Die Faulbrut greift die Bienen an

Guido Letmathe zeigt ein Rähmchen, in dem die Bienen ihre Waben bauen. Foto: Thomas Dohna
Guido Letmathe zeigt ein Rähmchen, in dem die Bienen ihre Waben bauen. Archivfoto: Thomas Dohna

Sperrbezirk in Leopoldshöhe und Teilen Oerlinghausens

Leopoldshöhe/Oerlinghausen (ted). In der Gemeinde Leopoldshöhe hat der Kreis Lippe die für den Bienennachwuchs gefährliche Amerikanische Faulbrut (AFB) festgestellt und eine Sperrbezirk eingerichtet. Das bringt für Imker Einschränkungen mit sich, sagt Guido Letmathe, der den Bienenlehrstand auf dem Heimathof betreut und dort einen Imkerkurs unterrichtet.

Der vom Kreis Lippe festgelegte Sperrbezirk umfasst Teile des Gebietes der Gemeinde Leopoldshöhe sowie angrenzende Bereiche im Norden Oerlinghausens. Der Sperrbezirk liegt zwischen Greste im Osten, Barkhausen bis zur B 66 im Süden, Berkenbruch im Westen sowie Milse und Evenhausen im Norden. Eine genaue Darstellung ist im Geoportal des Kreises Lippe abrufbar (https://geoportal.kreislippe.de/geoportal/application/untersuchungs_sperrbezirke).

Mit der Einrichtung des Sperrbezirkes gehen Verpflichtungen für Imker einher. Sie sind verpflichtet, ihre Bienenstände bis spätestens Montag, 27. April 2026, beim Veterinäramt des Kreises Lippe per E-Mail an vetlmue@kreis-lippe.de oder telefonisch unter (05231) 622171 zu melden. Erforderlich sind der Name, die Anschrift, die Erreichbarkeit sowie der Standort und die Anzahl der Bienenvölker. Diese Maßnahme dient dazu, mögliche weitere Infektionsherde frühzeitig zu erkennen und eine Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern.

Ohnehin seien Imker verpflichtet, ihre Völker anzumelden, sagt Letmathe. „Das machen aber nicht alle.“ Und das sei ein Problem. Man wisse daher nicht, ob alle Imker ihre Völker untersucht und Proben an Sachverständige eingeschickt haben. „Ist die Probe negativ, weiß ich, ich bin sauber“, sagt Letmathe.

Befallene Bienenvölker können unter Umständen gerettet werden, nämlich dann, wenn der Befall noch nicht zu sehr fortgeschritten ist. Sonst müssen die Völker abgeschwefelt, also getötet werden.

Die Amerikanische Faulbrut ist ein Bakterium, das die Brut der Bienen befällt. Die Bakterien können sich wie bei jedem Pilz überall niederlassen, auf den Körpern der Bienen genauso wie auf Werkzeugen oder der Kleidung der Imker. „Das kann ganz leicht verschleppt werden“, sagt Letmathe. Die Bienen selbst versuchen den Bienenstock zu sanieren, was aber nicht gelingt. Die Brut werde immer schwächer. Schwache Völker können von noch gesunden Völkern überfallen und ausgeraubt werden. So kann sich die Faulbrut verbreiten.

Die Imker dürfen im Sperrbezirk die Bienenstöcke nicht versetzen. Bienen, Waben, Wachs, Honig oder Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden und Bienenvölker dürfen nicht in den Sperrbezirk gebracht werden.

Die Amerikanische Faulbrut ist eine bakterielle Erkrankung der Bienenbrut. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich. Auch Honig kann weiterhin bedenkenlos verzehrt werden. Ziel der Maßnahmen ist ausschließlich der Schutz der Bienenvölker und damit auch der wichtigen Bestäubungsleistung für Landwirtschaft und Natur, schreibt der Kreis Lippe.

Ein wichtiges Puzzleteil bei der Verbreitung der Krankheit sind nicht gründlich ausgewaschene Honiggläser, warnt Letmathe. Bienen nutzen die Honigreste, um ihre Brut zu füttern. War vorher eine Biene eines infizierten Volkes im Glas, wird die Krankheit auf andere Völker verschleppt. „Waschen Sie Ihre Gläser gründlich aus, bevor Sie sie in den Glascontainer werfen“, bittet Letmathe.

Weitere Informationen sowie Hintergründe zur Amerikanischen Faulbrut gibt es unter www.kreis-lippe.de

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