
Ausschuss berät über die Brunsheide
Leopoldshöhe (ted). Die Vermarktung der Brunsheide soll beginnen. Dazu soll der Betriebsausschuss Gemeindebetriebe in der kommenden Woche die sogenannte Konzeptvergabe beschließen. Die sieht einige Änderungen zum ursprünglichen Entwurf vor.
Die Konzeptvergabe bezieht sich auf sieben Bereiche des neuen Wohngebietes, Lose genannt. Das erste Los betrifft die geplante Quartiersgarage an Wagentronsweg. Die soll an einen Investor vergeben werden. Sollte sich niemand finden, die mit 4,4 Millionen Euro kalkulierte Garage zu bauen, will die Gemeinde einspringen. Sie hofft, die Kosten durch den Verkauf der Stellplätze an die Investoren refinanzieren zu können, wie es in der Vorlage für den Ausschuss heißt. Kosten pro Platz: 25.000 Euro. Die Verwaltung weist auf die Kosten für Plätze in Tiefgaragen hin: bis 40.000 Euro.
Die Gemeinde will Mindestverkaufspreise von 341 Euro pro Quadratmeter für Einfamilienhäuser und 440 Euro für Mehrfamilienhäuser verlangen und begründet das mit den aufgelaufenen Kosten und der besonderen Qualität des Wohnquartiers.
In einer Kosten- und Finanzierungsübersicht stellt die Gemeinde ein Defizit von 7,2 Millionen Euro fest. Die Erschließungskosten setzt sie dabei um etwa eine Million Euro geringer an als noch im Februar. Auch die Zinsen für die Zwischenfinanzierung stellt die Gemeinde geringer als im Februar dar. So geht sie jetzt von drei Prozent Zins aus, im Februar waren es 3,5 Prozent. Damit schlagen die Zinsen mit rund 600.000 Euro weniger zu Buche.
Zudem rechnet die Gemeinde mit rund einer Million Euro mehr an Zuschüssen des Landes für die Brunsheide als noch im Februar. Bei den Einnahmen rechnet die Gemeinde mit um 700.000 Euro mehr an Verkaufserlösen. Wie diese Veränderungen zustande kommen, teilt die Gemeinde in der Vorlage für die Ausschussmitglieder nicht mit. Das Defizit soll durch Zuzüge und damit einhergehende zusätzliche Steuereinnahmen langfristig ausgeglichen werden.
Die Lose sollen über einen Wettbewerb vergeben werden. Dabei soll die städtebauliche Qualität der Entwürfe zu 70 Prozent und die gebotenen Preise zu 30 Prozent in die Bewertung einfließen. Das Verfahren soll im Spätherbst 2026 starten und mit einer Jurysitzung im Sommer 2027 und den anschließenden Kaufvertragsverhandlungen abgeschlossen werden.
Anders als im ersten Entwurf vorgesehen, wird die Jury nun auch mit Politikern besetzt werden. Im ersten Vorschlag der Verwaltung waren die Vorsitzenden des Hochbau- und Planungsausschusses sowie des Betriebsausschusses, der Bürgermeister und externe Experten als stimmberechtigte Mitglieder vorgesehen. Nun sollen die Fraktionen gemessen an ihren Sitzen im Gemeinderat Jury-Mitglieder entsenden. Die Grundstücke außerhalb der Lose sollen von der Leopoldshöher Liegenschafts- und Immobilienverwaltung (LIL) nach noch zu erarbeitenden Kriterien vergeben werden.
In der Brunsheide soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, vor allem über öffentlich geförderte Wohnungen. Hier sollen Kriterien verändert werden. Der Verwaltungsvorschlag sieht vor, dass nicht mehr mindestens 31 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert sein müssen, sondern nur noch bis zu 31 Prozent. Diese Wohnungen sollen nicht mehr verteilt über das Wohngebiet entstehen müssen, sondern sollen nun auch zentriert gebaut werden können.
Die Sitzung des Betriebsausschusses Gemeindebetriebe beginnt am Montag, 21. September 2026, um 18 Uhr im Saal des Rathauses. Gegen Ende der Sitzung können Einwohner Leopoldshöhes Fragen stellen.




