Kartoffeln, Trecker und viele Fragen

An der ersten Heimathof-Rallye nahmen Clara und Hannes Meier, Lara und Mila Hesse, Flinn Fortkord (vorne von links) sowie Dorothee und Matthias Meier, Fabian und Simone Hesse und Katrin Fortkord (hinten von links) teil. Foto: Thomas Dohna
An der ersten Heimathof-Rallye nahmen Clara und Hannes Meier, Lara und Mila Hesse, Flinn Fortkord (vorne von links) sowie Dorothee und Matthias Meier, Fabian und Simone Hesse und Katrin Fortkord (hinten von links) teil. Foto: Thomas Dohna

Kartoffel- und Dreschfest des Heimatvereins

Leopoldshöhe (ted). Überall auf dem Gelände des Heimathofes sind sie zu sehen: Menschen mit Klemmbrettern unter dem Arm, die etwas suchen. Sie sind Teilnehmer der neuen Heimathof-Rallye beim Kartoffel- und Dreschfest des Heimatvereins.

Die Rallye ist eigentlich für Kinder gedacht. Sabine Bastert und Edeltraud Dombert hatten sich rund 20 Fragen rund um den Heimathof und das Heimatmuseum ausgedacht. Es geht um die Geräte in der neuen Remise auf dem Heimathof, um den Brunnen vor dem Museum und um die nicht leicht zu findenden Hochbeete. Die Zahl der Schafe auf dem Heimathof muss gefunden werden.

Schon morgens um 10 Uhr kommen die ersten Gäste zum Heimathof. Da sind die Aktiven des Heimatvereins noch dabei, die letzten Vorbereitungen abzuschließen. Die Pfanne für die Kartoffelpuffer bringen sie auf Temperatur, die Fritteusen für die Pommes und den Grill für die Bratwürste heizen sie an.

Die Rundfahrten mit dem kleinen Lanz sind beliebt. Foto: Thomas Dohna
Die Rundfahrten mit dem kleinen Lanz sind beliebt. Foto: Thomas Dohna

Die Treckerfreunde Leopoldshöhe haben einen Teil ihrer Geräte auf der Obst- und Schafwiese am Heimathof aufgereiht. Schlepper von Schlüter, Fendt, MacCormack und Lanz glänzen. Sie bieten die angemessene Kulisse für die Vorführung mit der historischen Dreschmaschine, die ein Trecker wie anno dunnemals auf den Höfen der Umgebung über einen langen ledernen Treibriemen antreibt.

Oben auf dem Anhänger steht Baldur Havemann, der die Dreschmaschine mit Garben füttert. Unten räumt Dieter Sieweke das Stroh in den Ballenbinder. Foto: Thomas Dohna
Oben auf dem Anhänger steht Baldur Havemann, der die Dreschmaschine mit Garben füttert. Unten räumt Dieter Sieweke das Stroh in den Ballenbinder. Foto: Thomas Dohna

Oben schaufelt Baldur Havemann die schon vor einigen Wochen von den Treckerfreunden geernteten Getreidegarben auf die Maschine, wo sein Enkel Erik die Garben aufschneidet und in die Maschine stopft. Unten kümmert sich Vater Thomas Havemann um die Getreidesäcke mit dem frisch gedroschenen Korn. Dieter Sieweke schiebt das ausgedroschene Stroh in den Ballenbinder, den ein Traktor über eine Welle antreibt. Das Rattern der Geräte zieht viele Schaulustige an.

Hinten ernten Kinder Kartoffeln, die sie über dem Feuer vorne garen können. Foto: Thomas Dohna
Hinten ernten Kinder Kartoffeln, die sie über dem Feuer vorne garen können. Foto: Thomas Dohna

Etwas ruhiger geht es auf dem kleinen Kartoffelacker zu, auf dem Kinder mit Hilfe einer Forke Kartoffeln ausgraben und aufsammeln dürfen. Detlev Thamm hat in einer Schale ein Feuer entzündet, in dem die Kinder ihre Kartoffeln backen.

