
Das Teddybärenkrankenhaus war zu Gast an der Grundschule Asemissen
Asemissen (ED). Nick-Linus hat seinen Waschbären mit in die Schule gebracht. Dem Waschbären geht es nicht gut, eine gründliche medizinische Untersuchung ist nötig. Die erfolgt im Teddybärenkrankenhaus OWL, das heute in der Grundschule Asemissen zu Gast ist.
Alle Erstklässler haben ein Kuscheltier dabei, das vom Fachpersonal des Teddybärenkrankenhauses untersucht und behandelt wird. Die Ärzte des Teddybärenkrankenhauses sind Studierende der medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld. Sie wollen mit ihrer „Initiative für Kinder und ihre kranken Kuscheltiere“ Kindern den Stress vor Arzt- und Krankenhausbesuchen nehmen.
„Anhand von spielerischen Situationen können die Kinder selbst in die Rolle eines Arztes oder einer Ärztin schlüpfen, zusammen mit uns Untersuchungen, Verbandsanlagen und Impfungen durchführen“, wirbt der Verein der Studierenden mit einem Flyer.

Das Konzept stamme ursprünglich aus Skandinavien, sagt Medizinstudent Fabian Karpienski, der heute die Organisation übernommen hat. Er und seine Kommilitonen planen die Schulaktionen immer für einen Vormittag. Etwa elf bis zwölf Studierende werden benötigt, um die gewünschte „zwei bis drei zu eins-Betreuung“ zu gewährleisten. „Das bringt nicht nur für die Kinder etwas, auch für uns Studierende ist das eine sehr bereichernde Erfahrung,“ sagt er. Es gebe immer genügend Studierende, die sich für einem solchen Vormittag zur Verfügung stellen.
Die Idee, mit dem Teddykrankenhaus in die Schulen zu gehen, sei aus der Not heraus geboren worden, sagt Medizinstudentin Sophie Stüve, die heute die Leitungsassistenz übernommen hat und für einen reibungslosen zeitlichen Ablauf sorgt. Am Tag der offenen Tür in der Kinderklinik Bethel sei man auf die Idee gekommen. Die Fakultät verfüge nicht über die räumlichen Möglichkeiten, um daraus eine Großveranstaltung wie an anderen Orten üblich, zu machen. Also haben sich die Studierenden entschlossen, in die Schulen zu gehen. Die medizinische Fakultät bestehe erst seit fünf Jahren und sei daher noch klein.

Im Forum der Grundschule sind vier Stationen aufgebaut. An der ersten erfolgt die Anamnese der Patienten. Auf einem Aufnahmebogen wird der Name des Kuscheltiers festgehalten und der seiner Begleitperson, das Alter, das Gewicht, die Größe, Eß- und Schlafgewohnheiten, Allergien und körperliche Beschwerden. Medizinstudent Tom Gerber erklärt Nick-Linus genau, was er mit seinem Waschbären tun muss, damit es diesem bald wieder besser geht.
Am nächsten Tisch werden einige Kuscheltiere bereits untersucht mit Stethoskop, Reflexhammer, Stimmgabel, Pupillenleuchte und Holzspatel. Immer werden die Kinder in die Untersuchung mit einbezogen und können die Untersuchungsinstrumente selbst ausprobieren. Ernsthaft und aufmerksam lassen sie sich die einzelnen Anwendungen und Handhabungen erklären. Ebenso ernsthaft und aufmerksam behandeln die Ärzte und Ärztinnen des Teddybärenkrankenhauses ihre Patienten und deren Begleitung.

An einem weiteren Tisch gibt Medizinstudent Nico Sentker ein großes Pflaster aus. Verbände und Spritzen werden verabreicht. Ein Rezept wird ausgestellt für die Teddybärenkrankenkasse, auf dem zum Beispiel dokumentiert wird, ob der Patient Salbe oder Tee bekommen soll und wieviel Tage Bettruhe nötig sind.
Zum Abschluss des Krankenhausbesuches gehen die Kinder dann mit ihren Kuscheltieren zur Apotheke, in der das Rezept eingelöst werden kann und kleine Süßigkeiten auf die Patienten und ihre Begleitung warten.

Das Teddybärenkrankenhaus OWL ist eine Initiative für Kinder und ihre kranken Kuscheltiere von Studierenden der Universität Bielefeld und dem bvmd (Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland). Das Teddybärenkrankenhaus besucht auf Anfrage Schulen und Kitas und ähnliche Einrichtungen.
Interessierte können Kontakt aufnehmen über teddydoc@uni-bielefeld.de



