Für mehr Verständnis im Alltag

Rathaus Leopoldshöhe. Foto: Thomas Dohna
Rathaus Leopoldshöhe. Foto: Thomas Dohna

BFL beantragt Sunflower-Initiative für Leopoldshöhe

Leopoldshöhe (ted). Die Fraktion Bürger für Leopoldshöhe (BFL) hat für die Sitzung des Ausschusses für Generationen, Soziales, Gleichstellung und Sport am Mittwoch, 24. Juni 2026, einen Antrag zur Einführung der nach Angaben der BFL international bekannten „Hidden Disabilities Sunflower“-Initiative eingebracht.

Ziel der Initiative sei es, Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen und Beeinträchtigungen den Alltag zu erleichtern und gleichzeitig das Bewusstsein in der Gesellschaft für ihre besonderen Bedürfnisse zu stärken, heißt es in einer Mitteilung der BFL.

„Viele Menschen leben mit Einschränkungen, die man ihnen nicht ansieht“, erklärt Dennis Isaak, sachkundiger Bürger der BFL und Initiator des Antrages in der Mitteilung. „Dazu gehören beispielsweise Autismus-Spektrum-Störungen, ADHS, chronische Schmerzen, Epilepsie, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen sowie verschiedene neurologische Erkrankungen. Gerade weil diese Behinderungen unsichtbar sind, stoßen Betroffene häufig auf Missverständnisse und unnötige Hürden.“

Die 2016 am Londoner Gatwick Airport entwickelte Sunflower-Initiative biete eine einfache Lösung: Freiwillig getragene grüne Lanyards oder Anstecker mit Sonnenblumenmotiv signalisieren dem Umfeld diskret, dass die betreffende Person möglicherweise etwas mehr Zeit, Geduld oder Unterstützung benötige. Eine Nachweispflicht bestehe dabei ausdrücklich nicht, betont die BFL.

Nach Angaben des Kreises Lippe leben in Leopoldshöhe mehr als 1.200 Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung, teilt die BFL mit. Fachleute gingen davon aus, dass ein Großteil aller Behinderungen nicht unmittelbar sichtbar ist.

Die BFL schlägt vor, Sunflower-Lanyards und Anstecker im Rathaus bereitzustellen und die Mitarbeitenden in publikumsintensiven Bereichen über die Bedeutung des Symbols zu informieren. Die Ausgabe solle kostendeckend erfolgen, sodass für die Gemeinde keine zusätzlichen laufenden Belastungen entstünden.

„Mit unserem Antrag wollen wir ein deutliches Zeichen für eine moderne und umfassende Inklusion setzen“, wird Martin Betge, Pressesprecher der BFL, zitiert. „Barrierefreiheit bedeutet heute nicht nur abgesenkte Bordsteine oder Aufzüge. Sie beginnt auch bei Verständnis, Rücksichtnahme und einer offenen Haltung gegenüber Menschen, deren Einschränkungen nicht sofort erkennbar sind.“

Langfristig könnte die Initiative nach Vorstellung der BFL in weiteren öffentlichen Einrichtungen sowie in Geschäften, Banken, Schulen und Vereinen bekannt gemacht werden.

„Mit vergleichsweise geringem Aufwand kann Leopoldshöhe zeigen, dass Inklusion im Alltag gelebt wird. Die Sunflower-Initiative ist ein praktisches und weltweit bewährtes Instrument, um genau das zu erreichen“, schreibt die BFL-Fraktion.

Nach Angaben der BFL-Fraktion leben in Leopoldshöhe zum Stichtag 31. Dezember 2024 genau 1.240 Einwohner mit einer anerkannten Schwerbehinderung (Grad der Behinderung größer 50), davon 590 männlich und 655 weiblich. Schätzungen gingen davon aus, dass etwa 70 bis 80 Prozent aller Behinderungen unsichtbar seien. Damit leben nach Berechnungen der BFL in Leopoldshöhe statistisch etwa 870 bis 1.000 Menschen mit relevanten unsichtbaren Behinderungen.

In Deutschland werde die Initiative am Berliner Flughafen BER, von FASD Deutschland (einem Verband zur Aufklärung über das Fetale Alkoholsyndrom), Uber Arena Berlin und Barclays Arena Hamburg umgesetzt, teilt die BFL in ihrem Antrag mit. Leopoldshöhe würde damit nach Ansicht der BFL ein starkes Zeichen für ganzheitliche Barrierefreiheit und Inklusion setzen, über bauliche Maßnahmen hinaus.

hdsunflower.com/de.

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