
Gemeinderat hörte Vorstellung
Leopoldshöhe (ted). In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates stellte sich der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) als Träger für Kindertagesstätten vor. Hintergrund sind Überlegungen in Verwaltung und Politik, kommunale Kindertagesstätten aufzugeben oder in andere Trägerschaften zu überführen.
Das DRK betreibt seit gut 40 Jahren Kindertagesstätten. Zurzeit sind es 25. Regina Kaiser ist seit 30 Jahren beim DRK beschäftigt. Sie stellte das DRK als Kindertagesstätten-Träger vor. „Kitas können Sie nicht nebenbei führen“, stellte Kaiser fest. Das DRK unterhalte zwei Gesellschaften für den Betrieb der Kitas.
Ein Hausmeisterservice, zwei Fachberatungen, ein Qualitätsmanagementsystem, ein betriebliches Gesundheitsmanagement für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, regelmäßige Leitungstagungen, interne Fortbildungsangebote für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wöchentliche Online-Jour-Fixe für die Kita-Leitungen bietet das DRK. Die Personalabteilung des DRK sei professionell aufgestellt. „Personal ist schwer zu finden“, sagte Kaiser. Die Personalorganisation erfordere aufgrund der Regelungen im Kinderbildungsgesetz einen wahnsinnigen Aufwand.
Als das DRK sich entschlossen habe, Kindertagesstätten anzubieten, habe man sich überlegt, was eine gute Organisationsgröße sei und sei auf 25 bis 30 Einrichtungen gekommen. Dies sei eine gute Größenordnung, in der Ungleichmäßigkeiten ausgeglichen werden können. So gebe es Tagesstätten mit sehr jungem Personal, aber in alten Gebäuden und solche mit älterem, teurerem Personal ebenfalls in kostenträchtigen alten Gebäuden, aber auch alle anderen Konstellationen. Eine solche Größe diene der Risikominimierung, sagte Kaiser. Dabei sei der DRK-Kreisverband nicht auf sich allein gestellt und könne auf die Expertise des Landesverbandes zurückgreifen.
„Jede Kita hat einen eigenen Schwerpunkt“, sagte Kaiser. Das gesamte DRK auch, denn es sei auch eine Hilfsorganisation. Einige Kitas seien auf einen Blackout vorbereitet und könnten in einem solchen Fall einen Notbetrieb anbieten, sagte Kaiser.
Seit 2011 haben das DRK im Kreis zwölf neue Einrichtungen eröffnet. Die Organisation habe Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Investoren, wenn es um den Neubau von Einrichtungen geht, sagte Kaiser. Es sei allerdings in den vergangenen Jahren schwerer geworden, Investoren anzusprechen, weil die im Kinderbildungsgesetz des Landes vorgesehenen Mieten kaum noch auskömmlich seien.
Die Einrichtungen des DRK finanzieren sich durch Zuwendungen des Landes nach dem Kinderbildungsgesetz. Den Eigenanteil des Trägers in Höhe von 7,8 Prozent übernehme bei der DRK-Kita Wirbelwind an der Grünstraße in Asemissen die Gemeinde Leopoldshöhe. Den könne das DRK selbst nicht aufbringen. Im Rat der Tageseinrichtung bringe sich die Gemeinde aktiv ein. Das sei nicht überall so, sagte Kaiser.
Auf die Frage Jürgen Hachmeisters (Grüne), ob das DRK auch weitere Tagesstätten übernehmen würde, bejahte das Kaiser. Das DRK würde sich an einem Interessenbekundungsverfahren des Kreises beteiligen. In diesen Verfahren schreibt die Kreisverwaltung mögliche Kitas aus, auf die sich Träger bewerben und ihr Interesse bekunden können.
Vor einigen Wochen hatte sich auch der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Träger von Kindertagesstätten vorgestellt, allerdings im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Bildungsausschusses.



