Kleine Gewässer – große Wirkung

Mühsamer Kampf gegen die Armenische Brombeere. Von links: Rüdiger Fussy, Martin Düsterberg und Paul Gehle vom NABU Leopoldshöhe.
Mühsamer Kampf gegen die Armenische Brombeere. Von links: Rüdiger Fussy, Martin Düsterberg und Paul Gehle vom NABU Leopoldshöhe. Foto: Nabu

NABU – Naturinfo

Leopoldshöhe. Eine der vielen Aufgaben, die zum Themen- und Aufgabenbereich der Leopoldshöher Nabus gehören, ist es, Lebensräume für Amphibien, Libellen und andere Kleingewässerbewohner zu schaffen.

Wo Wasser ist, entsteht Leben

“Selbst kleine Gewässer können”, so Ewald Thies vom NABU Leopoldshöhe, “schon erstaunlich viel Leben beherbergen, man muss die Voraussetzungen dafür schaffen”. Tümpel und Kleingewässer sind wichtige Lebensräume für Amphibien, Libellen, Wasserinsekten, Wasserschnecken und zahlreiche weitere Tiere. Die immer häufiger auftretende Frühjahrstrockenheit, lang anhaltende sommerliche Hitze, verbunden mit extremem Regenmangel sind ein Grund dafür, dass stehende Gewässer zunehmend weniger ihre Funktion erfüllen können.

Die Bekämpfung von frühzeitiger Austrocknung bei angelegten Stillgewässern ist inzwischen eine der größten Herausforderungen im Gewässerschutz in Zeiten von gravierenden Klimaveränderungen geworden.  Um Amphibien, Libellen und anderen Gewässerbewohnern trotz spürbar veränderten Wetterlagen Überlebenschancen zu bieten, beschreitet der NABU bei der Planung, Entschlammung und Sanierung von Teichen und Tümpeln mittlerweile andere Wege als bisher und setzt auf klimaangepasste Lösungen.

Ein Amphibien-Betontümpel. Fotos: NABU Leopoldshöhe/Ewald Thies
Ein Amphibien-Betontümpel. Fotos: NABU Leopoldshöhe/Ewald Thies

Frösche, Kröten und Molche benötigen kleine, möglichst fischfreie Gewässer zur Fortpflanzung. Flache Ufer und unterschiedliche Wassertiefen bieten ihnen geeignete Bereiche für Laich und Larven. Libellen brauchen Gewässer für ihre Entwicklung. Ihre Larven leben oft mehrere Jahre unter Wasser. Am Ufer benötigen die erwachsenen Tiere sonnige Plätze, Insekten,  Pflanzen und Ansitzmöglichkeiten. Unter Wasser wimmelt es – Wasserläufer, Rückenschwimmer, Käfer, Zuckmücken und viele weitere Kleintiere besiedeln solche Gewässer. Sie bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage für Amphibien und Vögel.

Wo natürliche Gewässer fehlen, können angelegte Tümpel wertvolle Trittsteine für die Artenvielfalt schaffen. Der Nabu Leopoldshöhe hat im Gemeindegebiet bereits nach und nach mit viel Aufwand fast ein Dutzend Teiche und Tümpel neu anlegen oder entschlammen lassen.
Aber auch künstliche Gewässer können Natur schaffen. Wo natürliche Gewässer fehlen, können gut geplante Kleingewässer wertvolle Trittsteine für die Artenvielfalt bieten.

Ein Folien - Amphibienbecken begutachten Rüdiger Fussy (links) und Paul Gehle vom NABU Leopoldshöhe.
Ein Folien – Amphibienbecken begutachten Rüdiger Fussy (links) und Paul Gehle vom NABU Leopoldshöhe.

Auf dem Gebiet einer Bodendeponie im Norden der Gemeinde ergab sich vor drei Jahren die Möglichkeit, eine Reihe von Amphibien-Betontümpeln im Gelände einzubauen.
Die Becken führen ganzjährig Wasser, ein vegetationsreiches, ungestörtes Umfeld sorgt dafür, dass sich Amphibien dort gut entwickeln können.

Unweit davon sind im Auftrag des NABU Leopoldshöhe in diesem Jahr mehrere Amphibien-Foliengewässer angelegt worden. Diese  Kleintümpel sind gut besonnt, es gibt Amphibienarten, die solche Gewässer benötigen und vorzugsweise annehmen. “Nur allein ein Gewässer anzulegen reicht nicht”,  betont Dietmar Grinder vom Nabu-Team. Ergänzend dazu ist es notwendig, Strukturelemente wie Totholz und Steinhaufen in den Gewässerrandbereichen anzuhäufen, diese bieten den Gewässerbewohnern  Schutz und Unterschlupf und sichere Winterquartiere.

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