
Mäh- und Dengelwettbewerb im leichten Regen
Leopoldshöhe (ted). Der Vorstand des Heimatvereins hatte es gut gemeint. Für den vergangenen Donnerstag, den Feiertag Fronleichnam, war Regenwetter angesagt. Erstmals in der Geschichte des Mäh- und Dengelwettbewerbes fand der an einem Sonntag statt. Das soll sich nicht wiederholen, versprach der Vorsitzende des Heimatvereins Helmut Depping.
Auch gestern, Sonntag, 7. Juni 2026, regnete es zeitweise. Die Teilnehmer des Wettbewerbes fanden es nicht schlecht. „Das Gras fällt besser und kann leichter gemäht werden“, sagt Eric Hafemann. Das bestätigt auch Gerhard Koring, seit vielen Jahren Teilnehmer am Wettbewerb: „Feucht ist gut.“
Durch die Verlegung hatte es Absagen im Teilnehmerfeld, aber auch bei den Juroren gegeben. Immerhin zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab es. Sie waren aus Bielefeld, Rödinghausen, Halle, Verl und aus Leopoldshöhe gekommen. Die Akkordeon-Gruppe des Heimatvereins, die „4 Harmonies“ spielten auf und leiteten den Wettbewerb mit der Amboss-Polka ein.
Ambosse spielen beim Dengeln eine Rolle, nicht die Großen, wie in der Schlosserwerkstadt oder in Schmieden. Sie sind nur einige Zentimeter im Umfang breit und lang sowie hoch. Sie stecken im Boden oder auf einem Holzblock. Sie laufen oben spitz zu oder haben eine glatte Fläche. Wichtig ist der dazu passende Hammer. Zu einem spitzen Amboss gehört ein flacher Hammer, auf einen flachen Amboss ein spitzer Hammer.

„Es kommt darauf an, womit man besser klarkommt“, sagt Klaus Degelau. Er selbst nutzt den spitzen Amboss. „Damit und dem flachen Hammer geht es für mich besser“, erläutert er einem Zuschauer. Er kann das Sensenblatt besser am Amboss entlangführen. Außerdem könne so besser der Streifen am Sensenblatt erdengelt werden, der die Schärfe schafft.
Dengeln ist eine Art der Kaltverformung, des Schmiedens. Mit jedem Hammerschlag wird das Metall der Sense verdichtet, härter und dünner. „Man darf nicht dauernd auf eine Stelle schlagen“, sagt Degelau. Dann werde das Sensenblatt wellig. Wer es gut kann, schafft damit eine fast rasiermesserscharfe Schnittkannte.

Als letzten Schritt zur Schärfe muss das Blatt gestrichen werden. Mit einem Schleifstein wird entlang der Schnittkante gestrichen, um die Kante zu egalisieren und den Grad aufzustellen. Auf dem Feld dient das Streichen genau dazu, um die Schärfe zu erhalten.
Dort, auf der Obstbaumwiese haben die Aktiven des Heimatvereins die Felder fürs Mähen abgesteckt. Dieses Mal nummerisch in der richtigen Reihenfolge und nicht wie bei früheren Wettbewerben durcheinander, „damit die Felder leichter gefunden werden können“, sagt Vorsitzender Depping.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schwingen die Sense. Geoch Clasbrummel holt weit aus. Knapp über dem Boden zieht er die Sense weit durch. Die abgeschnittenen Halme des hüfthohen Grasen landen in geordneten, langen Haufen, dem Schwad.
Man erkenne an der Art und Weise, wie die Sense geschwungen wird, den Erfahrenen, sagt Dieter Heyden, Juror des Wettbewerbes. Schwinge jemand aus der Hüfte heraus weit aus und erzeuge relativ wenige Schwade, sei das ein gutes Zeichen. Manche, sagte er, hacken eher. „Erdarbeiten“, nennt das einer der Teilnehmer.

Wenn man knapp über dem Boden die Sense durchzieht, lande man zwangsläufig immer wieder einmal in Maulwurfshügeln, sagt Gerhard Koring. Der hat sein Stück Feld raspelkurz gesenst und deutet auf einen abgeräumten Erdhaufen. Solche Treffer machen die Sense nicht schärfer. Bisweilen muss nachgestrichen werden. Die Senser haben dafür einen mit Wasser gefüllten Halter am Gürtel, in dem der Schleifstein steckt.
Es geht nicht um Zeit, sondern um Akkuratesse des Mähens. Früher kamen nach dem Sensen weitere Arbeitsschritte. Das Heu musste gewendet, Getreide zu Garben aufgestellt werden. Je akkurater das Schwad lag, desto einfacher hatten es die Erntehelfer.

Die Richter bewerten nach Punkten. Dengeln, Streichen, Mähen bringen Punkte, die zusammengezählt die Gesamtpunktzahl ergeben. Am Ende hat Julian Heuking ein Punkt für den dritten Platz gefehlt. Er ist erst seit dem vergangenen Jahr dabei und senst, dengelt und mäht fast wie die „Alten“. Den dritten Platz errang Thomas Hafemann, den zweiten Baldur Hafemann. Den ersten bekam Klaus Degelau zugesprochen. „Es war richtig eng“, sagt Vorsitzender Depping, der auch als Juror im Einsatz war.


