
Kartoffel- und Dreschfest des Heimatvereins
Leopoldshöhe (ted). Überall auf dem Gelände des Heimathofes sind sie zu sehen: Menschen mit Klemmbrettern unter dem Arm, die etwas suchen. Sie sind Teilnehmer der neuen Heimathof-Rallye bei Kartoffel- und Dreschfest des Heimatvereins.
Die Rallye ist eigentlich für Kinder gedacht. Sabine Bastert und Edeltraud Dombert hatten sich sich rund 20 Fragen rund um den Heimathof und das Heimatmuseum ausgedacht. Es geht um die Geräte in der neuen Remise auf dem Heimathof, um den Brunnen vor dem Museum und um die nicht leicht zu findenden Hochbeete. Die Zahl der Schafe auf dem Heimathof muss gefunden werden.
Schon morgens um 10 Uhr kommen die ersten Gäste zum Heimathof. Da sind die Aktiven des Heimatvereins noch dabei, die letzten Vorbereitungen abzuschließen. Die Pfanne für die Kartoffelpuffer bringen sie auf Temperatur, die Fritteusen für die Pommes und den Grill für die Bratwürste heizen sie an.

Die Treckerfreunde Leopoldshöhe haben einen Teil ihrer Geräte auf der Obst- und Schafwiese am Heimathof aufgereiht. Schlepper von Schlüter, Fendt, MacCormack und Lanz glänzten. Sie bieten die angemessene Kulisse für die Vorführung mit der historischen Dreschmaschine, die ein Trecker wie anno dunnemals auf den Höfen der Umgebung über einen langen ledernen Treibriemen antreibt.

Oben schaufelt Baldur Havemann die schon vor einigen Wochen von den Treckerfreunden geernteten Getreidegarben auf die Maschine, wo sein Enkel Erik die Garben aufschneidet und in die Maschine stopft. Unten kümmert sich Vater Thomas Havemann um die Getreidesäcke mit dem frisch gedroschenen Korn. Dieter Sieweke schiebt das ausgedroschene Stroh in den Ballenbinder, den ein Traktor über eine Welle antreibt. Das Rattern der Geräte zieht viele Schaulustige an.

Etwas ruhiger geht es auf dem kleinen Kartoffelacker zu, auf den Kinder mit Hilfe einer Forke Kartoffeln ausgraben und aufsammeln dürfen. Detlev Thamm hat in einer Schale ein Feuer entzündet, in dem die Kinder ihre Kartoffeln backen.

Tischlerin Michelle Freund hat 25 Nistkästen vorbereitet, die die Besucherinnen und Besucher mit Hilfe von Akku-Schraubern zusammenschrauben. Ein paar Meter weite vor dem Heimatmuseum bieten Sandra Linnenbecker, Connor Smok und Matthias Pavan vom Leos Blätterdruck auf Stoffbeuteln, Sackhüpfen und Kartoffellauf an. Daneben stehen Edeltraud Dombert und Sabine Bastert mit der Anlaufstelle für die Heimathofrallye. Claudia Glietz-Ganster informiert mit Jagd-Kollegen mit der rollenden Waldschule über die Tiere in freier Wildbahn. Gegenüber stehen die Aktiven des Naturschutzbundes. Sie informieren über den Naturschutz in Leopoldshöhe und was jeder dazu beitragen kann. Im Backhaus gibt die Küchenmannschaft blechweise Apfelkuchen und Kaffee aus.

Auf der Großen Obstwiese bietet Gerhard Schemmel von den Treckerfreunden mit seinem kleinen Lanz und seinem Anhänger mit Sitzbänken Rundfahrten über die Obstwiese an. Nebenan sorgt Hermann Oortman für volle Kartoffeltüten. Die Erdfrüchte sind zuvor mit dem Kartoffelroder geerntet und und anschließend per Rüttler gereinigt worden.

Auf dem Acker hat sich eine Gruppe Traktorenfreunde ausder Umgebung eingefunden. Eine Unimog 411 und ein Deutz-Laster schlagen etwas aus der Art. Zwischendurch sind zwei schwere Ursus-Traktoren zu Gast, deren unverkennbares Stampfen des Zehn-Liter-Einzylinder-Motors unüberhörbar ist.

Theodor und Maria Steiling aus Beelen zeigen den Weg vom Korn zu Brot und rufen zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln auf. Museumswart Helmut Müller im Heimatmuseum freut sich über einen steten Strom von großen und kleinen Besuchern. „Es ist immer etwas los“, sagt er und wirkt zufrieden.
Viele Familien sind gekommen, darunter Dorothee Meier. „Wir sind jedes Jahr hier“, sagt sie. Es sei einfach schön auf dem Heimathof. Den Kindern würde viel geboten.

Dann, als der meiste Trubel vorbei ist, sitzt der Vorsitzende des Heimatvereins Helmut Depping auf der Bank vor dem Museum. Zwischen durch hat er noch Getränke nachordern müssen. Ein anderer Verein half gern aus. Mit einem solchen Zuspruch wie in diesem Jahr hatte der Verein nicht gerechnet. Die Kartoffelpuffer – alle weg. Die Fritteusenbediener kamen kaum den Pommesbestellungen nach. „Es ist doch schön, wenn alles so gut klappt“, sagt Depping, während um ihn herum das große Einpacken und Aufräumen beginnt.





