Das gab es noch nie

Die Jugendfeuerwehr demonstrierte eindrücklich ihr Können bei einem Simultaneinsatz auf dem Feuerwehrgelände. Fotos: Edeltraud Dombert
Die Jugendfeuerwehr demonstrierte eindrücklich ihr Können bei einem Simultaneinsatz auf dem Feuerwehrgelände. Fotos: Edeltraud Dombert

Regen und Kälte beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr

Leopoldshöhe (ED). Die Ausrichter waren sich einig: „Regen und Temperaturen im einstelligen Bereich gab es noch nie beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldshöhe, der wie in jedem Jahr am Himmelfahrtstag stattfand. Die Eisheiligen, nach katholischen Heiligen benannt, sind in jedem Jahr vom 11. bis zum 15. Mai und machten ihrem Namen alle Ehre.

Die Wehrleute hatten angesichts der zu erwartenden Witterung vorgesorgt. Das Kuchenbuffet wurde im Seminarraum aufgebaut. Hier luden viele geschmückte Tische zu Verweilen ein. In der freigewordenen kleinen Halle der Jugendfeuerwehr hatte die einen großen Basteltisch vorbereitet: Kinder falteten dort Feuerwehrfahrzeuge aus Pappe, es gab Kinderbücher zum Thema Feuerwehr und viele Feuerwehrspielzeugautos für die Kleinsten.

Die Puppenbühne der Extertaler Feuerwehr spielte vor vollen Zuschauerbänken.
Die Puppenbühne der Extertaler Feuerwehr spielte vor vollen Zuschauerbänken.

Auch die Zuschauerbänke für die Besucher und Besucherinnen der Puppenbühne von der Extertaler Feuerwehr standen im Trockenen. Das große Rolltor war hochgefahren und die Bühne von außen dicht davorgestellt. In der Halle gab es auch wieder das beliebte Feuerwehrquiz, mit dem die Kinder rallyemäßig über das Gelände geschickt wurden, um die nötigen Antworten auf die gestellten Fragen zu bekommen und praktische Aufgaben zu lösen. Das Kistenstapeln, das in den vergangenen Jahren im Eingangsbereich des Hofes platziert worden war, war nun auch ins Trockene umgezogen.

Die Feuerwehrfahrzeuge waren zum Parcours aufgefahren, jedes mit einem Schild versehen, auf dem die technischen Daten des Fahrzeugs zu lesen waren. Um den Getränkestand auf dem Hof und neben dem Bratwurststand waren zusätzliche Pavillons zum Unterstellen aufgebaut. Auch der Popcornstand des Roten Kreuzes war überdacht. Lediglich die Dartwand, die Hüpfburg und der Spielsandhaufen standen und lagen im Freien. Am Getränkestand in der großen Halle hatten die Feuerwehrleute angesichts der Temperaturen besonders an die Kinder gedacht und boten Kinderpunsch an.

Nele Schubert schneidet eine der vielen selbstgebackenen Torten an, die beim Tag der offenen Tür angeboten wurden.
Nele Schubert schneidet eine der vielen selbstgebackenen Torten an, die die Ehefrauen der Feuerwehrleute beim Tag der offenen Tür anboten.

Beim Aufschneiden der Kuchen und Torten fachsimpelten die Feuerwehrfrauen, ob und wieviel Kuchen wohl übrigbleiben würde. Man war sich allerdings einig, dass viele Besucher sich ein selbstgebackenes Stück Kuchen oder Torte zu sehr zivilen Preisen nicht entgehen lassen und es notfalls auch mit nach Hause nehmen würden.

Die erste Vorstellung der Puppenbühne war um 11 Uhr. Vor vollen Zuschauerbänken erfuhren die Kinder, wofür Rauchmelder gut sind und dass Rauchen nicht nur ungesund ist, sondern auch gefährlich sein kann und versprachen dem Kasper, auf keinen Fall zu rauchen. Die Extertaler Puppenbühne ist in jedem Jahr am Tag der offenen Tür dabei. In diesem Jahr sei ein Zuschauerrekord zu verzeichnen, so die Akteure.

