
Initiative appelliert an Ratsmitglieder
Leopoldshöhe (ted). Die „Initiative zum Erhalt der kommunalen Kindertagesstätten“ appelliert an die Ratsmitglieder, in ihrer Sitzung am Donnerstag, 15. Oktober 2026, den Beschluss zur Schließung der Kita Greste aufzuheben.
Nach Angaben der Bürgerinitiative hat die Gemeinde den Eltern der Kindertagesstätte Greste in einem Schreiben mitgeteilt, dass in den drei verbleibenden kommunalen Einrichtungen nicht genügend Ü3-Plätze vorhanden seien, um alle derzeit in der Kita Greste betreuten Kinder aufzunehmen. Aus diesem Grund solle bei der Vergabe der Plätze das Los entscheiden.
Das schaffe Unsicherheiten für Familien mit mehreren Kindern, da Geschwisterkinder nicht automatisch zusammen untergebracht werden. „Das bedeutet ganz konkret: Eine Familie kann morgens ein Kind beispielsweise nach Asemissen und das Geschwisterkind nach Leopoldshöhe oder Schuckenbaum bringen müssen – und beide nachmittags wieder an unterschiedlichen Standorten abholen“, schreibt die Initiative.
Neben doppelten Anfahrtswegen und erheblichem Zeitdruck kämen auf die Eltern organisatorische Hürden durch abweichende Schließzeiten verschiedener Träger zu. Zudem könne die Regelung auch Familien mit Kindern in den anderen kommunalen Kitas treffen.
Die Initiative verweist auf das Bürgerbegehren, 3.459 Bürgerinnen und Bürger haben das Bürgerbegehren zum Erhalt der Kita-Standorte mit ihrer Unterschrift unterstützt. Das entspreche knapp 25 Prozent der Wahlberechtigten in Leopoldshöhes. „Fast jeder vierte Wahlberechtigte hat damit ein deutliches Zeichen für den Erhalt der kommunalen Kindertagesstätten gesetzt“, stellt die Initiative fest. Unabhängig von der rechtlichen Prüfung durch die Verwaltung bleibe dieses Votum ein starkes Signal der Bürgerschaft, das Politik und Verwaltung nicht ignorieren könnten.
Mit Blick auf die Ratssitzung begrüßt die Bürgerinitiative Anträge aus der Politik, die den Beschluss des Gemeinderates zur Schließung der Kita Greste aufheben wollen. In ihrer Mitteilung richtet sie einen persönlichen Appell an alle Ratsmitglieder: „Betrachten Sie nicht nur die langfristige politische Entscheidung, sondern auch deren ganz konkrete Folgen für den Alltag der Familien. Hier geht es nicht mehr um theoretische Szenarien.“ Eine erneute Beratung im Rat bedeute nicht, bisherige Arbeit infrage zu stellen, sondern auf eine nun konkret gewordene Notlage der betroffenen Kinder und Eltern zu reagieren.
Die Gemeindeverwaltung weist in einer Mitteilung darauf hin, dass bis zu 103 Plätze in Tagesstätten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zur Verfügung stehen. Die AWO habe in den vergangenen Jahren durch Umstrukturierungen und Gruppenschließungen bis zu 60 Plätze abgebaut. Das entspreche einer dreigruppigen Kita.
Die Räumlichkeiten stünden zur Verfügung und könnten bei Bedarf in Betrieb genommen werden, schreibt die Verwaltung. Außerdem seien in den bestehenden Einrichtungen und Gruppen der AWO bis zu 35 Plätze nicht vergeben. In der Kita des DRK sind nach Angaben der Gemeinde acht Plätze frei. Die DRK-Kita spricht von sechs Plätzen. Damit übersteige das Angebot die Nachfrage, schreibt die Verwaltung.
Die Sitzung des Gemeinderates beginnt am Donnerstag, 15. Oktober 2026, um 18.30 Uhr im Saal des Rathauses. Die Sitzung ist öffentlich.
Hinweis:
Wir haben die Zahl der Plätze in der DRK-Kita angepasst.




