
Felix-Fechenbach-Gesamtschule feiert Literaturkursaufführung
Leopoldshöhe (ted). Schiller, Lessing, Ibsen, Goethe – alles Klassiker der europäischen Literatur. Sie alle waren auf der Bühne der Felix-Fechenbach-Gesamtschule zu sehen, in einer in den Literaturkursen erarbeiteten Aufführung zu den Werken „Die Leiden des jungen Werther“ (Goethe), „Nora – Ein Puppenheim“ (Ibsen), „Emilia Galotti“ (Lessing) und „Kabale und Liebe“ (Schiller).
Gegen Ende der Inszenierung tritt die Schülerin Benasia Aslan vor den Vorhang und sagt in ihrer Rolle: „Unsere Generation muss was verändern! Denn wer, wenn nicht wir, kann unsere Welt verändern?“ Der Vorhang öffnet sich und über 50 Teilnehmende stehen in bunter Kleidung und in all ihrer Vielfalt auf der Bühne und rufen: „Wer, wenn nicht wir!“ Es ist das Schlussbild der Literaturkursaufführung 2026 an der Felix-Fechenbach-Gesamtschule. Ein deutliches Zeichen und ein klares Statement.
Ein Jahr lang haben die beiden Literaturkurse des zwölften Jahrgangs an dem Theaterabend gearbeitet. Unter der Leitung von Melina Seepe und Ulrich Schumann haben sich die Kurse vier Klassiker ausgesucht, umgeschrieben und modernisiert. Im zweiten Teil des Kurses brachten die Schülerinnen und Schüler das Script auf die Bühne. Unterstützung fand der Kurs bei Leo Piron (ehemaliger Schüler und heute Studierender an der TH OWL), der bei der Erstellung einer längeren Filmsequenz half.

„Die Leiden des jungen Werther“, „Nora – Ein Puppenheim“, „Emilia Galotti“ und „Kabale und Liebe“ katapultierten sie ins 21. Jahrhundert. Was wäre, wenn Emilia (Luna Schwenzfeier und Halbast Ahmo) überlebt und selbstbewusst ihr Leben angeht? Wie verändert sich die Geschichte von Ferdinand und Luise (Anna Truffel und Anatoli Oinopolidou) aus „Kabale und Liebe“ in Zeiten von Hatespeech und WhatsApp? Und kann Werther (Vincent Fechtelpeter) nicht einfach mal fröhlich sein?
„Wer, wenn nicht wir“ zeigt, wie eine offene und tolerante Gesellschaft das Unglück Einzelner hätte verhindern können. Der Kurs lässt sich für die eigenwillige Bühnenfassung Einiges einfallen, um dies zu unterstreichen. Hunderte von Knicklichtern im Saal lassen Werthers Herz auch bildlich erstrahlen. „Nora“ (Sophie Gottwald; Carlo Bockelmann als Helmer) kommt als expressionistischer Kinofilm daher. Der Einstieg zu „Emilia Galotti“ findet über ein verunglücktes Schülerreferat statt, das die Titelfigur selbst zurechtrückt. Und Ferdinand und Luise müssen sich während einer romantisch-wilden Autofahrt erstmal auf den richtigen Radiosender einigen.

Das Besondere: jedem Stück ordneten die Schülerinnen und Schüler eine Farbe zu. Sie verbanden die Teile durch eine Rahmenhandlung, in der sich vier Schülerinnen und Schüler (Ole Eikermann, Emilia Pott, Benasia Aslan, Lara Dietz, Nina Ihnen) auf das Abitur vorbereiten Die souverän gefahrene Licht- und Tontechnik (Henrik Schrage und Johann Zysk) setzt das kraftvoll in Szene. Am Ende verschmelzen die vier Farben zu dem großen Schlussbild.
„Wer, wenn nicht wir“ überzeugt durch viele bunte und abwechslungsreiche Ideen und das große Engagement der FFG-Schülerinnen und Schüler, das in jeder Szene mühelos transportiert wird. Die rund 250 Zuschauer danken mit langem Applaus und allen ist klar: dass es ohne Offenheit, Toleranz und Miteinander in unserer Gesellschaft nicht geht, haben sie an der FFG verstanden.



