
Bisherige Filiale wird geschlossen
Leopoldshöhe (ted). Der Abriss der Gebäude auf dem früheren Kochsiek-Gelände hat begonnen. Hier soll ein neuer Nahversorger entstehen. In das Gebäude sollen die Edeka-Filiale an der Herforder Straße und die Rossmann-Filiale am Bürgermeister-Brinkmann-Weg umziehen.
Nach Erteilung der Baugenehmigung machen die Projektentwickler Ten Brinke (Münster) und Profilia (Porta Westfalica) mit dem Abriss der alten Industriegebäude den Weg frei für den neuen Einzelhandelsstandort.
Der Neubau umfasst eine rund 1.900 Quadratmeter große Verkaufsfläche für Edeka, ergänzt durch eine Bäckerei mit Sitzbereich. Rossmann soll etwa 745 Quadratmeter beziehen. Auf dem Gelände entstehen zudem 30 Fahrradstellplätze und 140 Parkplätze, darunter zwei mit E-Ladesäulen. Eine zusätzliche Wegeanbindung zur Hauptstraße soll die Erreichbarkeit für Fußgänger und Radfahrer verbessern. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2027 geplant.
Besonderen Wert legen die Entwickler nach eigener Darstellung auf Klimaschutz und ressourcenschonende Technik. Vorgesehen sind Gründächer, Photovoltaikanlagen sowie die Nutzung der Abwärme der Edeka-Kühlanlagen. Zur ökologischen Aufwertung des Areals sollen 29 neue Bäume in den Grünstreifen gepflanzt werden. Bestehende Bäume im nördlichen Bereich sollen erhalten bleiben. Ein unterirdischer Speicher ermöglicht zudem die Rückhaltung von Regenwasser.
„Das Projekt sichert eine moderne Nahversorgung und stärkt zugleich den Klimaschutz“, sagt Lena Hausen, Projektentwicklerin bei Ten Brinke. Die Abstimmung mit Gemeinde und Kreis sei zügig und koordiniert verlaufen, sodass Bebauungsplan und Genehmigungsverfahren fristgerecht abgeschlossen werden konnten.
Das Areal wurde seit den 1950er-Jahren industriell genutzt, zunächst vom Maschinenbauer Kochsiek, später von R&M Suttner. Mit dem Wegzug des letzten Unternehmens Anfang 2025 wurde das Grundstück für eine neue Nutzung frei.
Öffentlich bekannt geworden sind die Planungen für den neuen Edeka im Januar 2023. Im Verfahren um die Änderung des dort geltenden Bebauungsplanes hatte eine Rechtsanwaltskanzlei im Namen eines der Mittbewerber im Nahversorgungszentrum Leopoldshöhe Änderungen angemahnt, denen die Gemeinde durch eine Präzisierung des Bebauungsplans begegnete.
Damals berichtete die Gemeindeverwaltung, dass die Landesbauordnung NRW vorschreibe, dass für Parkplätze entweder aufgeständerte Photovoltaikanlagen vorgesehen werden müssen oder eine Bepflanzung mit Laubbäumen. Für den Parkplatz ist jetzt letzteres geplant. Für je fünf Stellplätze muss ein Laubbaum gepflanzt werden. Außerdem sollen die Ränder der Fläche begrünt werden. Damit führt das Vorhaben nach Angaben der Gemeinde zu einer ökologischen Aufwertung der Fläche gegenüber dem jetzigen Zustand.
Der Kreises Lippe hatte mit Verweis auf die Landesbauordnung über den Stellplätzen aufgeständerte Photovoltaik-Anlagen gefordert, was die Gemeindeverwaltung ebenfalls mit Verweis auf die Landesbauordnung zurückwies, die als Ersatz für solche Anlagen die Anpflanzung von Bäumen vorsieht.
Auf eine Verpflichtung zur Fassadenbegrünung sollte bewusst verzichtet werden, empfahl die Verwaltung, riet aber zu einer verpflichtenden Dachbegrünung und zu einer Empfehlung für eine Fassadenbegrünung. Die Ausführung solle dem Bauherrn überlassen werden. Die Grünen im Hochbau- und Planungsausschuss forderten seinerzeit eine Begrünung der Fassade, vor allem zur Hauptstraße hin. Bäume bräuchten Zeit zum Wachsen, Fassadenbegrünung wirke sofort. Sie sahen auch den Verkehr auf dem Bürgermeister-Brinkmann-Weg zu wenig berücksichtigt.
Die umliegenden Straßen hielt die Verwaltung für ausreichend, um den Verkehr zum und vom neuen Edeka aufzunehmen. Für die Krentruper Straße rechnet die Verwaltung mit 900 Autos pro Tag mehr, die sich auf die umliegenden Straßen verteilen, für den Bürgermeister-Brinkmann-Weg mit 800 Autos pro 24 Stunden, das heißt 30 Prozent mehr als bisher. Auf der Herforder Straße sollen es acht Prozent mehr Fahrzeuge sein, insgesamt 500 Autos pro Tag. Von einer Verschlechterung mit Blick auf die Verkehrssicherheit und der Flüssigkeit des Verkehrs sei nicht auszugehen. Dennoch werden einige neue Markierungen auf der Krentruper Straße empfohlen.



