
Fortbildung von Fachkräften in evangelischen Kita
Detmold/Kreis Lippe. Mit einem Gottesdienst in der evangelisch-reformierten Kirche Heidenoldendorf ist die Langzeitfortbildung „Die Hoffnung stärken“ in Trägerschaft der Evangelischen Erwachsenenbildung erfolgreich ausgeklungen. Ihre Zertifikate und den kirchlichen Segen für den Dienst in evangelischen Kindertageseinrichtungen in Lippe erhielten 13 pädagogische Fachkräfte, teilt die Lippische Landeskirche mit.
Die Fortbildung wurde von Gudrun Babendererde, Fachberaterin für evangelische Kindertageseinrichtungen, gemeinsam mit Sozialpädagogin Vera Sarembe sowie Gemeindepädagoge und Prädikant Reiner Kutsche geleitet. Ziel der anderthalbjährigen Weiterbildung sei es gewesen, das religionspädagogische Profil der evangelischen Kitas zu stärken, erläuterte Gudrun Babendererde. In sechs Modulen trafen sich die Teilnehmenden jeweils für zwei intensive Fortbildungstage. Vermittelt wurden Grundlagen und praktische Methoden rund um Bibelgeschichten, Rituale, Gebete, das Kirchenjahr und religiöse Bildungsarbeit im Kita-Alltag. Materialien wie die Basisbibel und umfangreiche Praxisordner unterstützten die Arbeit der Teilnehmenden.
Im Gespräch mit Vera Sarembe-Ridder berichteten die Absolventinnen Evodia Siemens und Kerstin Budde von ihren Erfahrungen während der Fortbildung. Besonders wertvoll sei der Austausch untereinander gewesen. Gemeinsam habe man gelernt, biblische Geschichten spannend zu erzählen, kreative Verarbeitungsmethoden einzusetzen und neue Kinderlieder kennenzulernen. In ihren Einrichtungen wirken sie nun als Multiplikatoren und geben ihre Erfahrungen im Team weiter.
Eindrucksvoll erzählte Gudrun Babendererde die Wunderheilung des blinden Bartimäus aus der Ich-Perspektive. Die Geschichte von neuen Blickwinkeln griff Diakon Reiner Kutsche in seiner Predigt zum Thema „Crossroads – Wenn Wege sich kreuzen“ auf. Ausgehend von der Begegnung zwischen Philippus und dem äthiopischen Kämmerer der Apostelgeschichte zog Reiner Kutsche Parallelen zur gemeinsamen Fortbildung. Kreuzungen seien Orte der Begegnung, wo auch oft Kirchen stünden. Menschen, die sich zuvor nicht kannten, seien einander begegnet und hätten den Weg geteilt. Wie Philippus den Kämmerer begleitet habe, habe das Leitungsteam die Teilnehmenden begleitet und gestärkt.
Der christliche Glaube, so Kutsche, begleite Menschen auch dann, wenn Begegnungen enden und der Alltag beginne. Gottes Geist sende Menschen in neue Begegnungen zu Kindern, Eltern, Kolleginnen und Kollegen.
Andreas Mattke, Landespfarrer für Kirche und Schule, dankte den Teilnehmenden für ihr zusätzliches Engagement neben dem anspruchsvollen Kita-Alltag. „Kinder haben ein Recht auf Religion, Fragen nach Gott und dem Sinn des Lebens“, betonte er. Die Fortbildung habe die Fachkräfte befähigt, aufmerksam zuzuhören und Räume für religiöse Erfahrungen zu öffnen.
Dank richtete Mattke auch an die Träger und Leitungen der Einrichtungen, die die Weiterbildung unterstützt hätten. Dadurch werde der „Markenkern“ evangelischer Kitas gestärkt: Glaube solle nicht nur organisatorisch durch den Namen vorhanden sein, sondern im Alltag durch Werte, Gemeinschaft und Feste gelebt werden.
Besonders hob Mattke das Leitungsteam hervor, das die Fortbildung mit „Fachlichkeit, Herz, Humor und Leidenschaft“ gestaltet habe.
Die nächste Langzeitfortbildung ist ab dem ersten Quartal 2027 geplant. Infos dazu unter bildung@lippische-landeskirche.de.



