50 Jahre Heimatverein

Vorsitzender Helmut Depping (von links), Kurt Abel, Gerlinde Huxholl, Klaus Sunkovsky und Bernd Hoffmann erinnern sich an 50 Jahre Heimatverein Leopoldshöhe. Foto: Edeltraud Dombert
Vorsitzender Helmut Depping (von links), Kurt Abel, Gerlinde Huxholl, Klaus Sunkovsky und Bernd Hoffmann erinnern sich an 50 Jahre Heimatverein Leopoldshöhe. Foto: Edeltraud Dombert

Ein Rückblick

Leopoldshöhe (ED). Erste Überlegungen zu einem möglichen Heimatverein soll es bereits im Dezember 1975 gegeben haben. Zur Gründung kam es offiziell nach einer Ratssitzung am 10. Februar 1976 in der dem Rathaus gegenüberliegenden Kneipe „Zur Mühle“. Hier wurde der Initiator Rudolf Schlichting, Bauer aus Krentrup und Ratsmitglied zum ersten Vorsitzenden gewählt. Er versandte Briefe an Interessierte und warb um Mitglieder für den frische gegründeten Verein.

Gerade mal sieben Jahre war es her, dass mit der kommunalen Gebietsreform die Großgemeinde Leopoldshöhe entstanden war. Der Grundgedanke für die Gründung eines Heimatvereins war, einen Gesamtverein für die Großgemeinde und damit eine Gleichberechtigung für alle Gemeindegebiete zu schaffen. Zur damaligen Zeit waren viele Kommunalpolitiker Mitglied. Gerlinde Huxhage trat dem Heimatverein am 1. Juli 1977 bei und erinnert sich noch genau: „Wir haben uns damals in der Mühle oder im Evenhauser Krug getroffen. Es gab noch keine Vereinsräume. Manchmal traf man sich auch bei jemandem zu Hause.“

Die Grillhütte in ihrem Urzustand vor den Restaurierungsarbeiten. Foto: Heimatverein Leopoldshöhe

Der Heimatverein wuchs schnell. Aus den anfänglich 55 Mitgliedern wurden nach einem Jahr über 100. Schnell fand man gemeinsame Aktivitäten wie die Plattdeutsche Gruppe, die von Hanna Druffel ins Leben gerufen wurde. „Wir übten mit bis zu 14 Freiwilligen Sketche auf Platt ein, die Hanna zum Teil selbst geschrieben hatte und präsentierten die Stücke 19 Jahre in Leopoldshöhe und Umgebung,“ erinnert sich Gerlinde Huxhage.

Auch eine Wandergruppe gab es gleich zu Beginn.  Kurt Abel, Mitglied seit 1978: „Wir wollten nach den Wanderungen gern zum Abschluss grillen und haben deshalb die uns bekannten Grillplätze in der Umgebung angefragt. Die waren fast immer ausgebucht. Da haben wir überlegt, dass wir einen eigenen Grillplatz in Leopoldshöhe bauen könnten.“ Der Platz war schnell gefunden auf dem heutigen Heimathof. Und zwar genau dort, wo heute der Grill steht, auf dem zu den Festen des Heimatvereins die Würstchen gedreht werden.

Der neue Grillplatz, der auch heute noch genutzt wird. Foto: Heimatverein Leopoldshöhe

Eine Kindergitarrengruppe, eine Akkordeongruppe mit etwa 20 Spielern und eine Volkstanzgruppe gab es ebenfalls.

Die Gemeinde Leopoldshöhe kaufte das Gelände des ehemaligen Eikmeyerschen Hofes im Zuge des Baus der Umgehungsstraße samt aller baufälligen Gebäude. Angedacht war ein Zentrum für alle Leopoldshöher Vereine. Als es dann allerdings darum ging, die Gebäude zu restaurieren, blieben die Freiwilligen des Heimatvereins übrig, die mit viel Engagement und Eigenhilfe zunächst das Backhaus in den Jahren 1992/93 renovierten.

Kurt Abel, gelernter Tischler, erínnert sich gut: „Als Erstes haben wir das Dach dicht gemacht. Bei einem Bexterhäger Bauern haben wir viele alte Dachpfannen liegen sehen, die er bei der Dacheindeckung durch neue ersetzt hatte. Wir durften die Pfannen kostenlos übernehmen, mussten allerdings selbst sehen, wie wir sie transportiert bekamen. Die Balken für den Innenraum kamen aus Nienhagen.“

Das ursprüngliche Backhaus vor der Restaurierung. Foto: Heimatverein Leopoldshöhe

Nach der Fertigstellung wurde der Raum für private Feiern vermietet. Von dem Geld konnten weitere Renovierungsarbeiten bezahlt werden.

Schon bald war auch klar, dass man ein Museum einrichten wollte. Viele der Mitglieder sammelten bereits in den Jahren zuvor Exponate, die sie zum Teil zu Hause und zum Teil auf dem damaligen Hof Hilker in Greste lagerten. Friedel Wagemann, der dritte Vorsitzende des Heimatvereins war die treibende Kraft dahinter.

Ziel beim Umbau war es, das Heimatmuseum in den Urzustand eines Vierständerhofes von 1793 zurückzuversetzen, sagt Klaus Sunkovsky, engagiertes Mitglied im Heimatverein seit 1989. Im September 1999 war es dann soweit, das Museum konnte eröffnet werden.

In diesem Gebäude ist heute das Heimatmuseum untergebracht. Foto: Heimatverein Leopoldshöhe

Der Verein wuchs und man brauchte mehr Platz. So entschied man sich für einen Anbau und eine Überdachung zum Grillplatz hin. Im Jahr 2003 wurde der Plan mit großer Unterstützung der Gemeinde in die Tat umgesetzt. Auch hier hatte Kurt Abel das Heft in der Hand: „Die wollten die großen Balken mit einem Kran einbauen. Da habe ich gesagt: Kommt gar nicht in Frage, wir sind so viele, dass schaffen wir auch so.“ Und er behielt Recht.

Sommerkonzert auf dem Heimathof. Fotos: Heimatverein Leopoldshöhe
Sommerkonzert auf dem Heimathof. Fotos: Heimatverein Leopoldshöhe

Mittlerweile ist der Heimathof sehr gut in Schuss, wie man hierzulande sagen würde. Dass das so bleibt, dafür sorgt unter anderem die Dienstagsgruppe, die sich an jedem Dienstagmorgen trifft und Ausbesserungsarbeiten ausführt, die Wiesen mäht, die Obstbäume erntet und schneidet und eigentlich alles erledigt, was so an Arbeiten auf dem Hof anfällt.

In diesem Jahr soll gefeiert werden – das 50-jährige Bestehen des Heimatvereins. Helmut Depping, seit 2017 im Verein und seit 2019 Vereinsvorsitzender, sieht zuversichtlich auf das letzte Augustwochenende: „Wir haben ein tolles Programm mit vielen attraktiven Aktionen für alle Altersgruppen.“ Über Einzelheiten werden wir demnächst berichten.

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