
Im Betriebsausschuss ging es um den baulichen Zustand
Leopoldshöhe (ted). Günter Dove war irritiert. Der Sozialdemokrat hatte Fragen zu den von dem Bau-Gutachter Klaus Engelking erstellten Gutachten zu den Kindertagesstätten. Die stellte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses Gemeindebetriebe vor.
Engelking habe sehr hohe Kosten zur Beseitigung der Schimmelpilze angegeben, sagte Dove. „Wie sind die Pilze zu bewerten?“, fragte Ratsmitglied Dove. Zugleich sei die sogenannte Holzhalle zur Nutzung freigegeben. Dort hatten Gutachter denselben Schimmelpilz festgestellt wie in die Kindertagesstätte Greste. Der Gutachter hatte 700.000 Euro Sanierungskoste für das Gebäude festgestellt.
Dirk-Puchert Blöbaum, Fachbereichsleiter Bauen, Planen, Ordnung der Gemeindeverwaltung, nannte den Betrag einen Gesamtbetrag. „Der ganze Raum war schwarz“, sagte er. Und meinte damit einen von der Kita nicht genutzten Kellerraum. Dort sei keine Luftraummessung vorgenommen worden. Die habe es auf Anweisung von Bürgermeister Martin Hoffmann gegeben. Gemessen worden sei nur in zwei Gruppenräumen. Der Gutachter habe Schimmelsporen festgestellt, wie sie in jeder Küche vorkommen. Ursache des Schimmels in den Gruppenräumen sei eine Pflanze gewesen, sagte der Fachbereichsleiter. Wenn man den Schimmel im Keller beseitigen wolle, müsse man bis auf das Mauerwerk herunter den Putz entfernen.
Dove zeigte sich immer noch irritiert. Er fragte, ob der Schimmelbefall jahrelang ignoriert worden sei. Der Raum sei jahrelang als Lagerraum genutzt worden, gab Puchert-Blöbaum an. Es sei maximal jemand in den Raum gegangen, um die Matschanlage für die Kinder einzuschalten. „Das sieht nach Jahren aus“, meinte Ratsmitglied Dove.
Gutachter Engelking sagte, Schimmel sei grundsätzlich nicht gefährlich. „Im Wald nach einem Regen nehmen sie ein Vielfaches auf.“ Für die Beseitigung des Schimmels in der Kita Greste müssten etwa 100.000 Euro angesetzt werden. Die übrigen 600.000 Euro seien für die bauliche Sanierung des Gebäudes, sagte Engelking. Die Wärmedämmung sei äußerst mangelhaft.
Jürgen Hachmeister (Grüne) fragte nach dem Brandschutzkonzept für die Kindertagesstätten. „Kommen diese Kosten noch dazu?“ Zu den Brandschutzkonzepten könne er nichts sagen, antwortete Dirk Puchert-Blöbaum. Die Forderungen des Kreise Lippe würden immer höher. Dadurch einstünden Kosten.
Die Gebäude müssten auf den neuesten Stand gebracht werden, sagte Klaus Fiedler (CDU). Die Gebäude seien alle mehr als 50 Jahre alt, merkte Gutachter Engelking an. Neben dem Brandschutz müsse die Entwässerung angeschaut werden. Heute würden Materialien verwendet, die wesentlich länger als die damals verbauten halten würden. Zudem müssten die Forderungen nach Barrierefreiheit in allen öffentlichen Gebäuden berücksichtigt werden, ergänzte Fachbereichsleiter Puchert-Blöbaum.
Die Diskussion um die kommunalen Kitas läuft schon seit der vergangenen Wahlperiode. Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) hat vorgeschlagen, die kommunalen Kitas nach Möglichkeit an andere Träger abzugeben. Der Versuch der Verwaltung, die Schließung der Kita Greste im Oktober des vergangenen Jahres durch den Gemeinderat beschließen zu lassen, scheiterte. Der Gemeinderat beschloss stattdessen die Renovierung der Kita. Er setzte außerdem einen Arbeitskreis ein, der die Kita-Landschaft in Leopoldshöhe beleuchten soll. Inzwischen haben sich die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Träger vorgestellt.
Der Schließungsversuch rief die Eltern der Kita Greste auf den Plan. Inzwischen haben sich Elternvertretungen und Fördervereine der vier kommunalen Kitas zu einer Initiative zusammengeschlossen. Gegen die Abgabe oder Schließung der Kitas wird es am Dienstag, 7. Juli 2026, eine Demonstration auf dem Marktplatz geben. Am selben Tag findet ab 18 Uhr eine Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur statt.



