Was aus den Spielplätzen werden soll

Die Spielgeräte auf dem Spielplatz Diesterwegstraße sollen auf Wunsch von Anwohnern verschwinden. Auch die Gemeindeverwaltung schlägt vor, den Platz zu schließen. Archivfoto: Thomas Dohna
Die Spielgeräte auf dem Spielplatz Diesterwegstraße sollen auf Wunsch von Anwohnern verschwinden. Auch die Gemeindeverwaltung schlägt vor, den Platz zu schließen. Archivfoto: Thomas Dohna

Grüne fordern Besichtigung

Leopoldshöhe (ted). Es ist schon fast zwei Jahre her, als im Sozialausschuss der Gemeinde ein Gutachten zu den Spielplätzen im Gemeindegebiet vorgestellt worden ist. Es enthielt Handlungsempfehlungen. Passiert ist seitdem nichts. Das ist Grund für die Fraktion der Grünen im Gemeinderat, nachzufragen.

Sie stellte für die jüngste Sitzung des Sozialausschusses mehrere Fragen. So wollte sie wissen, für welche Spielplätze Aufwertungen welcher Art angedacht seien, welche Spielplätze aufgegeben werden sollen und was mit den aufzugebenden Plätzen geschehen soll? Hier schlagen die Grünen vor, die Flächen als Grünflächen zu nutzen oder zu Generationentreffpunkten zu machen, was auch für Ältere wichtig sei.

Die Grünen wollten außerdem wissen, ob Fördermöglichkeiten recherchiert worden sind, und wie sich die prozentuale Kostenaufteilung zwischen Grünflächenpflege und Spielgerätewartung, -reparatur und Neuanschaffung ungefähr darstellt. Des Weiteren beantragen die Grünen die Besichtigung der Spielplätze vor einer Beschlussfassung zu Aufwertungen und temporären Aufgaben.

Die Fachbereichsleiterin Andrea Rodekamp verwies auf das 2024 erstellte Spielplatzkonzept. Es gebe mit der Mitteilungsvorlage 90/2024 einen Vorschlag der Verwaltung, welche Spielplätze geschlossen und zurückgebaut werden sollten. Entsprechend der Empfehlung aus dem Konzept verfolge die Verwaltung bei den Spielplätzen das Ziel „Qualität statt Quantität“. In der Ausschusssitzung im Mai 2025 sei das Thema behandelt worden. Eine Begehung durch die Ausschussmitglieder sei damals mehrheitlich abgelehnt worden.

Das Dach der Turmrutsche auf dem Spielplatz am Rehweg musste wegen Baufälligkeit abgenommen werden. Foto: Thomas Dohna
Das Dach der Turmrutsche auf dem Spielplatz am Rehweg musste wegen Baufälligkeit abgenommen werden. Der Spielplatz soll auf Vorschlag der Verwaltung geschlossen werden. Archivfoto (2023): Thomas Dohna

Beate Twittenhoff, Behindertenbeauftragte der Gemeinde fragte, ob barrierefreie Spielplätze geplant oder vorhanden seien. Fachbereichsleiterin Rodekamp verwies auf das neue Wohngebiet Brunsheide. Dort seien Spielbereiche mit barrierefreien Spielgeräten geplant.

Günter Dove (SPD) merkte an, dass es einige Leopoldshöher Spielplätze gebe, die in einem erbarmungswürdigen Zustand seien und dennoch bespielt werden würden. Sein Fraktionskollege Klaus Droste hielt den Antrag der Grünen für sinnvoll.  Seit der Erstellung der Studie habe sich die Bevölkerungsstruktur verändert. „Der aktuelle Zustand der Spielplätze treibt mich um“, sagte Droste. Die Zahl der Spielgeräte ginge zurück. In Bexterhagen, Drostes Wahlkreis, sei eine Schaukel abgängig. Eine solche gehöre zwingend zu einem Spielplatz. „Es passiert nichts“, stellt Droste fest. Ersatzbeschaffungen fänden zurzeit nicht statt.  „Da muss etwas passieren.“

Klaus Fiedler (CDU) sah nicht ein, Geld für Geräte auszugeben, die dann woanders aufgebaut würden. „Lasst uns das Konzept zügig angehen“, mahnte er. Für die Grünen steht fest, dass Spielplätze aufgegeben werden müssen. Günter Dove mahnte. „Kinder sollen nicht auf die Politiker warten müssen“.

Die Ausschussmitglieder einigten sich darauf, nach der Sommerpause eine Begehung der Spielplätze, die geschlossen werden sollen, anzubieten.

Diese acht Spielplätze von den insgesamt 23 Spielplätzen auf Gemeindegebiet sind aus Sicht der Verwaltung nicht mehr erhaltenswert:

Bolzplatz Nienhagen: Er werde nicht genutzt. Es gebe nur ein Tor auf der Seite des Schützenhauses. Auf der Seite der Herforder Straße sei das Risiko zu hoch, dass Bälle auf die Straße fliegen.

Spielplatz „Am Bruche“: Es seien kaum noch Spielgeräte vorhanden. Die noch vorhandenen seien unattraktiv. Es gebe attraktive Spielplätze in der Nähe.

Spielplatz „Hedwig-Dohm-Weg“: Die Verwaltung sie hier einen geringen Spielwert und fehlende Beschattung. Der Spielplatz könnte im Zuge neu entstehender Spielplätze im Quartier Brunsheide abgebaut werden.

Spielplatz „Im Grünen Winkel“: Dort gebe es alte Geräte. Der Platz habe kaum Spielwert. Der Perlkies müsste gegen Sand ausgetauscht werden.

Spielplatz „Diesterwegstraße“: Es sei nur noch eine Schaukel und ein Wipptier vorhanden. Unter der Schaukel müsse der Fallschutz erneuert werden.

Spielplatz „Rehweg“: Der Platz habe kaum Spielwert. Der Kletterturm ist abgängig.

Bolzplatz „Waldstraße“: Es sei nur ein Tor ohne Ballfangzaun vorhanden.

Spielplatz „Buchenstraße“: Der Platz haben alte Geräte und geringen Spielwert.

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