Leopoldshöher Nachrichten

Ein Heimatkalender in Farbe

Der zweite Vorsitzende des Heimatvereins Klaus Sunkovsky (links), Archivarin Inge Hoffmann und ihr Mann Bernd stellen den Heimatkalender des Heimatvereins für das Jahr 2022 vor. Foto: Thomas Dohna
Der zweite Vorsitzende des Heimatvereins Klaus Sunkovsky (links), Archivarin Inge Hoffmann und ihr Mann Bernd stellen den Heimatkalender des Heimatvereins für das Jahr 2022 vor. Foto: Thomas Dohna

Der Heimatverein begleitet 2022 durchs Jahr

Leopoldshöhe (ted). Langsam wird es knapp im Heimatarchiv. Für das Jahr 2023 werden die historischen Fotos aus der Geschichte der Großgemeinde Leopoldshöhe noch reichen, sagt Inge Hoffmann. Die Archivarin des Heimatvereins stellte jetzt den neuen Heimatkalender für 2022 vor.

Wie bei jedem Heimatkalender der vergangenen Jahre gibt es 13 Fotos aus der Geschichte der Gemeinde Leopoldshöhe und ihrer Vorläufer. Das Jahr beginnt mit der Eröffnung des Schwimmbades der Grundschule Nord irgendwann in den 1960er Jahren. Inge Hoffmann und ihr Mann Bernd fanden dieses Foto passend, weil das Schwimmbad im kommenden Jahr möglicherweise erneuert wird.


Es gibt Einblicke in die Siedlungsgeschichte Leopoldshöhes. So zeigt das Deckblatt ein farbiges Luftbild vom Ortskern Leopoldshöhes, der fast den gesamten Ortsteil ausmacht. Siedlungen wie Kerkerdreh oder Doktorkamp gibt es noch nicht. Das Februarbild zeigt die neugebauten Häuser an der Straße Am Pansbach. Ein Foto zeigt die Herforder Straße Ende der 1950er Jahre. Rechts ist der Hof Sielemann zu erahnen, halblinks lugt der Turm der Kirche am Marktplatz über den Hausdächern hervor. Das Grundstück, auf dem der Johanneshof stehen wird und die Johanniskirche stand, ist noch frei, alle anderen dahinterliegenden Grundstücke und Flächen auch.

Fünf Gaststätten im Umkreis weniger Gehminuten um den Marktplatz herum gab es. Eine davon ist der Lindenkrug, der gegenüber der Einmündung der Neuen Straße auf die Hauptstraße stand. Dort ist jetzt ein Parkplatz der Firma Suttner. Das Kalenderblatt für Juli zeigt die Gaststätte. Den Scherenkrug zeigt ein Bild von Freesenberg hinab. Der Fotograf muss auf dem kleinen Platz vor dem Hochbehälter dort gestanden haben. Zur Siedlungsgeschichte gehört auch der Bau von Kläranlagen. So entstand in den 1960er Jahren die Anlage an der Hovedisser Straße, wie das Kalenderblatt von August zeigt.

Ältestes Bild von 1903

Das älteste Bild ist eines von der Eröffnung des Bahnhofes Oerlinghausen in Asemissen im Jahr 1903. Damit fanden die Gemeinden, die später die Großgemeinde werden sollten, Anschluss an die weite Welt. Heute noch ist der Bahnhof ein wichtiger Teil der Infrastruktur des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Nicht ganz so alt dürfte das Bild vom Kötterhaus Eikern sein. Es müsse in der 1930er Jahren entstanden sein, sagt Hans Koppmann, dessen Verwandter das Bild in seinem Bestand hat. Es zeigt zwei Frauen im langen Kleid mit Schürze vor dem Giebel des 1967 abgerissenen Fachwerkhauses. Es habe zum Gut Niederbarkhausen gehört, berichtet Koppmann. Die Frauen hießen mit Nachnamen Vogt, waren aber nicht miteinander verwandt.

Das Dezemberbild zeigt einen Unimog des Bauhofes beim Winterdienst im Jahr 1977/78. Viel Schnee lag damals, wohl aber nichts im Vergleich zum Jahr darauf, dem berühmten Schneewinter, der vor allem in Norddeutschland zum völligen Erliegen von Verkehr und Versorgung führte.

Neue alte Fotos gesucht

120 Stück des Kalenders hat der Heimatverein auflegen lassen. 150 sind vom Kalender dieses Jahres verkauft worden. „Wir können jederzeit nachbestellen“, sagt Klaus Sunkovsky, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins. Ein Exemplar geht auf die Philippinen, wo ein Leopoldshöher seit vielen Jahren lebt, berichtet Sunkovsky. Die übrigen liegen im Bürgerbüro des Rathauses aus und können dort zum Preis von 10 Euro erworben werden.

Inge und Bernd Hoffmann werden sich in den kommenden Tagen an die Vorbereitungen des Kalenders für 2023 machen. Bei jüngeren Bildern seien oft die Persönlichkeitsrechte von Abgebildeten ein Problem, sagt Inge Hoffmann. Sie hofft trotz der Aktivitäten ihres Vorgängers Karl-Heinz Koch, dass sich noch in den Haushalten und Nachlässen älterer Leopoldshöher Bilder finden, um den Kalender auch in den kommenden Jahren mit noch nicht gezeigten Fotos gestalten zu können. Koch hatte intensiv nach historischen Bildern gesucht und viele ausfindig gemacht.