Sperren für die Kirmes

Für die Kirmes 2019 brauchte es noch kein Sicherheitskonzept. Foto: Thomas Dohna
Für die Kirmes 2019 brauchte es noch kein Sicherheitskonzept. Foto: Thomas Dohna

Leo DG bietet Getränkestand an

Leopoldshöhe (ted). Es gibt wieder eine Herbstkirmes mit Alkoholausschank. Nach Medienberichten hat die Leopoldshöher Dorfgemeinschaft ein Sicherheitskonzept erarbeitet, dass dieses Angebot erlaubt. Die Gemeinde Leopoldshöhe hat demnach Durchfahrtssperren beschafft.

Hintergrund sind Terroranschläge der vergangenen Jahre auf Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen, die mit Fahrzeugen verübt worden sind. Anfang 2025 entschied die Gemeindeverwaltung, dass aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres keine Veranstaltungen auf dem Marktplatz stattfinden dürfen. Vor allem das LeoEvent um Ostern, aber auch der Abendmarkt „Köstlich anders“ und das Generationenfest zum Weltkindertag mussten ausfallen.

Hilfe gab dabei ein Orientierungsrahmen des Landes NRW. Der sei anlässlich der Love-Parade-Katastrophe 2010 in Duisburg erstmals ausgegeben und seitdem immer wieder aktualisiert worden, sagte damals der Sachgebietsleiter Ordnung der Gemeindeverwaltung Frank Sommer. In der letzten Aktualisierung sei eine Ampel-Kategorisierung eingeführt worden. Mit Hilfe dieses Systems werden Veranstaltungen und Veranstaltungsorte in grün, gelb und rot eingestuft.

Das LeoEvent sei in der gelben Kategorie. Die Veranstaltungen „Köstlich anders“, Generationenfest und Adventsmarkt fielen in die grüne Kategorie und benötigten an sich kein Sicherheitskonzept. Allerdings falle der Marktplatz wegen seiner von allen Seiten möglichen Zugänglichkeit in die gelbe Kategorie. Ein Sicherheitskonzept müsse die Durchfahrbarkeit mit Fahrzeugen aller Art berücksichtigen, sagte Sommer damals. Alle Zufahrtsstraßen müssten gesperrt werden.

Jetzt soll die Gemeinde für die Herbstkirmes auf dem Leopoldshöher Marktplatz von Freitag, 23., bis Sonntag, 25. Oktober 2026, Durchfahrtsperren angeschafft haben. „Eine Entwicklung, die nach den heftigen Absagediskussionen der vergangen anderthalb Jahre wieder Hoffnung auf größere Veranstaltungen im Ortskern macht“, heißt es in dem Bericht.  

Mit der Anschaffung mobiler Durchfahrtsperren durch die Gemeinde Leopoldshöhe liege ein praxistaugliches Instrument vor, um Flächen besser gegen Fahrzeuge abzusichern, heißt es in dem Medienbericht. Die Herbstkirmes diene Gemeindeverwaltung und Vereinen ausdrücklich als Testlauf unter den veränderten Rahmenbedingungen.

Solle sich das Schutzkonzept bewähren, eröffne dies eine Perspektive für das kommende Jahr. Ziel der Leo-DG und der Gemeindeverwaltung sei es, auszuloten, ob im April 2027 wieder ein Zeltfest auf dem Marktplatz durchgeführt werden könne. Eine endgültige Entscheidung hänge von den Erprobungsergebnissen und den behördlichen Genehmigungen ab, heißt es in dem Bericht.

Für andere Veranstaltungen im Gemeindegebiet, wie denen auf dem Schützengelände in Nienhagen gibt es eigene Konzepte. So hatte die Gemeinde dem Schützenverein Nienhagen aufgegeben, für sein Schützenfest 2025 eine Durchfahrtssperre zu beschaffen, was den Verein rund 3.500 Euro gekostet hatte und dort Unmut hervorrief. Für sein Fest am 1. Mai hatte der Verein die Zufahrt zum Gelände mit schweren Betonblöcken geschützt.

Für Umzüge in der Gemeinde wie denen der Kindertagesstätten oder auch des Schützenvereins werden Großfahrzeuge der Feuerwehr zum Schutz eingesetzt.

Schreibe einen Kommentar