Leos Kino Filmtipp

Leos Kino-Aktiver Ulrich Schumann weist auf gute Filme hin. Foto: Edeltraud Dombert/Montage: Thomas Dohna
Leos Kino-Aktiver Ulrich Schumann weist auf gute Filme hin. Foto: Edeltraud Dombert/Montage: Thomas Dohna

Kürze und Würze

Von Ulrich Schumann

Leos Kino stellt drei Serien vor, deren Folgen nicht länger als 20 Minuten dauern

Binge-Watching ist out. Die ganze Nacht mit dem Tablet eine lange Folge der Lieblingsserie nach der nächsten zu schauen, ist nun wirklich sowas von 2020. Stattdessen genießen viele Zuschauer kleine Serien mit teilweise sehr kurzen Folgen. Sie schauen im Bus, in der Pause oder einfach, wenn mal eben Zeit ist. Und siehe da: diese Erzählform funktioniert! Leos Kino stellt drei Serien vor, deren Folgen nicht länger als 20 Minuten dauern.

„Battle – La Réunion“, Frankreich 2026, 8 Folgen (je 11 – 15 Minuten), ARTE-Mediathek

Karla ist 17 und hat ihre Jugend im Krankenhaus verbracht. Nach ihrer Entlassung steigt sie in die beste Breakdance-Gruppe ihrer Heimaltinsel La Réunion auf. Karla kämpft um ihren Platz, aber auch gegen ihre Selbstzweifel.

Fantastische Tanzszenen und eine unglaubliche Authentizität machen diese Serie aus. Die kurzen Folgen sind ein Glücksfall, sorgen sie doch für eine atemberaubende Verdichtung. Was man in 15 Minuten alles erzählen kann, ist erstaunlich.

„Verdammte Katze“, Belgien 2025, 30 Folgen (je 3 Minuten), ARTE-Mediathek

Eigentlich haben wir doch alle ein Herz für Katzen, oder? Stéphane rettet jedenfalls den kleinen Kater Moustique von der Straße. Doch wer hat jetzt in Stéphanes Haus etwas zu sagen? Zwischen Mensch und Tier entwickelt sich ein nicht ganz ernstgemeinter Machtkampf, wie ihn jeder Katzenbesitzer kennt. Und der sture Moustique nutzt wirklich jede Gelegenheit…

Die Katze Moustique kann in dieser Serie sprechen, aber nur zu uns Zuschauern. In jeder Folge fühlen wir uns nicht nur deshalb ertappt. Zu genau sind die Beobachtungen aus dem Alltag mit dem Haustier. Sind wir nicht alle ein wenig wie Stéphane?

„Sheep“, Österreich 2026, 5 Folgen (je 15 – 20 Minuten, ZDF-Streaming-Portal

Oliver darf nicht mit. Während alle Schafe der Herde davon träumen, endlich zum Obermoser zu kommen, hat Oliver keine entsprechende Markierung. Oliver beginnt nachzudenken und merkt: die Schafe haben den Menschen möglicherweise gar nicht domestiziert, wie die ganze Herde dachte. Und Obermoser ist der gemeine Besitzer eines Schlachthofes…

Konsequent erzählt diese besonders schräge Serie aus der Sicht eines intellektuellen Schafes. Diese können hier österreichischen Dialekt sprechen, mehr oder weniger sinnvolle Gespräche führen und Schnaps trinken.

Versprochen: so etwas wie „Sheep“ haben Sie noch nicht gesehen! Und ebenfalls versprochen: sie werden Tränen lachen!

Birgit Minichmayr, Jella Haase und Michael Ostrowski sind super, aber die durchgeknallten Schafe sind die Stars. Und wer mit dem starken Dialekt Probleme hat, schaltet einfach die Untertitel ein.

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