
Jahresdienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr
Leopoldshöhe (ED). Bei der Jahresdienstversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldshöhe geht es um Ehrungen und Zahlen. In diesem Jahr begann die Jahresdienstversammlung mit einem, wie Pressesprecher Christoph Keßler es nannte, „Kleinen TamTam“.
Grund dafür war der stellvertretende Leiter der freiwilligen Feuerwehr Detlev Schewe, der im vergangenen Jahr den Wunsch geäußert hatte, das Amt niederzulegen, aber wohl darum gebeten hatte, kein großes TamTam darum zu machen und sich gegen einen großen Zapfenstreich, wie er normalerweise üblich ist, gewehrt hatte.
Nachdem der Leiter der Feuerwehr Harald Schubert die Gäste aus Augustdorf, Oerlinghausen, vom Roten Kreuz, die Vertreter politischer Parteien, die Vertreter der Verwaltung, den Leiter der befreundeten Feuerwehr aus Schweina und die Mitglieder der Leopoldshöher Wehr einschließlich ihrer Angehörigen begrüßt hatte, ergriff Pressesprecher Christoph Keßler das Wort und wandte sich direkt an den stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Detlev Schewe : „Lieber Detlev, du wunderst dich jetzt. Du magst nicht so das große TamTam, aber so leicht kommst Du uns nicht davon, denn Ehre, wem Ehre gebührt.“
Keßler ließ den Werdegang Schewes in der Feuerwehr noch einmal Revue passieren. Schewe war 1983 in die Jugendfeuerwehr Greste eingetreten. Nach dem Wechsel in die Einsatzabteilung besucht er viele Seminare auf Kreis- und Landesebene und wurde schließlich zum kommissarischen Stellvertretenden Leiter der Feuerwehr ernannt.
Nach der Ernennung zum Zugführer im Jahr 2004 und zum Verbandsführer im Jahr 2005 wurde er am 17. Februar 2006, also vor fast genau 20 Jahren, offiziell zum stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Leopoldshöhe ernannt.
Christoph Keßler bedankte sich im Namen aller Kameradinnen und Kameraden: „Du hattest für jeden immer ein offenes Ohr. Zwischen ernsten Gesprächen gab es immer Platz für Quatsch und Lustiges. Nicht nur die Kinder aus den Kindergärten oder Grundschulen mögen dich. Ich denke, ich kann hier für alle sprechen, dass du für jeden immer ein Ruhepol warst und bist.“
Schewe sei viele Jahre in der Küchen-Crew aktiv gewesen, habe sich um die Sicherheit in der Feuerwache gekümmert, die Ausbildung organisiert und selbst auch ausgebildet. Keßler hob dabei die Brandschutzerziehung besonders hervor. Er bedankte sich auch bei Schewes Familie, die immer den nötigen Rückhalt geboten hätte. Mit Blick auf Schewes Söhne Kai und Max, die ebenfalls Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldshöhes sind, schloss Keßler seinen Dank mit den Worten: „Bei Deinen beiden Söhnen hat sich die Feuerwehrflamme ja auch entzündet.“ Detlev Schewe wird der Feuerwehr als aktiver Feuerwehrmann erhalten bleiben.
Nach dem emotionalen Teil der Veranstaltung ging es um Zahlen und Fakten aus dem Jahr 2025 und um Ehrungen. Feuerwehrchef Harald Schubert gab einen Überblick über den derzeitigen Personalstand der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldshöhe. Die Einsatzabteilung hatte am Jahresende 2025 eine Stärke von 73 Personen, davon 14 Feuerwehrfrauen. In der Jugendfeuerwehr sind zur Zeit 14 Jungen und sechs Mädchen, die Unterstützungsabteilung umfasst drei Personen und in der Ehrenabteilung sind 21 Männer und eine Frau. Die Gesamtstärke der Feuerwehr umfasst danach 114 Personen.

