117 Kinder im “Abenteuerland” unterwegs

Die KiBiWo-Band untermalt mit einladenden Bewegungsliedern den Kindergottesdienst. Fotos Mennoniten-Gemeinde Bechterdissen
Die KiBiWo-Band untermalt mit einladenden Bewegungsliedern den Kindergottesdienst. Fotos Mennoniten-Gemeinde Bechterdissen

Biblische Geschichten und eine Menge Spaß

Bechterdissen.117 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren stürmten täglich um 9 Uhr den Kirchraum der Mennonitenkirche, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Im Plenum wurde die biblische Geschichte zum Leben erweckt. Das Thema am Samstag lautete „Gott rettet!“ Die Kinder sitzen wie gebannt auf ihren Stühlen als ein Feuerwehrmann auf die Bühne kommt. Er erzählt, wie er bereits einem kleinen Jungen aus der Klemme geholfen hat, weil er seine Hand in einen viel zu engen Briefkastenschlitz gesteckt hat.

König Nebukadnezar betritt die Bühne.
König Nebukadnezar betritt die Bühne.

Als dann noch der König Nebukadnezar aus Babylon die Bühne betritt, wird es mucksmäuschen still. Die Kinder erfahren, wie Gott Daniels Freunde im 6. Jahrhundert v. Chr. rettete. Sie wurden als Strafe in den Feuerofen geworfen, weil sie die 30 Meter hohe Statue des Königs Nebukadnezar nicht anbeten wollten. „Was sollen wir aus der biblischen Geschichte mitnehmen?“ fragt Jacqueline Schulz die Kinder. „Wir lernen, dass Gott uns aus gefährlichen Situationen befreien kann.“

Die KiBiWo-Band untermalt mit einladenden Bewegungsliedern den Kindergottesdienst. Die Kinder sind voll dabei. Denn auch ohne schon richtig lesen zu können, sind die Bewegungen leicht mitzumachen. 

Ein Feuerwehrmann erzählt auf der Bühne von der Rettung eines kleinen Jungen.
Ein Feuerwehrmann erzählt auf der Bühne von der Rettung eines kleinen Jungen.

Am Freitag gibt es ein Highlight: im Rahmen des sogenannten „Liebesdienstes“ werden die Kinder aktiv. Ausgestattet mit Material vom Leopoldshöher Bauhof befreien Kinder der Vorschule bis zur vierten Klasse die Umgebung rund um die Kirche von Müll, der dort unachtsam weggeschmissen wurde.

Kinder sammeln im Rahmen der Bibelwoche Müll.
Kinder sammeln im Rahmen der Bibelwoche Müll.

Die Kinder der fünften bis siebten Klasse besuchten zur gleichen Zeit verschiedene Einrichtungen in der Umgebung – darunter die Tagespflege in Asemissen, das Rosenheim in Greste, die Tagespflege Sonnenstunden in Leopoldshöhe sowie das Service Wohnen in Bechterdissen. Dort verbringen sie Zeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern mit gemeinsamen Spielen.

Es ist Tradition in der Kirchengemeinde der Mennoniten, dass sie eine Sammelaktion während der Kinderbibelwoche veranstalten. Die Kinder sollen so Mitgefühl für Menschen entwickeln, die es wesentlich schlechter haben als wir in Deutschland. Die Mennoniten begründen diese Art der Christlichen Nächstenliebe mit Aussagen in der Bibel, wie Jesaja 58, 7-9. Die Kinder sammelten Pfandflaschen, Altglas gegen eine Spende, verkauften Süßigkeiten von Tür zu Tür oder zu Hause und erledigten in der Nachbarschaft Hausarbeiten.

Das Spendenprojekt führt nach Moldawien und wird über den Verein Dibia e.V. organisiert (mehr Infos unter: www.dibia.de). Unterstützt werden insbesondere Witwen und Menschen am Rande der Gesellschaft – unter anderem durch die Bereitstellung von Brennholz, damit sie den Winter überstehen können, oder durch praktische Hilfe bei notwendigen Renovierungsarbeiten an ihren Häusern. Der durch die Kinder der Kinderbibelwoche und während des Abschlussgottesdienstes am Sonntag gesammelte Betrag beläuft sich 4.865,85 Euro. 

In den Herbstferien werden einige Väter und Söhne aus Leopoldshöhe dieses Projekt direkt vor Ort unterstützen und das Geld persönlich zum Einsatz bringen.

Das Kinderbibelwoche-Team blickt auf eine Woche mit tollem Wetter, Gemeinschaft, vielen Aktionen und Begegnungen zurück. Gemeinsam haben die Kinder spannende Abenteuergeschichten aus der Bibel erlebt und deren Bedeutung für ihren Alltag greifbar gemacht. Thomas Schierling, Leiter der Kinderbibelwoche: „Die Bibel ist voll mit Geschichten über Gott, die uns dazu einladen, zu entdecken, wie Gott so ist. Gott ist nicht nur einzigartig, sondern hilft uns gute Entscheidungen zu treffen, er ist wie ein treuer Freund immer an meiner Seite, hält mich fest, weiß wo es lang geht und hat immer alles im Griff. Was für ein Gott!“

Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sich sowohl in der Vorbereitung als auch während der KiBiWo engagiert und so zum Gelingen dieser besonderen Woche beigetragen, sagt Schierling

Im nächsten Jahr geht es mit Themen weiter auf Abenteuer-Reise. Alle Kinder, die dann in der 1. bis 7. Klasse sind, dürfen teilnehmen.

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