Hermann Oortman vom den Treckerfreunden Leopoldshöhe sortiert Kartoffeln. Foto: Thomas Dohna
Hermann Oortman vom den Treckerfreunden Leopoldshöhe sortiert Kartoffeln. Foto: Thomas Dohna

Tischlerin Michelle Freund hat 25 Nistkästen vorbereitet, die die Besucherinnen und Besucher mit Hilfe von Akku-Schraubern zusammenschrauben. Ein paar Meter weite vor dem Heimatmuseum bieten Sandra Linnenbecker, Connor Smok und Matthias Pavan vom Leos Blätterdruck auf Stoffbeuteln, Sackhüpfen und Kartoffellauf an. Daneben stehen Edeltraud Dombert und Sabine Bastert mit der Anlaufstelle für die Heimathofrallye. Claudia Glietz-Ganster informiert mit Jagd-Kollegen mit der rollenden Waldschule über die Tiere in freier Wildbahn. Gegenüber stehen die Aktiven des Naturschutzbundes. Sie informieren über den Naturschutz in Leopoldshöhe und was jeder dazu beitragen kann. Im Backhaus gibt die Küchenmannschaft blechweise Apfelkuchen und Kaffee aus.

Kinder bedrucken Beutel bunt. Foto: Thomas Dohna
Kinder bedrucken Beutel bunt. Foto: Thomas Dohna

Auf der Großen Obstwiese bietet Gerhard Schemmel von den Treckerfreunden mit seinem kleinen Lanz und seinem Anhänger mit Sitzbänken Rundfahrten über die Obstwiese an. Nebenan sorgt Hermann Oortman für volle Kartoffeltüten. Die Erdfrüchte sind zuvor mit dem Kartoffelroder geerntet und und anschließend per Rüttler gereinigt worden.

Auf der Wiese standen die großen, auf der Palettenbahn fuhren die kleinen Traktoren. Foto: Thomas Dohna
Auf der Wiese standen die großen, auf der Palettenbahn fuhren die kleinen Traktoren. Foto: Thomas Dohna

Auf dem Acker hat sich eine Gruppe Traktorenfreunde ausder Umgebung eingefunden. Eine Unimog 411 und ein Deutz-Laster schlagen etwas aus der Art. Zwischendurch sind zwei schwere Ursus-Traktoren zu Gast, deren unverkennbares Stampfen des Zehn-Liter-Einzylinder-Motors unüberhörbar ist.

Lukas und Mila Stöppler gewinnen bei der Heimathof-Rallye einen Gutschein für das Archäologische Museum in Oerlinghausen. Foto: Thomas Dohna
Lukas und Mila Stöppler gewinnen bei der Heimathof-Rallye einen Gutschein für das Archäologische Museum in Oerlinghausen. Foto: Thomas Dohna

Theodor und Maria Steiling aus Beelen zeigen den Weg vom Korn zu Brot und rufen zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln auf. Museumswart Helmut Müller im Heimatmuseum freut sich über einen steten Strom von großen und kleinen Besuchern. „Es ist immer etwas los“, sagt er und wirkt zufrieden.

Viele Familien sind gekommen, darunter Dorothee Meier. „Wir sind jedes Jahr hier“, sagt sie. Es sei einfach schön auf dem Heimathof. Den Kindern würde viel geboten.

Standmotoren pumpten Wasser ins Runde. Foto: Thomas Dohna
Standmotoren pumpten Wasser ins Runde. Foto: Thomas Dohna

Dann, als der meiste Trubel vorbei ist, sitzt der Vorsitzende des Heimatvereins Helmut Depping auf der Bank vor dem Museum. Zwischen durch hat er noch Getränke nachordern müssen. Ein anderer Verein half gern aus. Mit einem solchen Zuspruch wie in diesem Jahr hatte der Verein nicht gerechnet. Die Kartoffelpuffer – alle weg. Die Fritteusenbediener kamen kaum den Pommesbestellungen nach. „Es ist doch schön, wenn alles so gut klappt“, sagt Depping, während um ihn herum das große Einpacken und Aufräumen beginnt.

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