
Diskussion um Spielplätze
Leopoldshöhe (ted). Leopoldshöhe wird zwei Spielplätze weniger haben, einen in Greste und einen in Nienhagen. Das beschloss der Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Da ging es um eine Begehung der Spielplätze und um das vor einiger Zeit erstellte Spielplatzkonzept.
Seit Jahren wird über die Spielplätze in Leopoldshöhe diskutiert. 2024 legte das Büro Lichtenstein Landschaftsarchitektur & Stadtplanung PartGmbH ein von Leopoldshöhe, Lage und Lemgo gemeinsam beauftragtes Spielplatzentwicklungskonzept vor. Die drei Kommunen bilden die Leader-Region 3L. Leader ist ein Programm der EU zur Förderung des ländlichen Raumes.
In dem Konzept heißt es, dass Leopoldshöhe zwar viele Spielplätze habe, deren Größe und Ausstattung zum Teil nicht gut sei. „Die Qualität der Spielplätze in Lage und Lemgo wird besser bewertet als in Leopoldshöhe“, sagte Andrea Rodekamp, Fachbereichsleiterin Bildung und Soziales, bei der Vorstellung des Konzeptes. Die Gutachter lobten allerdings, dass die vielen kleinen Spielplätze im Gemeindegebiet einen gepflegten Eindruck machten und die Bauhofmitarbeiter Mängel regelmäßig beseitigten.
Die Fachleute stellten auch fest, dass die Spielplätze relativ gleich ausgestattet sind und daher wenig attraktiv sind. „So findet man vorwiegend klassische Spielgeräte vor, die häufig eine Schaukel, eine Rutsche und eine kleine Spielkombination umfassen“, heißt es im Konzept. Die Plätze haben nach Ansicht der Gutachter Konkurrenz: große Gärten in der Nachbarschaft. Oft fehlten Sitzmöglichkeiten. Viele Spielplätze seien in die Jahre gekommen. Ihre Ausstattung sei verbesserungswürdig.
Die von der Gemeinde für Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung beauftragte Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGst) äußerte den Gedanken, dass Leopoldshöhe als ländliche Gemeinde gar keine Spielplätze benötige. Das stieß auf Widerstand in der Politik.
Acht Spielplätze hält die Verwaltung auf Grundlage des Konzeptes für nicht mehr erhaltenswert: den Bolzplatz in Nienhagen, den Spielplatz an der Straße „Im Bruche“, den Spielplatz am Hedwig-Dohm-Weg sowie die Plätze „Im Grünen Winkel“, an der Diesterwegstraße, am Rehweg, an der Waldstraße und an der Buchenstraße. Auf all diesen Plätzen seien kaum noch Spielgeräte vorhanden, attraktive Spielplätze seien in direkter Nachbarschaft.
Jetzt, nach zwei Jahren beschäftigt sich der Sozialausschuss wieder mit diesen Spielplätzen. Auf zwei Plätzen stünden nur zwei Tore, sagte der Fachbereichsleiter Dirk Puchert-Blöbaum. Das betrifft den Bolzplatz in Nienhagen und den an der Waldstraße/Grabbestraße in Greste. Auf Antrag der Grünen beschloss der Ausschuss, die Tore dort abzubauen. Mit dem Abbau dieser letzten Spielgeräte dort seien die Plätze als Spielplätze entwidmet, sagte Puchert-Blöbaum.
Um die anderen sechs Spielplätze rangen die Ausschussmitglieder. Es hatte eine Begehung stattgefunden. Dirk Puchert-Blöbaum führte für die Schließung der Plätze den Zustand und die Menge der verbliebenen Spielgeräte an sowie, dass die Plätze wenig bespielt seien. Der Spielplatz Rehweg werde wegfallen können, weil es nebenan im neuen Baugebiet Fillies einen Spielplatz geben werde.
Der Spielplatz Im Grünen Winkel werde nach Angaben von Anwohnern von Kindern kaum, aber von Jugendlichen genutzt. Die Verwaltung empfiehlt, auf den Spielplatz zu verzichten. Der Spielplatz am Diesterweg sei zugewachsen. Es gebe nur noch eine Schaukel, unter der der Fallschutz erneuert werden müsse. Der Platz am Hedwig-Dohm-Weg sei gut ausgestattet. Im neuen Wohngebiet Brunsheide würden neue Spielplätze entstehen, so dass auf den Platz verzichtet werden könne. Auf dem Spielplatz Im Bruche gebe es nur noch eine Röhre. Auch hier gebe es im Umfeld Spielplätze.
Für jeden Spielplatz legte die Verwaltung eine Tabelle mit der Altersstruktur der Bevölkerung im Umkreis von 250 und 500 Metern vor.
Klaus Droste (SPD) schlug vor, dass die Spielplätze, in deren Nähe in Zukunft neue Plätze entstehen werden, so lange erhalten werden, bis diese neuen Plätze gebaut sind. Andreas Brinkmann (SPD) fragte, ob die Flächen der Spielplätze erhalten oder ob sie dem Grundstücksmarkt zugeführt werden. Er habe im Rahmen des Vandalismusprojektes mit Jugendlichen über ihre Bedürfnisse gesprochen. Die hätten sich Plätze mit ein paar Bänken und einem Tisch gewünscht. „Ich habe ihnen deutlich gemacht, dass sie ihren Müll mitnehmen müssen, sonst sind die Bänke schnell wieder weg“, berichtete Brinkmann.
Klaus Fiedler (CDU) verwies auf die Studie. Darin stehe, was man machen könne. Aus pädagogischer Sicht gehe Qualität vor Quantität, sagte die Fachbereichsleiterin Soziales Andrea Rodekamp. Es gebe gesellschaftliche Veränderungen, wie den Rechtsanspruch auf einen Platz in den Offenen Ganztagsgruppen der Grundschulen. Kinder gingen oft in Begleitung ihrer Eltern auf den Spielplatz. Da könne der auch etwas weiter weg sein.
Auf Antrag Lukas Klöppings (SPD) verwies der Ausschuss die Sache zur weiteren Beratung in die Fraktionen. Die sollen sich nun Gedanken machen, wie mit den sechs Spielplätzen umgegangen werden soll.