Die Jugendlichen des Roten Kreuzes betreuen die verletzte Person des Einsatzes der Jugendfeuerwehr. Einsatzleiterin Sarah Schurig (vorn links) behält alles im Blick.
Die Jugendlichen des Roten Kreuzes betreuen die verletzte Person des Einsatzes der Jugendfeuerwehr. Einsatzleiterin Sarah Schurig (vorn links) behält alles im Blick.

Gleich im Anschluss demonstrierte die Jugendfeuerwehr ihr Können. Bei einem simulierten Einsatz stand ein geschlossener Pavillon unter Rauch und musste gelöscht werden. Mit Sirene und Blaulicht kam die Jugendfeuerwehr angefahren und arbeitete den Löschangriff unter der Einsatzleitung von Sarah Schurig professionell und zügig ab. Die Einsatzkräfte der Jugendfeuerwehr retteten eine verletzte Person aus dem Pavillion. Hier kamen auch die Jugendlichen des Roten Kreuzes Leopoldshöhe zum Einsatz. Sie versorgten die Verletzte und transportierten sie auf einer Trage davon. Trotz des anhaltenden Regens gab es am Rande des Einsatzes viele große und kleine Zuschauer und zum gelungenen Abschluss der Demonstration viel Applaus für die Jugendlichen.

Linus Friedemann hat erfolgreich die Getränkekisten gestapelt und sich dafür einen kleinen Preis erklettert.
Linus Friedemann hat erfolgreich die Getränkekisten gestapelt und sich dafür einen kleinen Preis erklettert.

Nach der gelungenen Demonstration lud Pressesprecher Christoph Kessler Besucherinnen und Besucher zu einem abseitsstehenden Pkw ein. Hier konnten sie sich zeigen lassen, was zu tun ist, wenn Kind und Schlüssel im Auto eingeschlossen sind, eine Situation, in die sich viele hineinversetzen konnten.

Wer nicht um des Kuchenbuffets willen gekommen war, den hatte sicherlich die Erbsensuppe gelockt, die pünktlich und frisch von André Buschmeier und seiner Küchen-Crew zubereitet worden war und nun aus der restaurierten Gulaschkanone serviert wurde. Buschmeier feierte an diesem Tag nicht nur den wie immer starken Zuspruch auf seine leckere Suppe, sondern ganz nebenbei auch noch sein 25-jähriges Jubiläum als Küchenchef bei der Freiwilligen Feuerwehr. Und für alle Nicht-Suppen-Fans gab es natürlich die bekannte Manta-Platte.

Christian Schiebel (links), Ronny Smok (dritter von links) und Dirk Teubner begutachten den Zustand der Bratwürste, während Meik Funke die Erbsensuppe der "Küchenbrigade" testet.
Christian Schiebel (links), Ronny Smok (dritter von links) und Dirk Teubner begutachten den Zustand der Bratwürste, während Meik Funke die Erbsensuppe der “Küchenbrigade” testet.

Auch die Sonne wagte sich für kurze Zeit hervor, um aber wenig später wieder hinter dicken Regenwolken zu verschwinden.

Am späten Mittag fuhr Jens Seidensticker die 30-Meter-Drehleiter ein. Ebenerdig demonstrierten drei Feuerwehrleute sehr eindrücklich, wie ein Mensch auf einer Trage über den Korb der Drehleiter zum Beispiel aus dem Obergeschoss eines Hauses gerettet werden kann. Die Aktion wurde durch fachmännische Kommentare von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Bielefeld begleitet, die als Gäste dabeistanden.

Als "Fahrgast" in der Drehleitertrage hatte sich Rotkreuzleiter Christian Auffenberg zur Verfügung gestellt. Jens Seidensticker führte die Technik vor.
Als “Fahrgast” in der Drehleitertrage hatte sich Rotkreuzleiter Christian Auffenberg zur Verfügung gestellt. Jens Seidensticker führte die Technik vor.

Das Fazit des durchwachsenen Tages war: Gute Stimmung, viel Zuspruch und ein leerer Suppentopf – Zufriedenheit bei allen Beteiligten trotz des Wetters.

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