Die Löschzüge Greste und Schuckenbaum waren 1986 in die damals neue Feuerwache am Schuckenteichweg umgezogen. 1991 trat Elbrächter die Nachfolge des damaligen Leiters der Feuerwehr Gustav Köster an.
Elbrächter hatte die Aufgabe, die beiden Löschzüge zu einer schlagkräftigen Feuerwehr zusammenzuführen und diese neue Wehr modern auszustatten. Zugute kam ihm, dem überzeugten Sozialdemokraten, dass er Mitglied der langjährigen Leopoldshöher Mehrheitspartei SPD war, dennoch aber keinem Konflikt zugunsten “seiner” Feuerwehr aus dem Weg ging.
Die Wehrleute schätzten seinen Einsatz für “seine” Leute. “Er hat sich um jeden gekümmert”, heißt es aus der Wehr. Zugleich war er unnachgiebig, wenn es um Fehlverhalten ging. Elbrächter übte das Amt des Leiters der Feuerwehr bis 2003 aus, dem Jahr, in dem er 60 Jahre alt wurde und den damaligen Regeln folgend in den Feuerwehr-Ruhestand trat. Heute liegt die Altersgrenze beim gesetzlichen Rentenalter von 67 Jahren. Elbrächter trat in die Ehrenabteilung über, deren Sprecher er von 2016 bis 2024 war.
Neben der Feuerwehr engagierte sich Elbrächter für den Radsport. Viele Jahre war er im RG-Zugvogel Bielefeld aktiv, 2020 wechselte er zum PSV Stukenbrock -Senne. In beiden Vereinen packte er aktiv mit an. In den vergangenen Jahren beteiligte sich Elbrächter auch als Tourenleiter am Stadtradeln der Gemeinde Leopoldshöhe. Noch im vergangenen Jahr legte Elbrächter als ältester Teilnehmer das Deutsche Sportabzeichen ab. Elbrächter war gelernter Schlosser und bis zu seinem Ruhestand als Handelsvertreter tätig.




