
Ausbau wird gefördert
Leopoldshöhe (ted). Die Gemeinde wird sich finanziell am sogenannten Gigabit-Ausbau des Glasfasernetzes im Gemeindegebiet beteiligen. Das beschloss der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) in seiner jüngsten Sitzung. Knapp 260.000 Euro muss die Gemeinde dafür aufwenden.
Es geht dabei um einen weiteren Schritt des Ausbaus. Am 30. Juni 2023 endete das sogenannte „Weiße Flecken“-Programm des Bundes. Zwischen 2016 und 2023 seien in Lippe etwa 15.000 Haushalte an das schnelle Internet angeschlossen worden. Förderfähig waren Haushalte, die eine Netzgeschwindigkeit von unter 30 Megabit pro Sekunde hatten, berichtete im HFA ein Vertreter des Kreises Lippe. Diese Haushalte sollten eine Leistung von mindestens 50 Mbit pro Sekunde beziehen können.
27 Millionen Euro gab die öffentliche Hand dafür aus. Die Haushalte sollten mit Glasfaser bis zur Grundstücksgrenze, bis ins Haus und in besonderen Fällen über Richtfunk versorgt werden. Der Eigenanteil der Kommunen habe bei zwei Millionen Euro gelegen.
Zugleich werde die Mobilfunk-Infrastruktur ausgebaut, sagte der Vertreter des Kreises. Drei neue Antennenmaste seien in Betrieb, sechs weitere sind geplant und sollen noch in diesem Jahr ans Netz gehen. Die Mobilfunkabdeckung in Leopoldshöhe sei vergleichsweise gut. Bei der Telekom gebe es nach Angaben der Anbieter noch weiße Flecken, bei Vodafone und O2 nicht mehr.
Am 1. April 2026 sei der Förderaufruf für den Gigabitausbau ergangen, die sogenannte „Dunkelgraue-Flecken“-Förderung. Förderfähig seien alle Adressen mit Bandbreiten unter 300 Mbit/s im Download und unter 150 Mbit/s im Upload, die weder aktuell noch in den nächsten fünf Jahren mit höheren Bandbreiten versorgt werden, damit alle, die kein Glasfaser- oder Kabelanschluss (HFC) mit dem sogenannten DOCSIS 3.1-Upgrade haben. Nach Angaben von Vodafone ist ein DOCSIS 3.1-Upgrade die technische Modernisierung von TV-Kabelnetzen (HFC), um Gigabit-Geschwindigkeiten, die stabilere Verbindungen und höhere Upload-Limits ermöglichen. Die Kommunen, die sich an dem Programm beteiligen, müssen einen Eigenanteil tragen, finanzschwache wie Leopoldshöhe fünf Prozent der Ausbausumme, finanzstarke Kommunen müssen 15 Prozent aufbringen. In jedem Landkreis müssen mindestens fünf Kommunen teilnehmen, in Lippe sind es fast alle. Eine Einscheidung über die Förderung soll im November 2026 fallen.
Der Ausbau wird vor allem Asemissern und Becherdissern zugute kommen, aber auch die Nienhagener und Bexterhagener werden profitieren. Im Ortsteil Schuckenbaun hat die Deutsche Glasfaser in diesem Jahr ihren Ausbau abgeschlossen. Mit dem Ausbau sollen die letzten Lücken im schnellen Netz geschlossen werden.
Zurzeit sichten die Kommunen die Adresslisten und fahnden nach dauerhaft unbewohnten Adressen oder widersprüchliche Angaben. Bis zum 28. August 2026 müssen die Kooperationsverträge zwischen dem Kreis Lippe und den Kommunen unterzeichnet sein. Spätestens am 15. September 2026 muss der Förderantrag gestellt werden. Damit könnte der Ausbau 2027 beginnen, wenn es Unternehmen gibt, die die Arbeiten übernehmen wollen.





