
Treckerfreunde auf dem Acker aktiv
Leopoldshöhe (ted). Wenn beim Dreschfest des Heimatvereins die historische Dreschmaschine rattert, zieht sie viele Blicke auf sich. Damit das am 27. September 2026 auf dem Heimathof so geschehen kann, haben die Treckerfreunde Leopoldshöhe Vorsorge getroffen.
Sei ein paar Jahren steht den Treckerfreunden ein Stück Acker entlang der Obstwiese am Heimathof zur Verfügung. Ein mit den Treckerfreunden verbundener Landwirt hat die Fläche an die landwirtschaftlichen Oldtimerliebhaber verpachtet. Auf einem Teil wachsen Kartoffeln, die im Frühjahr mit Hilfe von Kindergartenkindern in die Erde gebracht worden sind. Auf dem anderen Teil haben die Treckerfreunde Weizen gesät.
Die Treckerfreunde erhalten historisches landwirtschaftliches Gerät. Trecker natürlich, aber auch Geräte, die mit den Traktoren betrieben werden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Landwirtschaft. Wo früher reine Handarbeit herrschte, zogen nun mechanische gefallene Geräte ein, Mähbinder zum Beispiel. Früher wurde das reife Korn mit Sensen gemäht.
Helfer banden die gefallenen Ähren zu Garben zusammen und stellten sie auf. So konnte die letzte Feuchtigkeit aus den Halmen und Ähren heraustrocknen. Anschließend brachten die Landarbeiter die Garben auf die Dreschtenne, wo sie mit Hilfe von Dreschflegeln ausgedroschen wurden. Das Korn wurde in Säcken bis zum Mahlen gelagert, das Stroh kam auf den Strohboden, wo es als Wärmedämmung für den Winter diente und von wo es die Bauern nach und nach in den Stallseiten der Bauernhäuser ausbrachten.
Schon im 19. Jahrhundert kamen die ersten Mähbinder auf. Sie wurden von Rindern oder Pferden gezogen. Sie schnitten das Korn und banden die Stängel zu Garben, die nur noch aufgestellt werden mussten. Mähbinder waren auch lange nach dem Zweiten Weltkrieg noch im Einsatz, gezogen von Traktoren.
Einen solchen Mähbinder hatten die Treckerfreunde hervorgeholt und auf ihrem Acker zum Einsatz gebracht. Die historisierenden Landarbeiter verzichteten auf die Aufstellung der Garben. Das Getreide war trocken genug. Sie sind nun bis zum Dreschfest eingelagert.

Dort wird die historische Dreschmaschine der Treckerfreunde zum Einsatz kommen. Solche Maschinen sind von Hof zu Hof gebracht worden, um dort die Ähren auszudreschen. Diese Maschinen werden über Treibriemen in Bewegung gesetzt.
Jeder frühe Traktor besaß einen Nebenabtrieb mit Treibriemenrad. Auf das legten die Landarbeiter einen breiten, schweren Lederriemen, der allein durch sein Gewicht auf dem Treibrad hielt und von ihm angetrieben werden konnte. An den Dreschmaschinen befindet sich ein ebensolches Rad, auf dem der Treibriemen aufgelegt wurde. Noch heute gibt es gelegentlich die Redensart: „Den Riemen auflegen“, wenn eine Arbeit beginnen soll. In der Dreschmaschine trennt sich dann die Spreu vom Weizen, etwas, das die Landarbeiter vor der Mechanisierung der Landwirtschaft mühsam mit Hilfe von Sieben erledigen mussten.





