Leopoldshöher Nachrichten

Corona: Wie wir arbeiten

Der Umgang wird rauer, vor allem dort, wo es um Zahlen, Daten, Fakten und Meinungen in und um die Corona-Pandemie geht. Alle Medien, inzwischen auch wir von den Leopoldshöher Nachrichten, werden zum Teil persönlich angegriffen, weil wir über die Pandemie berichten. Wir wollen hier darstellen, warum wir das machen, wie wir an Informationen kommen und warum es manchmal dauert, bis wir Informationen veröffentlichen. Wir wollen auch darstellen, wann wir etwas auf sozialen Plattformen teilen und warum wir eine Bezahlschranke verwenden.

Seit dem Winter 2020 ist die Pandemie, ausgelöst durch das Sars-CoV-2-Virus, weltweites Thema. Es berührt und beeinflusst auch das Leben in Leopoldshöhe. Manche sind in Gesundheit oder wirtschaftlicher Existenz schwer getroffen. Einige Leopoldshöher sind an den Folgen der Infektion gestorben, andere leiden unter Spätfolgen. Wir als die zurzeit zwei Menschen, die dieses Online-Medium betreiben, versuchen aus und für Leopoldshöhe so aktuell und so hintergründig wie möglich über die Entwicklungen rund um die Pandemie zu berichten. In fast jedem unserer Berichte spielt sie eine Rolle.

Warum machen wir das?

Wir halten es für wichtig und unsere Pflicht, so nüchtern wie möglich über die Entwicklungen zu berichten. Wir sind seit 30 Jahren im journalistischen Geschäft. In all den Jahren haben wir gelernt Nachrichten, Zahlen, Daten, Fakten und Meinungen voneinander zu unterscheiden, zu bewerten und so aufzubereiten, dass sich unsere Leser eine eigene Meinung bilden können. Dass eine Bewertung sich nicht immer mit der Bewertung anderer deckt, liegt in der Natur der Sache und darf immer diskutiert werden.

Wie kommen wir an die Informationen?

Einmal täglich sendet der Kreis Lippe eine Pressemitteilung aus, die wir, sobald wir sie wahrgenommen haben, mehr oder weniger bearbeitet, online stellen. Mehrfach in der Woche reichern wir die Zahlen mit eigenen Recherchen an. Wir bedienen uns da allgemein zugänglichen öffentlichen Quellen, wie der Website des Robert-Koch-Institutes, anderer Medien oder des Intensivregisters. Manchmal bereiten wir eigene Statistiken auf. Was wir an interessanten Berichten in anderen Medien finden, fügen wir unserer Linksammlung hinzu, die allerdings nur unseren Abonnenten zugänglich ist.

Wie lange dauert so etwas?

Das kommt darauf an. Sitzen wir gerade in unserem Büro, wenn die Mitteilung der Kreisverwaltung kommt, steht die nach etwa einer Viertelstunde im Netz. Sind wir allerdings unterwegs, kann sich das verzögern.

Sobald eine neue Coronaschutzverordnung erlassen wird, lesen wir sie uns durch, wir verlassen uns nicht auf die Zusammenfassungen der Landesregierung oder anderer Verwaltungen. Wir wollen wissen, was gilt. Wenn Zeit ist, verfolgen wir auch die Pressekonferenzen des Bundes oder des Landes und schauen uns die Videos des lippischen Landrates an. Wir versuchen außerdem – oft auf Anregung von Lesern – Zahlen, Daten und Fakten für Leopoldshöhe und die Leopoldshöher zusammenzutragen. Da bekommen wir nicht immer sofort alle Informationen. Bis wir daraus einen Text entstehen lassen können, gehen schon einmal ein paar Stunden oder auch ein ganzer Tag ins Land. Sobald Text und Foto fertig sind, werden sie auf unserer Website veröffentlicht.

Wann teilen wir etwas auf Facebook und in Gruppen dort?

Wir teilen die gering bearbeiteten Mitteilungen des Kreises nur aus besonderem Anlass in den sogenannten sozialen Medien, etwa, wenn die Zahl der Infizierten besonders stark gestiegen ist. Einige, nicht alle selbst recherchierten und zusammengestellten Beiträge teilen wir zu bestimmten Tagesstunden, auch, um die Gruppen nicht mit unserern Nachrichten zu überfluten. Dort erleben wir immer wieder, dass Menschen uns über das Maß normaler Kritik hinaus angehen.

Warum gibt es eine Bezahlschranke?

In den ersten Tagen halten wir die meisten Beiträge auf unserer Seite offen. Danach belegen wir sie mit einer Bezahlschranke. Der Betrieb der Website kostet Geld: Serverkosten, Telefonkosten, Kosten fürs Auto, für Ersatzbeschaffungen müssen erwirtschaftet werden. Dabei helfen uns Leopoldshöher Bürger und Leopoldshöher Unternehmen. Die sollen etwas davon haben, dass sie uns unterstützen.

Wie gehen wir mit Kritik um?

Solange Kritik sachlich und im besten Fall konstruktiv ist, nehmen wir sie gern an. Wie jedem Menschen unterlaufen uns auch Fehler, von Rechtsschreibfehlern angefangen bis hin zu unwissentlich unrichtig dargestellten Sachverhalten. Manches gelingt gut, anders nicht so gut. Eine Mail, ein Anruf und auch ein Hinweis in den Kommentarzeilen der Sozialen Medien erreichten uns gewöhnlich immer. Wir prüfen und korrigieren – oder gehen der neuen Erkenntnis nach. Was wir nicht mögen, sind Unterstellungen, Lügen-Vorwüfe, ohne darlegen zu können, dass und wo wir gelogen haben, sowie persönliche und beleidigende Angriffe. Pressefreiheit heißt, etwas so zu veröffentlichen, wie wir es für richtig und angemessen halten. Pressefreiheit heißt auch, dass Leser das nicht lesen müssen, wenn sie nicht möchten.