Gasnetzentgelte weiter gestiegen

Die Grafik zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Gasnetznutzungsentgelte in Lippe von 2017 bis 2026 für drei ausgewählte Abnahmefälle nicht leistungsgemessener Kunden Bildquelle: IHK Lippe
Die Grafik zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Gasnetznutzungsentgelte in Lippe von 2017 bis 2026 für drei ausgewählte Abnahmefälle nicht leistungsgemessener Kunden
Bildquellen: IHK Lippe

IHK Lippe vergleicht Netzentgelte für Gas

Kreis Lippe. Unternehmen und Bürger:innen in Lippe müssen im Jahr 2026 für die Nutzung des Gasnetzes meist tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr, teilt die IHK Lippe mit.

„Sowohl für Sondervertragskunden als auch für kleine Gewerbebetriebe sind die Netzentgelte im Schnitt aller lippischen Gasnetzbetreiber um 13 Prozent gestiegen“, berichtet Matthias Carl, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe). Die Preisveränderung falle allerdings sehr unterschiedlich aus. Sie liege je nach Abnahmefall zwischen -2,8 und 36,0 Prozent, so Carl. Im Schnitt müssten Gaskunden in Lippe zudem höhere Netzentgelte zahlen als in der näheren Umgebung.

Das sind Ergebnisse des aktuellen IHK-Vergleichs der Gasnetzentgelte für Lippe und Umgebung, berechnet am Beispiel von sechs verschiedenen Abnahmefällen aus Unternehmen. Mess- und Abrechnungskosten wurden beim Netzentgeltvergleich nicht berücksichtigt. Die Netzentgelte sind auf den Internetseiten der Netzbetreiber veröffentlicht.

Die Grafik zeigt die durchschnittlichen Gasnetznutzungsentgelte in Lippe und Umgebung für drei ausgewählte Abnahmefälle leistungsgemessener Kunden

Die meisten kleineren Unternehmen zählen zu den „nicht leistungsgemessenen Kunden“, für die die IHK Lippe drei Fallkonstellationen durchgerechnet hat. In Lippe am günstigsten sind die Stadtwerke Oerlinghausen: 1,73 Cent kostet hier der Transport pro Kilowattstunde (kWh) Gas (plus 5,5 Prozent gegenüber 2025). 2,67 Cent/kWh und damit gut 54 Prozent mehr zahlen Kunden beim teuersten lippischen Netzbetreiber, der seine Gasnetzentgelte um knapp 31 Prozent gegenüber 2025 erhöht hat. In der näheren Umgebung ist die Netzgesellschaft Gütersloh mit nur 0,72 Cent/kWh (plus 46,4 Prozent gegenüber 2025) mit Abstand der preiswerteste Netzbetreiber.

Die Grafik zeigt die durchschnittlichen Gasnetznutzungsentgelte in Lippe und Umgebung für drei ausgewählte Abnahmefälle nicht leistungsgemessener Kunden.

Bei den größeren „leistungsgemessenen“ Unternehmen sind in Lippe die Stadtwerke Lemgo spitze (1,15 Cent/kWh; minus 0,8 Prozent gegenüber 2025). Der teuerste lippische Netzbetreiber ist 74 Prozent teurer (2,00 Cent/kWh; plus 32,9 Prozent gegenüber 2025). In der Umgebung sticht wiederum Gütersloh (0,50 Cent/kWh; minus 1,4 Prozent gegenüber 2025) positiv heraus.

„Auch bei Privathaushalten schlagen die Netzentgelte zu Buche“, betont Carl. „Ein Lemgoer Durchschnittshaushalt muss bei einem Verbrauch von 12.000 kWh pro Jahr gut 276 Euro und damit im lippischen Vergleich am wenigsten zahlen. Die gleiche Leistung kostet im teuersten Netzgebiet knapp 114 Euro mehr“, erläutert Carl. „Für die Messung kommen dann je nach Netzbetreiber noch einmal zwischen 14 und 27 Euro hinzu.“

Carl rechnet damit, dass die Netzentgelte auch in Zukunft weiter steigen werden: Zum einen würden tendenziell immer mehr Gaskunden auf alternative Technologien wie Wärmepumpe und Fernwärme umsteigen. Dadurch sinke die Nachfrage. Die Fixkosten des Gasnetzes müssten dann auf immer weniger angeschlossene Verbraucher umgelegt werden. Zudem gelten seit 2025 neue Abschreibungsregeln, die es Gasnetzbetreibern ermöglichen, die Stilllegung ihrer Gasnetze frühzeitig einzukalkulieren.

Die Netznutzungsentgelte werden von den Netzbetreibern nicht frei festgelegt, sondern müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Sie enthalten auch die Kosten des vorgelagerten Netzes. Bei leistungsgemessenen Kunden wird kontinuierlich die Leistungsaufnahme gemessen und jeweils über eine Stunde gemittelt. Die maximale Leistungsaufnahme ist dann neben dem Verbrauch ein wichtiger Bestandteil der Preisbildung. Bei nicht leistungsgemessenen Kunden wird ein Standardlastprofil zu Grunde gelegt.

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