Im aktiven Bereich gibt es drei Neuzugänge und einen Rückkehrer, außerdem zwei Austritte bedingt durch einen Ortswechsel. Der Fahrzeugpark wurde erweitert durch den lange benötigten Gerätewagen Logistik (GWL). Außerdem stellte die Feuerwehr den Bulli der Jugendfeuerwehr außer Dienst gestellt, da die Reparaturkosten den Wert übersteigen würden. Schubert dankte der Verwaltung für die bereit gestellten Mittel.
Die Feuerwehr Leopoldshöhe habe an zahlreichen Veranstaltungen teilgenommen und wieder, im vergangenen Jahr zum 30. Mal den Mot-Marsch ausgerichtet. Er erwähnte auch die Räumungsübungen in den Schulen, die vorgeschrieben seien, die aber auch in den Kitas auf freiwilliger Basis durchgeführt würden, um den Kindern schon frühzeitig die Angst vor den Männern und Frauen mit der Atemschutzmaske zu nehmen.
Es folgten die Berichte der einzelnen Abteilungen. Michael Pschorr vom PSU-Team forderte in Vertretung von Petra Schubert auf zum Innehalten und Durchatmen. Er erinnerte daran, dass das Leben endlich ist und die Kunst des Müßiggangs wieder mehr in den Blick gerückt werden müsse angesichts der Informationsflut: „Ein heutiger Mensch erhält an einem Tag mehr Infos als vor 200 Jahren ein Bauer in seinem ganzen Leben.“

Der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Frank Kogelnik berichtete von den Einsätzen des vergangenen Jahres. Die Zahl der Einsätze sei leicht zurückgegangen auf 144 von 151 im Vorjahr. Die 23. Kalenderwoche sei dabei besonders erwähnenswert, da es in dieser Woche innerhalb von sieben Tagen zwischen ein und drei Einsätze pro Tag gegeben habe. Ein besonderer Tag sei auch der 14. Juni 2025 gewesen, an dem der Starkregen zu 115 Einsatzstellen innerhalb von sechs Stunden geführt hatte.
Ebenso erwähnenswert sei der 4. Juli 2025 mit dem Brand des Sparta-Grills an der Hauptstraße in Asemissen und der 11. September 2025, an dem eine Gewässerverschmutzung im Regenrückhaltebecken im Krähenholz einen ABC-Einsatz nötig gemacht hatte und in dessen Folge mehrere Menschen erkrankt seien.

Bürgermeister Martin Hoffmann dankte der Feuerwehr für ihren Einsatz und dafür, dass die Verwaltung üben durfte. Er freue sich über die regelmäßigen Treffen, die gute Kommunikation und den wertschätzenden Umgang miteinander. Im Anschluss nahm er die Ehrungen vor in Silber für Tobias Tannhauer, Marc Friedemann und Eric Diekmann 25 Jahre, in Gold für Jürgen Schröder 35 Jahre, für Ulrich Domke und Klaus Peter Schade 50 Jahre und für Hans Koppmann 60 Jahre Mitglied in der freiwilligen Feuerwehr.

Nach bestandener Probezeit wurden Marisa Kammer, Jan Baumann und Eric Maurice Thonke übernommen. Emily Acinci und Leonie Kluckow wurden zur Oberfeuerwehrfrau befördert, Jannik Prante zum Unterbrandmeister, Kai Brokmeier zum Brandinspektor und Christopher Dove zum Oberbrandinspektor.

Eric Diekmeier und Christopher Dove wurden aus ihren jeweiligen Leitungsfunktionen (Technik und Funk) entlassen. Mark Friedemann wurde neuer Leiter Technik, Kai Brokmeier neuer Leiter Funk, Andreas Hundehege neuer stellvertretender Leiter Funk und Florian Selisko Jugendwart.
Nach den Ehrungen erhielten die Gäste das Wort. Sascha Medina von der Kreisfeuerwehr Lippe, Vertreter der Parteien SPD, CDU, PUB, Grüne und BfL, Christian Auffenberg vom DRK Ortsverband Leopoldshöhe und Enrico Pfeiffer, Leiter der befreundeten Feuerwehr aus Schweina dankten und wünschten ein gutes Jahr 2026.
Gulaschsuppe aus der Ex-Bundeswehr-Feldküche, besser bekannt als Gulaschkanone, jetzt im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldshöhe, rundete den Abend ab.



