Das Asemisser Loch wird gefüllt

Heinrich Rempel baut am Asemisser Kreisel 25 Wohnungen. Foto: Thomas Dohna
Heinrich Rempel baut am Asemisser Kreisel 25 Wohnungen. Foto: Thomas Dohna

Immoloft baut dort Wohnungen

Asemissen (ted). Eines Tages bekam Heinrich Rempel eine Anfrage. Ob er sich vorstellen könne, die Baustelle auf dem ehemaligen Volksbankgelände am Asemisser Kreisel zu übernehmen, im Volksmund Asemisser Loch genannt. Nach einigem Überlegen sagte Rempel zu.

Das erste, was die Menschen, die täglich an der Baustelle vorbeikommen, sahen, war ein größer werdender Erdhügel. Ein paar Monate tat sich nichts. Rempel brauchte die Zeit. Die Pläne des ehemaligen Eigentümers der Fläche wollte Rempel nicht übernehmen, das schon gelegte Fundament und die Bodenplatte aber doch. Er ließ die Verhältnisse prüfen, er bekam von den Fachleuten grünes Licht und plante.

Rempel hat als Bauherr eine Idee. Er will Häuser nach dem modernsten KfW-Standard bauen. Die Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW) fördert seit Jahrzehnten den Wohnungsbau. Gegründet, um nach dem Zweiten Weltkrieg die Zerstörungen zu beseitigen und Wohnungen zu bauen, ist sie heute Treiber energiesparenden und klimafreundlichen Bauens. Sie lockt mit Zinsen, die günstiger sind als von jeder Geschäftsbank.

Rempel hat sich den Standard KfW 40+ QNG für die neuen Wohnungen vorgenommen. Dieser Standard kombiniert die Vorgaben für das Effizienzhaus 40+ mit nachhaltigem Bauen. Neben etlichen Nachweisen und Vorgaben zur Expertise der begleitenden Fachleute sollen bei einem solchen Haus erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Fossile Brennstoffe und auch Biomasse wie Pellets sind für Heizung und Warmwasser nicht erlaubt.

Die Anforderungen an einen niedrigen Primärenergiebedarf und an den Wärmeschutz sind höher als bei einem übliche 40+-Haus. Der Bauherr muss die Materialherkunft nachweisen. Es soll möglichst nachhaltig erzeugt sein und auch wieder entsorgt werden können. Möglichst viele Schadstoffe müssen vermieden werden und die Wohnungen müssen barrierefrei sein. Die KfW sieht, dass das zu höheren Baukosten, später aber zu niedrigeren Betriebskosten führt.

Das sieht Bauherr Rempel auch so. „Es ist doch am Ende gleich, ob die Mieten niedriger, dafür die Nebenkosten höher, oder die Mieten etwas höher, dann die Nebenkosten niedriger sind“, sagt er. Das Haus am Asemisser Kreisel ist nicht das erste, dass er nach diesem Standard baut. „Das war am Anfang richtig kompliziert“, sagt Rempel, der sich offenbar gern Herausforderungen stellt. Nicht nur er musste sich das Wissen erarbeiten, die Handwerker eben auch. Inzwischen haben alle gelernt und es läuft.

Rempel selbst ist Malermeister mit eigenem Betrieb. Maurer hatte er werden wollen. Es klappte mit der Lehrstelle nicht. Er nahm eine als Maler an, machte nach der Ausbildung schnell die Meisterprüfung und gründete seinen Betrieb. Das Bauen hat er nie aus dem Blick verloren. Heute führt er neben seinem Malerbetrieb eine Immobilienvermittlung und -verwaltung und baut Häuser.

Statt der ursprünglich geplanten 19 Wohnungen werden 25 entstehen. „Etwas kleiner“, sagt Rempel, der auf den Wohnungsmarkt blickt, wo kleine Wohnungen gesucht werden. Die Stellplätze für die Wohnungen sind in einer Tiefgarage zu finden. Nicht alle Stellplätze werden eine Wallbox für E-Autos haben, was nicht an Rempel liegt, wie er beteuert. Vor dem Haus wird es Besucherparkplätze geben und eine Wiese. Zu Weihnachten 2027 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein – wenn das Wetter mitspielt.

Das Haus soll mit einer Wärmepumpe beheizt werden und bekommt eine Photovoltaikanlage auf die Dächer. Die Fassade wird weiß, mit Silikatfarbe gestrichen. Außerdem gibt es Balkone.

Der Erdhaufen wird dann verschwunden sein. „Die Erde brauchen wir zum Verfüllen“, sagt Rempel, „eine Menge ist ja auch schon weg.“ (Anmerkung der Redaktion: Der Erdhaufen ist inzwischen verschwunden.)

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