Schadstoffe in Schule gefunden

Der OGS-Trakt der Grundschule Asemissen soll um ein Stockwerk aufgestockt werden. Außerdem plant die Gemeinde einen Anbau. Jetzt sind dort Asbest und PCB gefunden worden. Foto: Thomas Dohna
Der OGS-Trakt der Grundschule Asemissen soll um ein Stockwerk aufgestockt werden. Außerdem plant die Gemeinde einen Anbau. Jetzt sind dort Asbest und PCB gefunden worden. Foto: Thomas Dohna

Asbest und PCB

Asemissen (ted). Der Fund könnte die Erweiterung des OGS-Anbaus der Grundschule Asemissen verzögern. Bei einer routinemäßigen Untersuchung haben Fachleute im Putz des OGS-Altbaus an der Grundschule Asemissen Asbest und PCB gefunden, teilt die Gemeinde mit.

Die Stoffe seien in Vorbereitung auf die beginnenden Sanierungsarbeiten im Altbau in den Räumen und in den Fluren gefunden worden, schreibt die Gemeindeverwaltung. Die eigentlichen Arbeiten an den betroffenen Gebäudeteilen hätten noch nicht begonnen. Die Räume würden zurzeit nicht für den OGS-Betrieb genutzt. Die Gruppen sind in einer Containeranlage auf dem Sportplatz der Grundschule untergebracht.

Die Gemeinde nehme den Befund sehr ernst und habe die notwendigen Schritte eingeleitet. Mit Fachleuten werde derzeit geprüft, in welchem Umfang schadstoffbelastete Materialien vorhanden und welche Maßnahmen für einen sicheren Umgang und die anschließende Sanierung erforderlich seien. Dazu wird es Untersuchungen auch in den angrenzenden Räumen, also der Schule und des Lehrschwimmbades geben, heißt es in der Mitteilung.

Die Gemeindeverwaltung sei sich bewusst, dass der Schadstofffund bei Eltern Fragen und Sorgen auslösen könne. Daher informiere die Gemeinde über den Sachverhalt. Die Gesundheit und Sicherheit der Kinder und Beschäftigten hätten höchste Priorität, schreibt die Gemeinde.

Zunächst würden die weiteren Untersuchungen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen abgestimmt. Sobald die Ergebnisse der weiteren Untersuchungen und konkrete Informationen zum weiteren Vorgehen vorliegen, werde die Gemeinde darüber informieren, heißt es in der Mitteilung.

Die Gemeinde bittet um Verständnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Fragen abschließend beantwortet werden können. Ziel sei es, den Sachverhalt fachlich sorgfältig zu klären und anschließend alle notwendigen Maßnahmen sicher und verantwortungsvoll umzusetzen.

An der Grundschule Asemissen soll ein Erweiterungsbau für die OGS-Gruppen der Schule gebaut werden. Außerdem soll der Altbau saniert und um eine Etage aufgestockt werden. Die geplanten Gesamtkosten betragen rund zehn Millionen Euro. Die jetzt nötige Schadstoffsanierung dürfte die Kosten deutlich in die Höhe treiben. Darüber macht die Gemeinde bislang keine Angaben.

Die Kosten für eine Asbestsanierung betragen nach Angaben spezialisierter Unternehmen zwischen 60 und 130 Euro pro Quadratmeter zu sanierender Fläche. Bei PCB-Materialien werden bis zu 250 Euro pro Meter Fugenbänder aufgerufen. Bei Anstrichen oder Deckenplatten werden bis zum 400 Euro pro Quadratmeter fällig.

Asbest ist ein faseriges Material, das in Deutschland bis 1993 verwendet werden durfte. Die Fasern sind extrem klein, nahezu unsichtbar und können sich daher nach dem Einatmen tief in das Lungengewebe einarbeiten. Asbest kann zu schwerem Lungenkrebs, Brustfellkrebs (Mesotheliom) sowie zu einer chronischen Staublungenerkrankung (Asbestose) führen. Die Symptome zeigen sich oft erst Jahrzehnte nach dem Kontakt. Fest gebunden ist Asbest keine Gefahr.

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind Chlorverbindungen, die bis zum Verbot in den 1980er Jahren vor allem als Weichmacher in Fugenmassen, Lacken und Kunststoffen verwendet wurden. Die Stoffe sind langlebig, reichern sich im Körperfett an und gelten als gesundheitsschädlich sowie krebsauslösend.

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