
Viertes Bürgerforum
Asemissen (ted). Drei große Themen standen auf der Tagesordnung des vierten Bürgerforums, bei zweien davon ging es um den vom Menschen verursachten Klimawandel. Es handelt sich um die Wärmeplanung der Gemeinde und ein Konzept, mit dessen Hilfe sich Leopoldshöhe an die Folgen des Klimawandels anpassen kann.
Für beide Themen ist Michael Kriszan in der Gemeindeverwaltung verantwortlich. Die Kommunale Wärmeplanung sei in Arbeit. Mit ihrer Erstellung sei ein Dresdener Büro beauftragt. „Wir wollen weg von der Erdgasversorgung“, sagte Kriszan. Ziel sei es, Strom, Biomasse oder Biogas für die Wärmeerzeugung zu nutzen. Hauptsächlich werde die Wärmepumpe eingesetzt werden. Biomasse sei teuer, Biomethan stünde nicht ausreichend zur Verfügung.
Ein herausragendes Ziel der Wärmeplanung sei es, den vor Ort besten und kosteneffizientesten Weg zu einer klimafreundlichen und fortschrittlichen Wärmeversorgung zu ermitteln, heißt es auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Landeswärmeplanungsgesetz legt fest, dass eine Wärmeplanung für Kommunen verpflichtend ist. Dafür zahlt das Land 165.000 Euro Grundbetrag und 1,36 Euro pro Einwohner an die Kommunen und übernimmt so die Kosten. Bis zum 30. Juni 2028 muss die Wärmeplanung fertig sein. „Wir wollen das früher schaffen“, sagt Krizsan.
Die Wärmeplanung sei ein informelles Planungsinstrument zur langfristigen Gestaltung der Wärmeversorgung. Ziel sei es herauszufinden, wo Wärmenetze aufgebaut werden können. Alle fünf Jahre muss der Wärmeplan fortgeschrieben werden. Sie enthält auch Maßnahmen zur Umsetzung der Planung.
In Leopoldshöhe seien voraussichtlich nur Mikronetze möglich, bei denen sich Eigentümer von vier oder fünf Gebäuden zu einer gemeinsamen Wärmeversorgung zusammenschließen, sagte Kriszan. Es gäbe Ansätze in der Gemeinde wie an Bobes Feld, wo sich mehrere Eigentümer eine Wärmeversorgung teilen. Es gebe aber keine Pflicht, ein Wärmenetz zu nutzen oder zu bauen, sagte Kriszan.
Die Einwohner Leopoldshöhes können sich an einer Erhebung der Gemeinde beteiligen. Über die Website der Gemeinde kann ein Fragebogen angesteuert werden. Knapp 100 Bürger hätten den Fragebogen bislang ausgefüllt.
Anders als die Wärmeplanung ist das Klimafolgenanpassungskonzept noch nicht in Arbeit. Ab dem 1. Januar 2027 ist es allerdings für die Kommunen Pflicht, ein solches Konzept aufzustellen. Die Kosten werden vom Land getragen. „Der Klimawandel hat sich im Sommer deutlich gezeigt“, sagte Kriszan.
Mit dem Konzept sollen Möglichkeiten erarbeitet werden, den Ort an die veränderten Bedingungen anzupassen. Die Anpassung könne durch Begrünung geschehen oder durch Entsiegelung beispielsweise von Schulhöfen. Regenwassermanagement wie es im neuen Wohngebiet Brunsheide gebaut wird, führte Kriszan aus. Zum Hitzeschutz könnten Kühlräume vorgesehen werden, wie der Raum Mysłakowice, der über eine Klimaanlage verfügt. In dem Raum könnten sich Menschen abkühlen, in deren Wohnungen es zu heiß ist.
Vom Land kämen Daten, wo es in der Gemeinde besondere Hitzeorte gibt, wie zum Beispiel den Marktplatz. Es könne wie bei der Wärmeplanung einen Fragebogen für die Einwohner oder auch Ortsbegehungen geben. „Wir werden uns alle kommunalen Einrichtungen anschauen“, sagte Krizan, zum Beispiel auch Spielplätze.
Im vergangenen Sommer seien Bushaltestellen ganz unangenehm als Hitzespots aufgefallen, hieß es aus dem Publikum. Die größten Probleme zeigten Schulen, Altenheime und Krankenhäuser, die hätten meistens keine Klimaanlagen.
Für das Rathaus sieht Kriszan die Möglichkeit, Räume zu identifizieren, die besonders heiß werden. Auf dem Rathaus gebe es PV-Anlagen mit ausreichender Leistung, um im Sommer Klimaanlagen zu betreiben.






