Hitze- und Gewitterwarnung

Wetterdienst rechnet mit starker Wärmebelastung

Kreis Lippe/Leopoldshöhe (ted). Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Hitze, Gewittern und Sturmböen in fast ganz Deutschland, also auch für den Kreis Lippe und die Gemeinde Leopoldshöhe. Die Stadt Bielefeld hat für Donnerstag, 30. Juli 2026, eine Hitzewarnung der Stufe 1 herausgegeben.

Der DWD rechnet mit Temperaturen zwischen 32 und 37 Grad. Dabei bleiben die Nächte um 20 Grad Celsius warm. Der Taupunkt wird bei 12 bis 13 Grad Celsius erwartet. Ab etwa 17 Grad empfinden Menschen die Luft als schwül, bei über 18 Grad als drückend. Je höher der Taupunkt, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Gewittern und Starkregen.

Zugleich soll vom Südwesten und Westen her Quellbewölkung aufziehen, aus der teils kräftige Schauer fallen können. Lippe und damit Leopoldshöhe fallen noch in den Bereich, für den der DWD Gewitter mit schweren Sturmböen zwischen 72 bis 100 Kilometer pro Stunde, vereinzelt sogar bis 120 Kilometer pro Stunde für möglich hält. Bei diesen Windgeschwindigkeiten können Bäume entwurzelt und größerer Gegenstände durch die Luft gewirbelt werden.

Wenn der Deutsche Wetterdienst (DWD) Hitzewarnungen herausgibt, sind damit häufig sehr hohe Lufttemperaturen verbunden. Allerdings können auch weitere Bedingungen zu gesundheitlichen Belastungen und Gefährdungen führen. Vor starker Wärmebelastung wird dann gewarnt, wenn gefühlte Temperaturen von mindestens 32 Grad Celsius erreicht werden. Ab einer gefühlten Temperatur von 38 Grad Celsius spricht der DWD von extremer Wärmebelastung. Zusätzlich sind die nächtlichen Innenraumtemperaturen von Bedeutung, da diese zu einem erholsamen Schlaf beitragen. Bleibt die Nacht zu warm, vermindert sich die Schlafqualität. Durch diese zusätzliche Belastung wird die Hitze tagsüber schlechter verkraftet.

Das Temperaturempfinden des Menschen entspricht laut DWD der herrschenden Lufttemperatur nur dann, wenn man sich mit Kleidung bewegt, die für die herrschende Temperatur angepasst ist. Außerdem müssen eine mittlere Luftfeuchtigkeit und nahezu Windstille im Schatten herrschen. In der Sonne und bei hohem Wasserdampfgehalt der Luft empfindet man die Temperatur als höher, bei Wind und geringer Luftfeuchtigkeit als niedriger. Bei körperlichen Aktivitäten produziert der menschliche Körper Wärme. Die muss an die Umgebung abgegeben werden, damit der Körper nicht überhitzt. Dafür muss der Körper schwitzen können.

Überhitzung des Körpers

Der DWD rät besonders Älteren, Pflegebedürftigen, Kindern und chronisch Kranken mit Herz- oder Bluthochdruckproblemen, vorsichtig zu sein. Diese Gruppen seien besonders anfällig für gesundheitliche Probleme bei Hitze. Aber auch jüngere Menschen können unter Überhitzung leiden.

Das geht relativ schnell, wie Ergebnisse des PSU HEAT Projects der Pennsylvania State University in den USA zeigen. Die Forscher dort haben zwölf junge Männer und 13 junge Frauen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren einen Tag lang steigender Wärme kombiniert mit steigender Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Außerdem sollten sie sich körperlich leicht anstrengen, gemessen am sogenannten VO2max, einem Wert, der die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Blutes beschreibt. Je besser der VO2max, desto höher die Aufnahmefähigkeit.

Die Grenzen des Körpers

Die Forscher wollten damit die sogenannte Körpergrenztemperatur herausfinden, als die Temperatur, bei der ein menschlicher Körper noch keinen dauerhaften Schaden durch Wärme nimmt. Die Probanden sollten einen VO2max von 30 erreichen, was für diese Altersgruppe leichtem Umhergehen entspricht.

2010 gab es eine erste Studie, die diese Temperatur bei 35 Grad Celsius bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit feststellte. 100 Prozent Luftfeuchtigkeit bedeutet, dass die Luft kein weiteres Wasser, also auch keinen Schweiß mehr aufnehmen kann. Der Körper kann sich damit nicht mehr über die Verdunstung des Schweißes kühlen.

31 Grad bei 100 Prozent

Die neuere Studie des PSU HEAT Projects kommt nun auf 31 Grad bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und auf 38 Grad Celsius bei 50 Prozent Luftfeuchtigkeit. Die Forscher ließen die Probanden eine Sonde schlucken, um die Innentemperatur ihres Körpers zu messen. Sie beobachteten damit, wann die eigentlich konstante Innentemperatur zu steigen und die Temperaturregelung des Körpers zu versagen beginnt.

Die Forscher warnen davor, diese Werte auf jegliche Altersgruppen und andere körperliche Tätigkeiten zu übertragen.  Sie wollen in Zukunft eine ähnliche Untersuchung mit älteren Menschen angehen.

Viel trinken hilft

Um den Temperaturausgleich zu erleichtern, sollte viel getrunken werden, rät der DWD, allerdings kein Alkohol und keine gesüßten Getränke. Das zusätzliche Wasser im Körper sorgt für eine ausreichende Schweißproduktion und vor allem für eine ausreichende Fließfähigkeit des Blutes. Das Herz wird damit weniger belastet.

Eine Überhitzung des Körpers kündigt sich durch Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche und Verwirrtheit an. Personen mit solchen Symptomen sollten sofort in kühle Orte gebracht werden und ausreichend trinken. Notfalls sollten Kopf, Arme und Beine mit feuchtkühlen Tüchern gekühlt werden.

Schattige Plätze wählen

Wenn es möglich ist, sollte der Tagesablauf den Temperaturen angepasst werden, rät das Kreisgesundheitsamt. Die Wohnung solle kühl gehalten werden, indem die Räume morgens und abends gelüftet und wenn möglich über den Tag abgedunkelt werden. Außerdem sollten Aufenthalte in der direkten Sonne und körperlich anstrengende Aktivitäten vermieden oder in die kühleren Morgen- und Abendstunden verschoben werden.

Wer sich im Freien aufhält, sollte schattige Plätze wählen und ein Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 benutzen. Zudem sollte bei Kindern auf eine Kopfbedeckung geachtet werden. Säuglinge und Kinder sowie andere besonders gefährdete Personen und Tiere sollten niemals in einem abgestellten Fahrzeug allein gelassen werden – hier droht die Gefahr eines Hitzschlags, also einer gefährlich angestiegenen Körpertemperatur.

Niemanden im Auto lassen

Bei einer Außentemperatur von 31 Grad werden in einem Auto ohne laufende Klimaanlage und bei geschlossenen Fenstern eine Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent und damit die zu einem Hitzeschlag führende Körpergrenztemperatur innerhalb weniger Minuten erreicht. Bleibt die Luftfeuchtigkeit bei 50 Prozent, überhitzen die Insassen nach spätestens gut zehn Minuten. Das ist der Fall, wenn die Fenster geöffnet sind.

Link

Studie PSU HEAT Project

Deutscher Wetterdienst DWD

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