Dolce Vita in Bergkirchen

Markus Schön tritt in Bergkirchen auf. Foto: Privat
Markus Schön tritt in Bergkirchen auf. Foto: Privat

Musik für Spaziergänger

Bergkirchen/Kreis Lippe. Am Sonntag, 7. Juni 2026, setzt sich um 16.30 Uhr die Reihe „Musik für Spaziergänger“ in der Kirche zu Bergkirchen fort. Zu Gast ist der Soloklarinettist der Bayerischen Staatsoper München Markus Schön und die Dozentin für Klavier an der Musikhochschule Hannover Yasko Linnartz. Ab 15 Uhr bieten die lippischen Landfrauen Kaffee und Kuchen im und um das Gemeindehaus an. Es ist das letzte Konzert vor der Renovierungspause, schreibt die Kirchengemeinde Bergkirchen in einer Mitteilung. Auf dem Programm steht italienische Musik von Verdi, Puccini, Rossini, Pergolesi, Corelli, Scarlatti, Respighi, Cimarosa und Parisotti.

Italienische Vokabeln für Musikliebhaber: Belcanto – der wirklich schöne Gesang, Sprezzatura – die virtuose Leichtigkeit und Passione – die ungezügelte Leidenschaft. Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau schrieb begeistert über die italienische Musik: „Ich glaube nicht, dass es einen Menschen auf der Erde gibt, der so unempfindlich für schöne Klänge wäre, dass er jene bewunderungswürdige Musik ohne Vergnügen hörte. Alle Nationen Europas sind sich in diesem Lob einig, und der Eifer, mit dem sie diese Musik adaptiert haben, ist ein Beweis ihrer Wertschätzung.“

Und in der Tat haben italienische Komponisten, Sänger und Sängerinnen das Musikleben in allen europäischen Metropolen über zwei Jahrhunderte bestimmt. Seit der im 18. Jahrhundert schwärmerisch verehrte Komponist Giovanni Battista Pergolesi die Oper aus den himmlischen Höhen der Götter geholt hat und Menschen aus dem Volk seine Helden und Heldinnen wurden, ist Italien sozusagen zur Heimat der Oper geworden.

Arien von Verdi, Puccini, Rossini und Pergolesi – um die bekanntesten zu nennen – aber auch fast vergessene und nicht minder betörende von Respighi und Parisotti werden in Bergkirchen zum Klingen, nein: zum Singen gebracht.

„Was für ein Entzücken empfindet das Ohr, nachdem es durch die unregelmäßigen Phrasen des Rezitativs geirrt ist, wenn es dann die Arie beginnen hört, deren Plan und Struktur es auf der Stelle erfasst“, fand ein Zeitgenosse Rousseaus. In der Praxis spielte das Publikum eher gelangweilt Karten während der Rezitative – und ließ sich vom Zauber der Melodie einer Arie mitunter bis zur Raserei hinreißen.

Und doch gab es auch in Italien Komponisten, die nicht in den Sog der Oper gerieten, etwa Domenico Scarlatti, von dem eine seiner kleinen, aber so feinen Klaviersonaten zu hören sein wird, und Arcangelo Corelli, dessen virtuose Follia-Variationen aufgeführt werden.

Eintrittskarten für 10, 15 und 20 Euro gibt es unter karten@bergkirchen.net oder an der Tageskasse ab 15 Uhr kaufen. Ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen der Landfrauen im und um das Gemeindehaus. Weitere Informationen erfährt man unter www.bergkirchen.net

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