Viel Geld für neue Projekte

Sandra Fahrenkamp (links) und Isabel Loh (rechts) übergeben die symbolischen Schecks an die Leiterinnen der Grundschule Asemissen Diana Fleer (zweite von links) und der Grundschule Nord Madlen Klarhorst (zweite von rechts). Mit den Schulen freuen sich Bürgermeister Martin Hoffmann (dritter von links) und der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Matthia Kruse (dritter von rechts). Foto: Edeltraud Dombert
Sandra Fahrenkamp (links) und Isabel Loh (rechts) übergeben die symbolischen Schecks an die Leiterinnen der Grundschule Asemissen Diana Fleer (zweite von links) und der Grundschule Nord Madlen Klarhorst (zweite von rechts). Mit den Schulen freuen sich Bürgermeister Martin Hoffmann (dritter von links) und der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Matthias Kruse (dritter von rechts). Foto: Edeltraud Dombert

Die Leopoldshöher Grundschulen gewinnen je 10.000 Euro

Asemissen (ED). Die Grundschule Nord und die Grundschule Asemissen haben bei einem Wettbewerb der Volksbank mit ihren eingebrachten Konzepten jeweils 10.00 Euro gewonnen.

Isabel Loh und Sandra Fahrenkamp, Organisatorinnen des Wettbewerbes, waren zusammen mit Matthias Kruse aus dem Vorstand der Volksbank Bad Salzuflen in die Grundschule Asemissen gekommen, um die Preise in Form von Schecks zu überreichen.

Isabel Loh erläuterte im Gespräch mit den Leopoldshöher Nachrichten: „Wir wollten in diesem Jahr einmal nicht viele kleine Preise vergeben, sondern zwei große. Wir haben in unserem Geschäftsgebiet mehr als 20 Schulen angeschrieben. Acht Schulen haben sich mit einem ausgearbeiteten Konzept beworben. Da waren Raumkonzepte dabei, Schulhofgestaltungen, Toilettenrenovierungen und auch ein Schulfest.“ Der Jury sei schnell zu einer Entscheidung gekommen, wobei Kreativität, Nachhaltigkeit, Schülerengagement und Budgetangemessenheit wichtige Kriterien für die Wahl gewesen seien. Die Konzepte der Grundschule Nord und der Grundschule Asemissen hätten die Jurymitglieder sehr überzeugt.

Zunächst unterscheiden sich beide Konzepte. Die Grundschule Nord betitelt ihren Konzeptvorschlag mit „Bewegte Pausen & Grüner Innenhof – Unsere Schule in Bewegung“, die Grundschule Asemissen nennt ihr Projekt „Lernlandschaften für die Grundschule Asemissen“. Beide Projekte haben jedoch ein gemeinsames Ziel, die Weiterentwicklung von Unterricht und Lernumgebung angepasst an die heutigen Bedürfnisse der Kinder.

Die Grundschule Nord möchte „einen lebendigen, nachhaltigen und kinderfreundlichen Lern- und Lebensraum schaffen, der den Bedürfnissen der Kinder nach Bewegung und Ruhezonen gleichermaßen gerecht wird“. Angedacht sind hier ein Ausleihsystem für Pausenspielzeug auf dem Schulhof. Das Spiel- und Bewegungsmaterial soll Spielgeräte wie Springseile, Softbälle, Fußball- und Basketballmaterial, Stelzen, Gummitwist, Hula-Hoop-Reifen, Pedalos, Straßenkreide und Frisbees umfassen. Die Organisation der Ausleihe soll von den Kindern als Pausenhelfer mit organisiert werden.

Daneben soll ein grüner Innenhof reaktiviert werden mit Rückzugszonen und Ruhebereichen, der auch für den Unterricht im Freien genutzt werden kann. Bei der Begrünung legt die Schule Wert auf bienenfreundliche Pflanzen, kleine Obststräucher, Blumenkästen und Kletterpflanzen. Es soll Regenwasser gesammelt werden, eine Vogeltränke und ein Insektenhotel ist ebenfalls geplant. Auch hier sollen die Kinder durch Pflanzaktionen und Naturprojekte eingebunden werden.

Im Vorfeld werden die Schulkinder aktiv in die Planungen einbezogen, indem sie Planungsideen sammeln, bei der Auswahl der Pflanzen helfen, Pflanzen einsetzten und deren Pflege übernehmen. Das Ziel des Projektes formuliert die Schule: „Wir möchten einen Lernort schaffen, an dem Kinder gerne spielen, sich bewegen, zur Ruhe kommen, Verantwortung übernehmen und Natur erleben können.“

Die Grundschule Asemissen hat ihr innovatives und nachhaltiges Raumkonzept aus dem Umstand entwickelt, dass der Schule eine längere Bauphase bevorsteht. Der jetzige OGS-Trakt wird aufgestockt und erhält einen Anbau. Dadurch wird auch der normale Schulbetrieb beeinflusst. Die Grundschule Asemissen begründet daher ihren Projektvorschlag: „Die Grundschule Asemissen befindet sich in einer mehrjährigen Bauphase bei gleichzeitig steigenden Schülerzahlen. Dadurch stehen weniger Klassenräume zur Verfügung, während der Schulbetrieb uneingeschränkt weitergeführt werden muss.“

Die Schule möchte die Situation nicht nur als Herausforderung sehen, sondern auch als Chance nutzen für eine innovative Weiterentwicklung von Unterricht und Lernumgebung. Die gesamte Schule soll eine flexible Lernlandschaft werden, in der das Lernen nicht ausschließlich in den Klassenräumen stattfindet, sondern auch Flur und Nebenräume sowie umgestaltete vorhandene Möbel einbezogen werden. Ruhezonen für individuelles Lernen sind damit ebenso gemeint wie Arbeitsinseln für Partner- und Gruppenarbeiten. Fest installierte Lernhöhlen innerhalb des Klassenraumes, etwa in Regalen, und transportable Lernhöhlen bieten geschützte Orte für konzentriertes Arbeiten. Für Kinder mit erhöhtem Bewegungsbedarf möchte die Schule Steharbeitsplätze anschaffen.

Auch die Grundschule Asemissen möchte die Kinder in die Planungen mit einbeziehen. Die Ideen und Wünsche, die von den Kindern eingebracht werden, entwickeln die Lehrkräfte in pädagogischen Konzepten weiter. Die Grundschule Asemissen formuliert ihr Projektziel: „Das Konzept verbindet Inklusion, Nachhaltigkeit und innovative Lernformen und schafft eine Lernumgebung, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert und gleichzeitig einen Blick auf die Schule von morgen richtet. Als Hospitationsschule für Gemeinsames Lernen im Kreis Lippe möchte die Grundschule Asemissen ihre Erkenntnisse mit anderen Schulen teilen und Impulse für moderne, inklusive und nachhaltige Lernkultur geben.“

Vor der Preisübergabe erläuterte Vorstandsvorsitzender Matthias Kruse noch einmal die beiden Konzepte und die Grundschule Asemissen präsentierte den eingereichten Film, den Lara-Christin Lohmann, Lehrerin an der Schule mit den Kindern zusammen gedreht hat und in dem anschaulich dargestellt wird, wie man sich die Umsetzung der Konzeptideen vorstellt.

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