
Der Naturschutzbund informiert
Greste. Als Anfang Juli 2026 engagierte Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) und Grester Naturfreunde ans Werk gingen, war nicht absehbar, dass danach über längere Zeit extreme Wärme vorherrschen und eine ausgeprägte Trockenheitsphase bevorstehen würde. Auf einer etwa 400 Quadratmeter großen, für die Einsaat vorbereiteten Fläche des früheren Sportplatzes in Greste brachten sie Blühsamen heimischer Wildblumen und Wildgräser aus gesicherter Saatgutherkunft aus.
Am 15. August 2026 zeigte sich an der Stelle ein buntes Bild: Ohne menschliches Zutun hatte sich dort eine erstaunliche, beeindruckende Blütenpracht entwickelt. Nabu-Mitglied Petra Gehle war während eines Blühflächenbesuchs hellauf begeistert und schwenkte ihre Kamera, um die Blütenfarbpracht fotografisch festzuhalten. Fasziniert stellt sie fest: “Die Blühwiese sieht so toll aus, und was da alles fliegt und summt”!

Blühwiesen haben einen hohen Wert für die Biodiversität, betont der Nabu. Die Vielfalt der Blüten bietet Insekten ein optimales Angebot an Nahrung. Zudem finden sie hier auch Quartiere zum Überwintern wie die Stängel und Blattachseln der Pflanzen.
Je nach Standort entwickelt sich eine Wiese anders und es finden sich andere Arten ein. Neben den Insekten finden weitere Tiere wie Reptilien, Amphibien, Reptilien, Amphibien, Säugetiere und Vögel hier Unterschlupf, Möglichkeiten zum Nisten sowie Nahrung.
Daher sollten solche Wiesen nicht betreten und vor jeder Pflegemaßnahme auf Tiere geprüft werden. Wiesenflächen sind außerdem CO2-Speicher und tragen so zum Klimaschutz bei. Sie verbessern das lokale Klima, denn sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit und sind Kaltluftquellen. Die extensive Pflege spart Wasser und Energie.

Eine Wildblumenwiese ist nicht nur schön, sondern erfüllt wichtige ökologische Funktionen. Im Sommer nutzen sie zahlreiche Insekten als Futterquelle, Schmetterlinge und Käfer haben hier ihre „Puppenstuben“ und Säugetiere wie Igel und Feldhasen können sich zwischen den hohen Pflanzen verstecken. Ein Teil der Fläche sollte stets ungemäht bleiben, damit Tiere weiterhin Nahrung finden. Im Herbst und Winter ernährt die Wildblumenwiese so Vögel mit ihren Samenständen und Insekten überwintern in ihren Stängeln.
Wildblumenwiesen dienen auch uns Menschen, zum Beispiel als Kaltluftquelle. Zudem kann Regenwasser hier versickern – für neues Grundwasser.
Wildblumenwiesen entwickelten sich in unserer Landschaft mit dem Beginn der Viehhaltung. Wiesen wurden gemäht, da das Mahdgut den Tieren als Winterfutter diente. Durch das, je nach Standort, ein- bis dreimalige Mähen und Abtragen des Mahdgutes pro Jahr wurden die Wiesen nach und nach abgemagert, wodurch sich seltene Pflanzenarten etablieren konnten. Seltene Tierarten siedelten sich an und ein eigener Lebensraum entstand. Die Vielfalt der Arten auf diesen Standorten macht sie noch heute so einzigartig und wertvoll.
Infolge der intensiven Nutzung der Landschaft durch den Menschen verschwinden diese Lebensräume und mit ihnen viele Arten. Das lässt sich heute am Aussterben vieler Insektenarten, darunter vieler Spezialisten, und an den immer weniger werdenden wiesenbrütenden Vogelarten erkennen. Um das zu verhindern, kann jeder einen Beitrag leisten und eigene Flächen in Wildblumenwiesen verwandeln.




