
Ralf Schulz-Henze bleibt Schützen-Chef
Nienhagen (ted). Das zweite Jahr in Folge verzeichnet der Schützenverein Nienhagen ein deutliches Mitgliederplus. Elf Austritten stehen für 2025 23 Eintritte gegenüber. Ähnlich hoch war der Zuwachs 2024. Ralf Schulz-Henze, Vorsitzender der Schützen hat dafür eine Erklärung.
Der Verein steht auf zwei Standbeinen. Einerseits will er die Schützentradition hochhalten und gesellschaftlich wirken. Feste und Feiern im Verein, Besuche bei anderen Vereinen zu deren Festen und Feiern. Andererseits legen die Mitglieder ein starkes Augenmerk auf den Schießsport. Das wird deutlich an den vielen Teilnahmen an Meisterschaften und den deutlich gestiegenen Beiträgen des Vereins zu Startgeldern für Wettbewerbe. Bisweilen kämpfen sich Schützinnen und Schützen in fast allen Disziplinen bis zu Deutschen Meisterschaften durch.
Der Verein verfügt über zwei, im Sommer drei Trainingsmöglichkeiten. Ein Luftgewehrstand und ein Kleinkaliberstand im Schützenhaus werden im Winter sowohl von den Gewehr- und Pistolenschützen als auch von den Blasrohr- und Bogenschützen genutzt. Im Sommer weichen die Bogenschützen auf das Außengelände aus, um weiter schießen zu können. Auf 24 junge Menschen ist die Jugendabteilung angewachsen. „Vereine mit einer aktiven Jugendarbeit haben auch höhere Eintrittszahlen“, sagt Ralf Schulz-Henze.
Die Schützinnen und Schützen wollen sich in diesem Jahr auch Externen öffnen. Auf Anregung des Bogenschützen Norbert Rosin wird die Volkshochschule Lippe-West Kurse fürs Bogenschießen und Tai Chi anbieten. So beschlossen es die Mitglieder während ihrer Jahreshauptversammlung.
Die Vereinsmitglieder wählten ihren Vorstand neu, alle einstimmig. Ralf Schulz-Henze bleibt die kommenden vier Jahre Vorsitzender, Michael Gennett bleibt Oberst. Detlev Brünger hat als Schriftführer weiterhin den Papierkram unter sich und Martin Bossert die Finanzen, zusammen mit Ralf Fortnagel als zweitem Kassierer. Ralf Schulz-Henze bereitete die Mitglieder schon einmal darauf vor, dass er in vier Jahren 66 werde und dann vielleicht keine Lust mehr haben könne, weiter Vorsitzender des Vereins zu bleiben.

Für Unruhe unter den Mitgliedern sorgte Schulz-Henzes Bericht zum Sicherheitskonzept für das Schützenfest an Pfingsten 2025. Die Gemeinde hatte die Auflage gemacht, eine Fahrzeugsperre auf der Zufahrt zum Festgelände zu platzieren, was den Verein mehrere tausend Euro gekostet habe. Diese Sicherheitsvorgaben hätten sich von denen anderer Vereine unterschieden, denen in ähnlichen Situationen deutlich preiswertere Varianten zugestanden worden seien. Für das am 1. Mai geplante Familien-Picknick werde der Verein sein eigenes Sicherheitskonzept umsetzen, kündigte ein Vorstandsmitglied an.
Bei den Schützen wird gern und viel geehrt. Sie verteilten an Meisterschützen verschiedener Grade eine Menge Pokale und Urkunden. Beförderungen wurden ausgesprochen. In den unteren Mannschafts- und Unteroffiziersrängen geht es um die Mitgliedschaft und die abgelaufene Zeit, in der Mitglieder Joppe oder Tracht getragen haben. Die Offiziersränge werden nach ausgeübter Funktion und manchmal als Ehrung vergeben. So bei Leopold Loidl. Der vielverdiente Schütze wurde mit seinen 88 Jahren zum Hauptmann befördert.
Etliche Mitglieder sind seit vielen Jahren dabei. Oberst Michael Gennett ehrte Helen Jorczick, Christina Tölke, Jens Heidemann, Alexander Witte, Gustav Tölke, Matthias Tölke, Curtis Beckmann und Bernd Johnnpeter für 25 Mitgliedschaft. 40 Jahre sind Dietmar Schmidtke und Herbert Geisler dabei. Besondere Aufmerksamkeit bekam Friedhelm Niekamp für seine 60-jährige Mitgliedschaft.



