Leopoldshöher Nachrichten

Lange Schlange vor dem Impfbus

Damit die Impfwilligen nicht die ganze Zeit bei Wind und Wetter warten müssen, öffnete die Kirchengemeinde die Kirche am Marktplatz. Foto: Thomas Dohna
Damit die Impfwilligen nicht die ganze Zeit bei Wind und Wetter im Freien warten müssen, öffnet die Kirchengemeinde die Kirche am Marktplatz. Foto: Thomas Dohna

Kirchengemeinde stellt Kirche zur Verfügung

Leopoldshöhe (ted). Die Menschenschlange auf dem Marktplatz ist unübersehbar. Diszipliniert, mit Abstand und geduldig stehen Menschen an, die sich impfen lassen wollen. Ihre Beweggründe sind unterschiedlich.

Als Küster Eckard Wedemann am Morgen auf den Marktplatz schaut, hat er eine Idee. Seit 9 Uhr stehen Impfwillige auf dem Marktplatz und warten darauf, dass sie zum Impfbus vorgelassen werden. Es stürmt und es ist regnerisch. Warum nicht den Impfbus zwischen Rathaus und Kirche aufstellen, die Kirche öffnen und die Menschen vom Kirchhof durch das Gebäude zum Turmeingang hinaus anstellen lassen?


Wedemann bespricht sich mit Pfarrer Hendrik Meier und anderen Hauptamtlichen der Kirchengemeinde. „Wir haben dann Frank Sommer vom Ordnungsamt der Gemeindeverwaltung angerufen“, sagt Pfarrer Meier. Der stimmte der Idee zu. Der Impfbus-Fahrer rangierte den Bus auf den Platz zwischen Rathaus und Kirche.

Zur Mittagszeit hatten etliche Menschen eingefunden, um sich am Impfbus ihre Impfung abzuholen. Foto: Thomas Dohna
Zur Mittagszeit haben sich etliche Menschen eingefunden, um sich am Impfbus ihre Impfung abzuholen. Foto: Thomas Dohna

Zur Mittagszeit reicht die Schlange vom Rand des Marktplatzes an der Herforder Straße über den Kirchhof in die Kirche, in der sich die Wartenden erst entlang einer Seite der Kirche, durch den Mittelgang zum Altarraum, von dort entlang der anderen Kirchseite zum Ausgang unterm Turm aufstellen. An den Stehtischen im Turm erledigen sie die Formalitäten. Nur eine kleine Gruppe von Menschen wartet am Impfbus auf den Stich in den Oberarm.

Am Impfbus warten Impfwillige auf den Stich in den Oberarm. Foto: Thomas Dohna
Am Impfbus warten Impfwillige auf den Stich in den Oberarm. Foto: Thomas Dohna

Helfer des Leopoldshöher Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verteilen heiße Getränke. Die dürfen sie in der Küche des evangelischen Gemeindehauses vorbereiten. Nach der ersten Aufregung und einer schnellen Umorganisation ist Christian Aufenberg zufrieden. „Es läuft gut“, sagt er.    

Die Stimmung unter den Wartenden seit gut, sagt einer der DRK-Helfer. Er sei zum Boostern gekommen, sagt ein Mann in seinen späten Sechzigern. Er habe zwar auch einen Termin beim Hausarzt, der sei aber erst in einigen Wochen. „Da habe ich gedacht, dann mache ich es hier und sage den Termin ab.“

Der Rettungswagen des Leopoldshöher DRK steht für alle Fälle bereit, während Impfwillige vor dem Kirchhof warten. Foto: Thomas Dohna
Der Rettungswagen des Leopoldshöher DRK steht für alle Fälle bereit, während Impfwillige vor dem Kirchhof warten. Foto: Thomas Dohna

Eine Frau steht mit ihrem Säugling im Tragesitz in der Schlange. Sie ist eigentlich gegen das Impfen. Sie traue dem nicht, was über die Impfstoffe berichtet werde. Man könne sich doch auch geimpft anstecken und schwere Verläufe haben. Dass die Chance, ohne Impfung an Covid-19 schwer krank zu werden, deutlich höher ist als mit Impfung, will sie nicht so recht wahrhaben. Die Frau hat auch einen dreijährigen Sohn, wie sie sagt. „Soll ich ihm sagen, wir können über den Winter nirgendwo hinein?“, fragt sie. Im Bus will sie sich ihre erste Impfung holen.

Ein Mann sieht sich ebenfalls gedrängt, weil sein Arbeitgeber auf eine Impfung Wert legt. Vor 14 Tagen habe er sich die erste Impfung beim Hausarzt abgeholt, sagt er. Jetzt solle die zweite folgen. 14 Tage ist die Mindestzeit, die zwischen zwei Impfungen liegen sollte.

Christian Aufenberg vom Leopoldshöher Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes versorgt mit anderen Helfern die Wartenden mit heißen Getränken. Foto: Thomas Dohna
Christian Aufenberg vom Leopoldshöher Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes versorgt mit anderen Helfern die Wartenden mit heißen Getränken. Foto: Thomas Dohna

Eine ältere Frau, offensichtlich mit Migrationshintergrund, hört zu und versteht nicht, warum sich Menschen nicht impfen lassen. „Ich hole mir die Boosterimpfung“, sagt sie. Das sei doch selbstverständlich. Eine junge Frau, die ebenfalls mit einem kleinen Kind gekommen ist, pflichtet ihr bei.

