
Vorbereitung auf den Wettbewerb an Fronleichnam
Leopoldshöhe. Dengel und Mähen mit der Sense, wie geht das? Diese Frage beantwortete der heimatverein Leopoldshöhe Bereits mit seinem Workshop „Mähen und Dengeln mit der Sense“ auf dem Heimathof eingeladen.
Ziel von Kursleiter Thomas Hafemann war es, Grundlagen im Umgang mit Sense und Dengelhammer zu vermitteln, traditionelle Techniken zu bewahren und seine Begeisterung für das alte Handwerk an Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger weiterzugeben.
Vor vielen Jahrzehnten gehörte das Dengeln – also das Schärfen der Sensenblätter – zum alltäglichen Klang in den Dörfern. Heute ist dieses Geräusch nahezu verstummt und vielen Menschen kaum noch bekannt. Früher war die Arbeit mit der Sense so selbstverständlich, dass niemand auf die Idee gekommen wäre, dafür einen Workshop anzubieten. Mit einem speziellen Dengelhammer wird die Schneide des Sensenblattes dünn und glatt geklopft, damit sie scharf und widerstandsfähig wird. Diese Technik erfordert viel Erfahrung und eine sichere Hand.

„Heute gibt es mit dem sogenannten Dengelbengel oder auch mechanischen Dengelmaschinen Hilfsmittel, die das Dengeln deutlich erleichtern“, erklärte Thomas Hafemann, der selbst die traditionelle Technik mit dem Dengelhammer meisterhaft beherrscht. Genau dieses ursprüngliche Handwerk möchten die Aktiven rund um Sense und Dengelhammer bewahren und weitergeben.
Sechzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung des Heimatvereins gefolgt. Unterstützt wurde Thomas Hafemann von seiner Familie sowie den erfahrenen Altmeistern Baldur Hafemann und Klaus Degelau aus Rödinghausen, die ihr Wissen ebenfalls gerne weitergaben.
Zunächst ging es mit den vorbereiteten und geschärften Sensen – teilweise aus dem Fundus von Thomas Hafemann – auf die Wiese. Dort lernten die Teilnehmenden die richtige Körperhaltung und den sicheren Umgang mit der Sense. Entscheidend sei, dass die Sense an die Körpergröße angepasst werde und locker mit gleichmäßigen, schwingenden Bewegungen geführt werde. Das Sensenblatt müsse dabei dicht über dem Boden bogenförmig durch das Gras gleiten und das Schnittgut sauber im Schwad ablegen. Thomas Hafemann demonstrierte die Technik und erklärte, dass der Mähradius idealerweise etwa 180 Grad betragen sollte. Gemäht werde leicht gebückt, um kraftsparend und flüssig arbeiten zu können.
Schnell wurde deutlich: Übung ist beim Sensenmähen unverzichtbar. Besonders erfreulich war das große Interesse der jüngeren Generation. Frauen und Männer gleichermaßen entdeckten das traditionelle Handwerk für sich und waren mit sichtbarer Begeisterung bei der Sache.
Nach den praktischen Mähübungen ging es im Innenhof mit dem Dengeln weiter. Dabei sitzt man auf einem Hocker, der Dengelamboss steht zwischen den Füßen. Auch hier kommt es auf eine entspannte Haltung, Fingerspitzengefühl und Treffsicherheit an, um die Schneide gleichmäßig dünn und scharf zu klopfen.
Auch das Wetter spielte mit: Der kurze Regenschauer fiel genau in die Mittagspause, während sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Bratwurst und kühlen Getränken stärken konnten. Dabei blieb genügend Zeit für fachlichen Austausch und geselliges Beisammensein.
Am Ende waren sich alle einig: Der Workshop habe großen Spaß gemacht. Nun freuen sich viele bereits auf den 26. Mäh- und Dengelwettbewerb im Jubiläumsjahr des Heimatvereins. Dieser findet an Fronleichnam, Donnerstag, 4. Juni 2026, um 11 Uhr auf dem Heimathof statt.



