Bürgermeister beklagt sich über Kritik

Martin Hoffmann (SPD) tritt bei der Kommunalwahl am 14. September 2025 als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters an. Foto: Thomas Dohna
Martin Hoffmann (SPD) beklagt Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung. Archivfoto: Thomas Dohna

Er sieht Mitarbeiter zu Unrecht angegriffen

Leopoldshöhe (ted). In einer „Stellungnahme zum Umgang mit Beschäftigten der Gemeinde Leopoldshöhe“ beklagt sich Bürgermeister Martin Hoffmann über den öffentlichen Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung.  

In jüngerer Vergangenheit hätten sich wiederholt Situationen ergeben, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung in sozialen Medien, Leserbriefen oder mündlichen Äußerungen namentlich angegangen, persönlich herabgewürdigt oder zum Gegenstand unangemessener öffentlicher Kritik gemacht worden seien, schreibt Hoffmann. Eine Nachfrage der Leopoldshöher Nachrichten, um welche Situationen es sich handelt, ließ Hoffmann bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien keine gewählten politischen Mandatsträger, sondern Beschäftigte der Verwaltung. Sie handelten im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten, bereiteten Entscheidungen vor, setzten Beschlüsse um und begleiteten politische Prozesse, schreibt Hoffmann. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfüllten ihre Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen und auf Grundlage der geltenden rechtlichen und fachlichen Vorgaben.

Dass Entscheidungen kontrovers diskutiert würden, Abläufe Verbesserungspotenzial hätten und auch Fehler passierten, sei Teil der täglichen Arbeit, räumt Hoffmann ein. Sachliche und respektvolle Kritik sei daher nicht nur legitim, sondern ausdrücklich erwünscht und notwendig. Sie helfe, Entscheidungen zu hinterfragen und die Arbeit der Verwaltung weiterzuentwickeln. Eine Grenze sei jedoch dort erreicht, wo persönlich statt sachlich angegriffen wird und einzelne Beschäftigte namentlich öffentlich herabgewürdigt würden, schreibt Hoffmann

In Leopoldshöhe gebe es zahlreiche Themen, die intensiv und auch emotional diskutiert würden, schreibt Hoffmann. Dass verschiedene Auffassungen darüber bestünden, wie kommunale Kitas in Zukunft gestaltet oder das Baugebiet Brunsheide entwickelt werden solle, sei Ausdruck einer lebendigen Demokratie. „Umso wichtiger ist es, zwischen der kritischen Auseinandersetzung mit einer Sache und dem persönlichen Angriff auf die Menschen , die an ihrer Bearbeitung beteiligt sind, zu unterscheiden“, schreibt Hoffmann.

“Wir stehen ausdrücklich hinter unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir sehen die anspruchsvollen Bedingungen und Spannungsfelder im Arbeitsalltag und erwarten von ihnen eine fachlich fundierte und verantwortungsbewusste Aufgabenerfüllung. Im Gegenzug sehen wir es als unsere Verantwortung an, für ein Arbeitsumfeld einzustehen, in dem unsere Beschäftigten keine Angst haben müssen, wegen ihrer beruflichen Tätigkeit persönlich an den Pranger gestellt oder zum Ziel öffentlicher Angriffe zu werden. Wir erwarten daher, dass Kritik an der Arbeit der Verwaltung sachlich und fair geäußert wird und die persönliche Integrität unserer Beschäftigten gewahrt bleibt”, schreibt Hoffmann.

Diese Erwartung richtet sich Hoffmann zufolge an alle, die sich an kommunalen Debatten beteiligten. Er denkt dabei an politische Mandatsträger sowie Bürgerinnen und Bürger, die sich in sozialen Medien oder Leserbriefen zu Wort melden. Unterschiedliche Meinungen und kontroverse Diskussionen gehörten zur Demokratie. „Entscheidend ist, wie wir miteinander umgehen“, schreibt Hoffmann.

Ein Kommentar

  1. Ich finde es unglaublich, wenn zutrifft, dass Mitarbeiter:innen der Gemeinde persönlich herabgewürdigt und unangemessene kritisiert worden sind. Man kann sich ggf. schwerlich vorstellen, dass Kritik ohne Grund in ein solches Verhalten umschlägt. Deshalb finde ich die Nachfrage der Leopoldshöher Nachrichten richtig, in welchen Situationen das üble Verhalten denn stattgefunden haben soll.
    Ich hoffe, der Bürgermeister liefert die Antwort auf diese Frage noch nach, denn nur so kann man erkennen und bewerten, um was es geht. Allgemeine Aussagen und Forderungen zum Umgang von Menschen miteinander insbesondere in der Demokratie sind sinnvoll, können zur Klärung in diesem Fall aber nicht beitragen.
    Die angefragten Beispiele werden sich vielleicht in Social Media nicht mehr nachweisen lassen, aber auch Leserbriefe wurden als Quelle von Herabwürdigungen und unangemessener Kritik zweimal genannt. Dort sollte man fündig werden, denn Leserbriefe sind normalerweise immer auffindbar auf Papier gedruckt und vor allem namentlich gekennzeichnet. Ich bin gespannt.
    Peter Ueding

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