Lieber Urne als Sarg

Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz sowie Mitarbeiter der Verwaltung schauen sich die Friedhofskapelle Bexterhagen von Innen an. Foto: Thomas Dohna
Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz sowie Mitarbeiter der Verwaltung schauen sich die Friedhofskapelle Bexterhagen von Innen an. Archivfoto (2023): Thomas Dohna

Wie sich die Friedhöfe verändern

Leopoldshöhe (ted). Die Bestattungskultur in der Gemeinde verändert sich. Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Politik daher mit Veränderungen auf den gemeindlichen Friedhöfen. Ein Gutachten zeigt: Die Friedhöfe sollen kleiner werden.

Im vergangenen Jahr hatte die Politik der Verwaltung den Auftrag erteilt, ein Friedhofskonzept aufstellen zu lassen. Eine Gutachterin stellte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Verkehr und Umwelt erste Überlegungen vor. Auf dem Gebiet der Gemeinde Leopoldshöhe gibt es drei kommunale Friedhöfe, einen kirchlichen und das Waldbegräbnis Eckendorf. Die Gutachterin prognostizierte für ganz Deutschland angesichts der alternden Bevölkerung steigende Sterbezahlen und zugleich einen geringeren Bedarf an Friedhofsflächen. Das habe immer mehr freie Flächen auf Friedhöfen zur Folge. Auf den gemeindlichen Friedhöfen habe es im vergangenen Jahr 143 Bestattungen gegeben, auf dem evangelischen Friedhof 77 und im Waldbegräbnis Eckendorf 349, sagte die Gutachterin.

Sie teilt die Flächen in drei Kategorien ein: Solche, auf denen noch nie bestattet worden ist, solche, auf denen bestattet worden ist, sie aber inzwischen abgeräumt sind und in kleinteilige Flächen zwischen Gräbern.

Auf dem 1955 gegründeten Friedhof Dahlhausen könnten wegen der Bodenverhältnisse nur noch Urnenbestattungen stattfinden. Die Gemeinde hatte in der Vergangenheit Grabreihen in der Fläche rechts von der Friedhofskapelle sanieren lassen. In den Gräbern war trotz langer Liegezeit die Verwesung in Teilen nicht wie erwartet fortgeschritten. Diese Stätten hatten aufwändig saniert und für eine neue Belegung mit ausgetauschtem Boden vorbereitet werden müssen.

Die Gutachterin empfiehlt, die links von der Kapelle liegende Fläche nach und nach für Bestattungen aufzugeben. Die Nutzungszeiten sollten auslaufen und die Gräber, mit Ausnahme der Familiengräber, nicht neu belegt werden. Nach Ablauf aller Liegezeiten sollten die Gräber abgeräumt und die Fläche gärtnerisch gestaltet werden.

Der Friedhof im Ortsteil Leopoldshöhe sei für Sargbestattungen geeignet. Der kommunale Teil sei gut belegt, auf dem evangelischen Teil gebe es viele Lücken. Die Gutachterin regt eine Kooperation der politischen mit der Kirchengemeinde an.

Für den Friedhof Bexterhagen rät die Gutachterin, die noch nicht belegte Erweiterungsfläche aufzugeben. Außerdem hält sie den Erhalt der Friedhofskapelle dort für unwirtschaftlich. Die Preise für deren Nutzung seien nicht marktfähig. Sie stünden im Wettbewerb mit Bestattungsunternehmen.

Der Trend gehe zu pflegefreien Bestattungsformen. Die Gutachterin empfiehlt eine Mischung aus pflegefreien Gräbern in Kombination mit kleinen selbstzupflegenden Flächen.

Auf dem Friedhof Dahlhausen könnten Stolperkanten auf den Wegen beseitigt werden. Die Wege auf dem Friedhof Bexterhagen wüchsen zu, die auf dem Friedhof Leopoldshöhe sehen gut aus. Das fertige Gutachten soll im kommenden Jahr vorliegen.

Schreibe einen Kommentar