Ein Mann in seinen Fünfzigern will sich ebenfalls „boostern“ lassen. Er ist in Leopoldshöhe zu Gast, hat von der Impfbusaktion gelesen und nimmt die Gelegenheit war. Auch er will so seinen Hausarzt entlasten.

Das Café 104 auf dem Marktplatz hat außer der Reihe geöffnet. Dort können sich die frisch Geimpften noch ein wenig ausruhen. Etliche nutzen das Angebot.

Im Café 104 können sich die frisch Geimpften noch etwas Gutes tun. Die ehrenamtlichen des Cafés hatten außer der Reihe geöffnet. Foto: Thomas Dohna
Im Café 104 können sich die frisch Geimpften noch etwas Gutes tun. Die Ehrenamtlichen des Cafés hatten außer der Reihe geöffnet. Foto: Thomas Dohna

Eine ganze besondere Sorge hat Bauhofleiter Andreas Glatthor. Der Weihnachtsbaum auf dem Platz zwischen Rathaus und Kirche steht schief. In der Nacht hatten Unbekannte Keile aus der Halterung entfernt. Wegen des Impfbusses fehlte den Bauhofmitarbeitern der Platz, um den Baum wieder zu richten. „Der Baum steht sicher, aber eben nicht gerade“, sagt Glatthor und schiebt hinterher: „Wer macht denn so etwas?“

Unbekannte haben in der Nacht Keile aus der Halterung für den Weihnachtsbaum zwischen Kirche und Rathaus entfernt. Der Baum steht schief. Foto: Thomas Dohna
Unbekannte haben in der Nacht Keile aus der Halterung für den Weihnachtsbaum zwischen Kirche und Rathaus entfernt. Der Baum steht schief. Foto: Thomas Dohna

Am Nachmittag gegen 15 Uhr hat das Interesse nachgelassen. Die Schlange der Wartenden reicht immer noch durch die Kirche hindurch bis auf den Kirchhof, der Marktplatz aber ist frei. Pünktlich um 17 Uhr schließt der Impfbus.

Mobile Impfaktionen – Impfbusstationen

  • Donnerstag, 2. Dezember, 10 bis 17 Uhr, Poggenpohl 6, 32758 Detmold-Herberhausen (vor dem Kiosk)
  • Freitag 3. Dezember und Samstag, 4. Dezember, 10 bis 17 Uhr, Mittlere Str. 2, 32676 Lügde (Alte Kloster)
  • Samstag, 4. Dezember, 9 bis 14 Uhr, Alte Vlothoer Straße 1, 32105 Bad Salzuflen (Salzetalklinik, Krankenwageneinfahrt)
  • Sonntag, 5. Dezember, 10 bis 17 Uhr, Parkstr. 26, 32105 Bad Salzuflen (Kurparkeingang Kurhaus)
  • Montag, 6. Dezember, 10 bis 17 Uhr, Detmolder Str. 2, 32816 Schieder-Schwalenberg (Parkplatz Netto Schieder)
  • Dienstag, 7. und Mittwoch 8. Dezember, 10 bis 17 Uhr, Parkstr. 10, 32805 Horn-Bad Meinberg (Kurgastzentrum im Kurpark)
  • Donnerstag, 9. und Freitag 10. Dezember, 10 bis 17 Uhr, Rosenstr. 11, 33189 Schlangen (Bürgerhaus)
  • Samstag, 11. und Sonntag, 12. Dezember, 10 bis 17 Uhr, Ravensberger Str. 11, 33813 Oerlinghausen (Foyer Niklas Luhmann-Gymnasium)

Die Impfung ist ohne Terminvergabe in den benannten Zeiträumen möglich. Mit Wartezeiten muss gerechnet werden, daher ist wetterangepasste Kleidung ratsam. Die Impfaktionen enden pünktlich, letzte Impfung um 17 Uhr. Geimpft wird mit dem Impfstoff von Biontech.

Stationäre Impfstellen  – Kreis Lippe

Die stationären Impfstellen sind teilweise noch nicht geöffnet. Eine Terminvergabe für die Impfstellen in Detmold, Blomberg, Lage und Lemgo ist nicht geplant. Die Impfung ist ohne Terminvergabe in den benannten Zeiträumen möglich. Mit Wartezeiten muss gerechnet werden, daher ist wetterangepasste Kleidung ratsam. Die Impfstellen schließen pünktlich, letzte Impfung um 17 Uhr. Geimpft wird mit dem Impfstoff von Biontech.

  • Blomberg, Schießhalle,  Ostring 35, 7 Tage pro Woche, 10 bis 17 Uhr
  • Lemgo, Schützenhaus, Schützentwete 1, 7 Tage pro Woche, 10 bis 17 Uhr
  • Detmold, Lange Straße 3, dienstags, donnerstags, freitags, sonntags, 10 bis 17 Uhr (öffnet ab Dienstag, 23. November)
  • Lage, Bürgerhaus, Clara-Ernst-Platz 6, montags, mittwochs und samstags, 10 bis 17 Uhr (öffnet ab Mittwoch, 24. November)
  • Bad Salzuflen, Am Begakamp (Nähe Bahnhof), 7 Tage pro Woche, 10 bis 17 Uhr (ab 6. Dezember)